46
wuerg, 04.08.2026 21:30
Falls die AfD in Sachsen-Anhalt auf stolze 46 Prozent kommt, ist es günstig, die hier noch klaffende Lücke zwischen 45 und 47 geschlossen zu haben. Das hatte ich bereits im Jahre 2021 getan, aber es hochzuladen vergessen:
Mit der 46 wird es nicht interessanter als mit den Vorgängern 43 bis 45. Das gilt für die Zahlen und voraussichtlich auch für die amerikanischen Präsidenten. Biden ist der 46. nach Trump, Obama und Bush. Sollte Trump 2025 erneut gewählt werden, wird er dann zugleich der 47. Präsident? Im Sinne der amerikanischen Zählung schon: Zwei Amtszeiten hintereinander zählen nur einmal, unterbrochen aber doppelt, denn Groover Cleveland gilt sowohl als 22. als auch 24. Präsident. Das finde ich in Zeiten der Sprachgängelung interessant, denn wenn eine Person A mehrfach B ist oder war, dann meint A ist/war B natürlich nicht eine (teil- oder zeitweise) Gleichheit, sondern beschreibt eine Eigenschaft: A nimmt die Funktion eines B wahr oder ist den Bs zugeordnet. Es ist auch nicht erforderlich, daß B mit A im Geschlecht übereinstimmt. Das mag dem Leser trivial vorkommen, ist es auch. Man denke nur an Wendungen wie „sie ist Wassermann, er Jungfrau“. Wenn es aber um wokes Schubladendenken geht, dann reicht es uns Deutschen nicht zu sagen, Frau Merkel sei Kanzler. Wir haben uns den fatalen Luxus erlaubt, Menschengruppen B je nach der betrachteten Person A verschieden zu benennen, leider vorwiegend mit doof oder abwertend klingenden weiblichen Ableitungen.
Grundsätzlich haben Amerikaner ebenfalls dieses Problem, nur tritt es dank ihrer farblosen Artikel selten in Erscheinung. Wir hätten es ebenfalls nur selten, würden nicht nur schöngeistige Eigenschaften und Zahlen weiblich sein. [1] Dann würden wir Männer mit den weiblichen Bezeichnungen bis ans Ende unserer Tage zufrieden leben, ohne komische Endungen und üble Partizipien, die uns einbeziehen, mitmeinen. [2] So habe ich keine Probleme, wegen meines Vornamens gelegentlich als Frau angeschrieben oder von meinem türkischen Gemüsehändler alter Mann genannt zu werden. Oder geht es in Wahrheit nicht um das weibliche Geschlecht, die weibliche Deklination, sondern um das verhaßte R am Ende, gar um die Gängelung selbst?
Zurück zu die Zahl 46 und den Dativ. [3] Unter den normalen figurierten Zahlen ist sie vierte Enneagonalzahl, Arbeiter würden auch Neuneckzahl sagen. Als zentrierte Polygonalzahl müßte 46−1 Vielfaches einer Dreieckszahl sein. Und tatsächlich läßt sich 45 sowohl durch 3 als auch 15 teilen. Damit ist 46 dritte zentrierte Fünfzehneckzahl und sechste zentrierte Dreieckszahl. Nur letzteres sieht halbwegs gut aus:
Bleibt für 46 nur etwas wie die McNugget-Zahl 43. Dort ging es um die Darstellbarkeit von Anzahlen mit Packungen aus 3, 6 und 20 Hähnchenstücken. An ihre Stelle treten nun die Teilerprotze. Das sind Zahlen, deren echte Teilersumme die Zahl selbst übersteigt. [4] Sie sind recht häufig:
Bis 30 sind nur die Teilerprotze 12, 18, 20, 24 und 30 selbst als Summe darstellbar. Danach geht es wie folgt weiter:
Da 48–58 alle Summe von Teilerprotzen sind, so auch 60–70, 72–82 usw. Damit ist 46 die größte gerade Zahl, wo nicht Summe von Teilerprotzen ist. [5] Daran ändert sich auch nichts, wenn man nur (genau) zwei (verschiedene) Summanden zuläßt.
