Intensivbett
Ich habe jetzt das Intensivbett in meine Liste der Euphe­mismen aufge­nommen, weil es sprach­lich davon ablenkt, daß Schwer­kranke darin liegen. Auch wenn man sich um sie intensiv kümmert, so werden die übrigen Kranken­betten doch auch nicht nach dem Grad der Pflege Normal-, Einfach- oder Spar­betten genannt.

Abseits von ihrer Bezeich­nung soll es in Deutsch­land 28.000 davon geben. Von den derzeit weniger als 8000 Co­rona-​Infi­zierten können allent­halben 1000 auf ein solches Bett ange­wiesen sein, weit weniger als derzeit auch wegen Personal­mangels frei sein sollen. Allzu viele geplante Opera­tionen müssen nicht wegen Corona verschoben werden. Normaler­weise wären beim heutigen guten Wetter die Motor­ratten wieder aus der Garage gekommen und lägen schon zu Dutzenden in den Betten. Der redu­zierte Auto­verkehr sollte eben­falls entlasten.

Doch weshalb wird jetzt im Gesund­heits­wesen mehr als sonst gejammert? Wohl nicht wegen der wenigen Schwer­kranken, eher schon wegen der Patienten ohne starke Symptome und noch mehr durch Heer­scharen, die sich ohne Not testen lassen wollen. Dazu noch die Gelegen­heit, nun besser gehört zu werden. Das machen auch andere, die mit 7 Pro­zent Mehrwert­steuer, längeren Öffnungs­zeiten und bedin­gungs­losem Grund­einkommen hau­sieren gehen.

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