Und ja, der Mensch besitzt 46 Chromosomen, das Alte Testament umfaßt nach katholischer Auffassung 46 Bücher, und Adam addiert sich auf 1+4+1+40=46. „Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst
ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.“ [6]
[1] Zwar weiß ich bereits aus Vorgender-Zeiten, daß Zahlen grammatikalisch weiblich sind, weshalb es „die Quadratzahl“ und „die um eins größere Zahl“ heißt. Dennoch wird selten „die Nachfolgerin“ oder gar „die größere Partnerin des Primzahlzwillings“ geschrieben. Darüber habe ich bis vor kurzem mikrofrauenfeindlich gar nicht nachgedacht, weil es mir gar nicht auffiel. Ich bleibe dabei: Die(♀) 46 ist der(♂) Nachfolger der(♀) 45.
[2] Allerletzt las ich einen Artikel, in dem binnen zweier kurzer Absätze mindestens sechsmal von Forschenden die Rede war. Diese Unfähigkeit, sich variabel auszudrücken, wäre mir beim Wort Forscher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Was sollte ich machen? Übelkeit unterdrücken oder kotzen?
[3] In der norddeutschen Arbeiterklasse ohne Dativ und Genitiv aufgewachsen, werde ich kein Jota von der alten Rechtschreibung und einer ungegenderten Denk- und Schreibweise abweichen. Über einen Wandel entscheidet die Mehrheit der deutschen Sprecher, die sich leider auch etwas aufdrücken läßt.
[4] Die kleinste ungerade Teilerprotze ist 945. Hat man sie, ist es nur noch eine Fleißaufgabe, die größte Zahl 991=945+46 zu finden, die man nicht als Summe von Teilerprotzen darstellen kann. Deutlich schwerer ist es, die größte nicht darstellbare Zahl 20161 zu finden, wenn nur zwei Summanden erlaubt sind.
[5] Relativsätze mit wo sind ein Baustein zu einer geschlechts- oder gar genderneutralen Sprache, zumal wo der, die, das, selbiger usw. vermeidet.
[6] Gerhard Zint: Bedeutung der Zahlen.
45 | 47 | Geschlecht
Mit der 46 wird es nicht interessanter als mit den Vorgängern 43 bis 45. Das gilt für die Zahlen und voraussichtlich auch für die amerikanischen Präsidenten. Biden ist der 46. nach Trump, Obama und Bush. Sollte Trump 2025 erneut gewählt werden, wird er dann zugleich der 47. Präsident? Im Sinne der amerikanischen Zählung schon: Zwei Amtszeiten hintereinander zählen nur einmal, unterbrochen aber doppelt, denn Groover Cleveland gilt sowohl als 22. als auch 24. Präsident. Das finde ich in Zeiten der Sprachgängelung interessant, denn wenn eine Person A mehrfach B ist oder war, dann meint A ist/war B natürlich nicht eine (teil- oder zeitweise) Gleichheit, sondern beschreibt eine Eigenschaft: A nimmt die Funktion eines B wahr oder ist den Bs zugeordnet. Es ist auch nicht erforderlich, daß B mit A im Geschlecht übereinstimmt. Das mag dem Leser trivial vorkommen, ist es auch. Man denke nur an Wendungen wie „sie ist Wassermann, er Jungfrau“. Wenn es aber um wokes Schubladendenken geht, dann reicht es uns Deutschen nicht zu sagen, Frau Merkel sei Kanzler. Wir haben uns den fatalen Luxus erlaubt, Menschengruppen B je nach der betrachteten Person A verschieden zu benennen, leider vorwiegend mit doof oder abwertend klingenden weiblichen Ableitungen.
Grundsätzlich haben Amerikaner ebenfalls dieses Problem, nur tritt es dank ihrer farblosen Artikel selten in Erscheinung. Wir hätten es ebenfalls nur selten, würden nicht nur schöngeistige Eigenschaften und Zahlen weiblich sein. [1] Dann würden wir Männer mit den weiblichen Bezeichnungen bis ans Ende unserer Tage zufrieden leben, ohne komische Endungen und üble Partizipien, die uns einbeziehen, mitmeinen. [2] So habe ich keine Probleme, wegen meines Vornamens gelegentlich als Frau angeschrieben oder von meinem türkischen Gemüsehändler alter Mann genannt zu werden. Oder geht es in Wahrheit nicht um das weibliche Geschlecht, die weibliche Deklination, sondern um das verhaßte R am Ende, gar um die Gängelung selbst?
Zurück zu die Zahl 46 und den Dativ. [3] Unter den normalen figurierten Zahlen ist sie vierte Enneagonalzahl, Arbeiter würden auch Neuneckzahl sagen. Als zentrierte Polygonalzahl müßte 46−1 Vielfaches einer Dreieckszahl sein. Und tatsächlich läßt sich 45 sowohl durch 3 als auch 15 teilen. Damit ist 46 dritte zentrierte Fünfzehneckzahl und sechste zentrierte Dreieckszahl. Nur letzteres sieht halbwegs gut aus:
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n=6, dn=1+3+6+9+12+15=46=1+3Dn−1=(n−1)2+Dn=n2+Dn−2 (png)Bleibt für 46 nur etwas wie die McNugget-Zahl 43. Dort ging es um die Darstellbarkeit von Anzahlen mit Packungen aus 3, 6 und 20 Hähnchenstücken. An ihre Stelle treten nun die Teilerprotze. Das sind Zahlen, deren echte Teilersumme die Zahl selbst übersteigt. [4] Sie sind recht häufig:
12: 1+2+3+4+6=16 24: 1+2+3+4+6+8+12=36 40: 1+2+4+5+8+10+20=50 18: 1+2+3+6+9=21 30: 1+2+3+5+6+10+15=42 42: 1+2+3+6+7+14+21=54 20: 1+2+4+5+10=22 36: 1+2+3+4+6+9+12+18=55 48: 1+2+3+4+6+8+12+16+24=76Welche Zahlen sind nun keine Summe von Teilerprotzen? Vor allem: Welche unter ihnen ist die größte? Man sieht leicht, daß die kleinen ungeraden Zahlen alle ausscheiden. [4] Deshalb die abgewandelte Frage: Welche gerade Zahl ist die größte, die nicht Summe von Teilerprotzen ist?
Bis 30 sind nur die Teilerprotze 12, 18, 20, 24 und 30 selbst als Summe darstellbar. Danach geht es wie folgt weiter:
32 = 20 + 12 40 = 20 + 20 48 = 36 + 12 56 = 36 + 20 64 = 40 + 24 34 geht nicht 42 = 30 + 12 50 = 30 + 20 58 = 40 + 18 66 = 54 + 12 36 = 18 + 18 44 = 24 + 20 52 = 40 + 12 60 = 48 + 12 68 = 56 + 12 38 = 20 + 18 46 geht nicht 54 = 42 + 12 62 = 42 + 20 70 = 40 + 30Die fetten sind Teilerprotze und bedürfen nur eines Summanden, nämlich sich selbst.
Da 48–58 alle Summe von Teilerprotzen sind, so auch 60–70, 72–82 usw. Damit ist 46 die größte gerade Zahl, wo nicht Summe von Teilerprotzen ist. [5] Daran ändert sich auch nichts, wenn man nur (genau) zwei (verschiedene) Summanden zuläßt.
Und ja, der Mensch besitzt 46 Chromosomen, das Alte Testament umfaßt nach katholischer Auffassung 46 Bücher, und Adam addiert sich auf 1+4+1+40=46. „Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst
ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.“ [6]
[1] Zwar weiß ich bereits aus Vorgender-Zeiten, daß Zahlen grammatikalisch weiblich sind, weshalb es „die Quadratzahl“ und „die um eins größere Zahl“ heißt. Dennoch wird selten „die Nachfolgerin“ oder gar „die größere Partnerin des Primzahlzwillings“ geschrieben. Darüber habe ich bis vor kurzem mikrofrauenfeindlich gar nicht nachgedacht, weil es mir gar nicht auffiel. Ich bleibe dabei: Die(♀) 46 ist der(♂) Nachfolger der(♀) 45.
[2] Allerletzt las ich einen Artikel, in dem binnen zweier kurzer Absätze mindestens sechsmal von Forschenden die Rede war. Diese Unfähigkeit, sich variabel auszudrücken, wäre mir beim Wort Forscher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Was sollte ich machen? Übelkeit unterdrücken oder kotzen?
[3] In der norddeutschen Arbeiterklasse ohne Dativ und Genitiv aufgewachsen, werde ich kein Jota von der alten Rechtschreibung und einer ungegenderten Denk- und Schreibweise abweichen. Über einen Wandel entscheidet die Mehrheit der deutschen Sprecher, die sich leider auch etwas aufdrücken läßt.
[4] Die kleinste ungerade Teilerprotze ist 945. Hat man sie, ist es nur noch eine Fleißaufgabe, die größte Zahl 991=945+46 zu finden, die man nicht als Summe von Teilerprotzen darstellen kann. Deutlich schwerer ist es, die größte nicht darstellbare Zahl 20161 zu finden, wenn nur zwei Summanden erlaubt sind.
[5] Relativsätze mit wo sind ein Baustein zu einer geschlechts- oder gar genderneutralen Sprache, zumal wo der, die, das, selbiger usw. vermeidet.
[6] Gerhard Zint: Bedeutung der Zahlen.
45 | 47 | Geschlecht
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6 7
wuerg, 01.08.2026 18:55
Vorgestern sah ich bei Youtube eine ausgesprochen schöne und ganz normal aussehende junge Frau, die gefragt wurde, was sie denn so beim CSD treibe. Ich rechnete mit geheimnisvollen Offenbarungen aus dem Tierreich, doch meinte sie, queer zu sein, weil sie andere unabhängig von ihrem Geschlecht lieben könne, aber nicht einfach bisexuell sei, da es auch queere Personen (so sagt man ja statt Menschen) sein dürften.
Schön, dachte ich, dann bin ich also auch queer, denn ich kann mir durchaus vorstellen, diese solchermaßen queere Frau nicht von der Bettkante zu stoßen. Sind durch diese Vererbung letztlich fast alle queer? Was also ist queer? Und da kam mir die Antwort in den Sinn: Sowas wie 6 7!
Schön, dachte ich, dann bin ich also auch queer, denn ich kann mir durchaus vorstellen, diese solchermaßen queere Frau nicht von der Bettkante zu stoßen. Sind durch diese Vererbung letztlich fast alle queer? Was also ist queer? Und da kam mir die Antwort in den Sinn: Sowas wie 6 7!
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Neobiota
wuerg, 31.07.2026 20:20
Wenn Youtube-Filmchen langweilig werden, sehe ich mir auch Kommentare an, die zumeist völlig für den Arsch sind. Doch heute las ich eine lustige Nostradamus untergeschobene Prophezeiung:
Sie werden über das Meer kommen wie die Heuschrecken, aber es werden keine Tiere sein. Sie werden ganze Landstriche plündern, Gefangene machen und Tod zurücklassen.
Sie werden über das Meer kommen wie die Heuschrecken, aber es werden keine Tiere sein. Sie werden ganze Landstriche plündern, Gefangene machen und Tod zurücklassen.
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Vielfalt ./. Vielfalt
wuerg, 26.07.2026 13:38
Man mag es mir nachsehen, wenn bei einem Anschlag nicht spontan „meine Gedanken bei den Opfern“ sind, und ich als Politiker befragt eine solche Phrase auch nicht raushauen würde, sondern vielmehr hoffte, daß nicht eine rechte Gruppierung oder ein auch nur mit Mühe rechts zu verortender Einzeltäter verantwortlich ist, denn 1000 ‚Brennpunkte‘ vor einer derart bedeutenden Wahl möchte ich nicht sehen
‚Glücklicherweise‘ handelte es sich wohl um einen Moslem [1], zwar ein deutscher, doch kein Nicht-Migrant (früher Biodeutscher). Immerhin ein Mann! Doch im Vordergrund sollte eigentlich stehen, daß er wieder einmal eine dicke Akte bei Polizei und Verfasungsschutz hat und wohl nach Verbüßung einer lappedudeligen Jugendstrafe gerade aus dem Gefängnis in eine Wohnung entlassen wurde, auf die andere Berliner lange warten müssen.
Alleinstellungsmerkmal dieser Tat ist die Zielgruppe. Nicht irgendwelche Menschen auf Festen oder im Park, sondern vielfältige Demonstranten und derer Schaulustige, die letzlich Opfer unseres Wohlgefallens an vielfältig Unzivilisierten wurden. Kein Einzelfall, sondern gestriger Schlußpunkt einer Reihe, die sich schon am heutigen Tage fortsetzen wird. Auch diesmal natürlich Zufallsopfer, doch aus einer Gruppe, die sich intersektional ihren Mördern an den Hals wirft.
[1] Selbst ein rechts angehauchter Youtuber meinte, man müsse von einem islamistischen, nicht einem muslimen Anschlag sprechen. Zwar sind unsere Umtriebe vergangener Jahrhunderte im heutigen Sprachgebrauch nicht mehr christlich zu nennen, doch katholikistisch habe ich noch nicht gehört. Damals wie heute sehe ich Ablenkung, Duldung, Unterstützung und klammheimliche Freude auch unbeteiligter Glaubensbrüder und -schwestern, wenn letztere auch nicht nur diese Drecksarbeit den Männern überlassen.
‚Glücklicherweise‘ handelte es sich wohl um einen Moslem [1], zwar ein deutscher, doch kein Nicht-Migrant (früher Biodeutscher). Immerhin ein Mann! Doch im Vordergrund sollte eigentlich stehen, daß er wieder einmal eine dicke Akte bei Polizei und Verfasungsschutz hat und wohl nach Verbüßung einer lappedudeligen Jugendstrafe gerade aus dem Gefängnis in eine Wohnung entlassen wurde, auf die andere Berliner lange warten müssen.
Alleinstellungsmerkmal dieser Tat ist die Zielgruppe. Nicht irgendwelche Menschen auf Festen oder im Park, sondern vielfältige Demonstranten und derer Schaulustige, die letzlich Opfer unseres Wohlgefallens an vielfältig Unzivilisierten wurden. Kein Einzelfall, sondern gestriger Schlußpunkt einer Reihe, die sich schon am heutigen Tage fortsetzen wird. Auch diesmal natürlich Zufallsopfer, doch aus einer Gruppe, die sich intersektional ihren Mördern an den Hals wirft.
[1] Selbst ein rechts angehauchter Youtuber meinte, man müsse von einem islamistischen, nicht einem muslimen Anschlag sprechen. Zwar sind unsere Umtriebe vergangener Jahrhunderte im heutigen Sprachgebrauch nicht mehr christlich zu nennen, doch katholikistisch habe ich noch nicht gehört. Damals wie heute sehe ich Ablenkung, Duldung, Unterstützung und klammheimliche Freude auch unbeteiligter Glaubensbrüder und -schwestern, wenn letztere auch nicht nur diese Drecksarbeit den Männern überlassen.
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Kontaktschuld
wuerg, 22.07.2026 16:46
Ich habe mich beim Che zu einem Kommentar zu seinen Ausführungen über das soziale Geschlecht hinreißen lassen. Dankenswerterweise ist er darauf eingegangen. Natürlich erwartete ich nicht, er würde nach Jahrzehnten der Beschäftigung mit derartigen Themen mir einfach zustimmen. Andere blieben lieber stumm, hatten kein Interesse oder fürchteten die Kontaktschuld.
So bin ich dankbar, daß der wohl auch in dieser Angelegenheit abtrünnige, aber noch nicht übergelaufene Bersarin sich mit einem ebenfalls kritischen, meinem zwar nicht unter-, aber nebengeordneten Kommentar zu Wort meldete und so anderen die Gelegenheit bot, sich ohne Angst zu äußern. Dankenswerterweise vermied er darin das überhebliche Wort Identität für alte Eigenschaften und neue Erfindungen.
Ich will dort keinen mit weiteren Einlassungen zu Identität, Gleichheit, Äquivalenz, Gleichwertigkeit, Willkür und Schwachsinn verschrecken, bin Jens Spahn aber dankbar, Benennung, Besprechung und letztlich auch Abschaffung von Auswüchsen einen Schritt voran gebracht zu haben. Die Kontaktschuld schwindet, die Angst vor der eigenen Meinung ebenfalls, selbst wenn es bei vielen nur rechtzeitige Anpassung an kommende Verhältnisse ist.
So bin ich dankbar, daß der wohl auch in dieser Angelegenheit abtrünnige, aber noch nicht übergelaufene Bersarin sich mit einem ebenfalls kritischen, meinem zwar nicht unter-, aber nebengeordneten Kommentar zu Wort meldete und so anderen die Gelegenheit bot, sich ohne Angst zu äußern. Dankenswerterweise vermied er darin das überhebliche Wort Identität für alte Eigenschaften und neue Erfindungen.
Ich will dort keinen mit weiteren Einlassungen zu Identität, Gleichheit, Äquivalenz, Gleichwertigkeit, Willkür und Schwachsinn verschrecken, bin Jens Spahn aber dankbar, Benennung, Besprechung und letztlich auch Abschaffung von Auswüchsen einen Schritt voran gebracht zu haben. Die Kontaktschuld schwindet, die Angst vor der eigenen Meinung ebenfalls, selbst wenn es bei vielen nur rechtzeitige Anpassung an kommende Verhältnisse ist.
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Auferstanden aus Ruinen
wuerg, 15.07.2026 21:22
Auf einer AfD-Veranstaltung machte der Kabarettist Uwe Steimle ein paar Witze, die er besser gelassen hätte und in mir den Gedanken aufblitzen ließen, er sei die Sarah Bosetti der Rechten. Auch das mit Siegmund und Chrupalla wohl nicht abgesprochene Absingen der ostdeutschen Nationalhymne hätte ich gelassen, denn man weiß nicht, was stärker wirkt, das Entsetzen der Gesamtbevölkerung oder die Ostalgie der demnächst zur Wahl Aufgerufenen.
Aber schön, daß in der nachfolgenden Diskussion nun zur Sprache kommt, daß der Text in der DDR wie die ersten Strophen des Deutschlandliedes zwar nicht verboten war, doch nicht mehr zu offiziellen Anlässen gesungen werden durfte, ähnlich der Deutschlandfahne heute.
Heidewitzka, Herr Kapitän
Aber schön, daß in der nachfolgenden Diskussion nun zur Sprache kommt, daß der Text in der DDR wie die ersten Strophen des Deutschlandliedes zwar nicht verboten war, doch nicht mehr zu offiziellen Anlässen gesungen werden durfte, ähnlich der Deutschlandfahne heute.
Heidewitzka, Herr Kapitän
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Geschäftsordnung
wuerg, 11.07.2026 16:24
Wer jemals in einer Partei auch nur etwas aktiv war, kennt sie, die Beidarmigen mit ihren Anträgen zur Geschäftsordnung. Als Delegierte auf Parteitagen lungern diese immer gleichen gerne in der Nähe des Mikrophons herum. Wer sich die Übertragung des AfD-Parteitages angesehen hat, weiß, daß nach spätestens zwei Redebeiträgen ein Antrag auf Ende der Debatte, zumindest Schließung der Rednerliste gestellt wird. Oft ist das zielführend und zeitsparend, wenn so und so klar ist, wie die nachfolgende Abstimmung ausfallen wird.
Eine Steigerung besteht darin, sich bessere Durchsetzungschancen zu sichern, indem man zuvor die Geschäftsordnung oder andere Vorschriften ändert. Das ist ein immer beliebter werdendens Mittel, die AfD auszugrenzen. Eine leichte Übung besteht darin, mit einfacher Mehrheit Einspruchsmöglichkeiten oder Minderheitenrechte zu beschneiden. Begleitend kann man sie von finanziellen Zuwendungen fernhalten, ihnen Posten verwehren, gar nachträglich aberkennen.
Noch glücklicher kann man sich schätzen, mit Zweidrittelmehrheit nicht nur die Geschäftsordnung ändern und einfache Gesetze beschließen, sondern selbst die Verfassung anpassen zu können. Fall auf Linie gebrachte Verfassungsgerichte wider Erwarten einschreiten, ist zumindest teilweise der beabsichtigte Schaden bereits entstanden. Paradebeispiel war die Auflösung der Schuldenbremse mit einer bereits abgewählten Mehrheit.
So liegt die Schnapsidee nahe, für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt eine Zweidrittelmehrheit vorzusehen, solange man sie noch selbst hat. Würde das nicht vom Verfassungsgericht kassiert, könnte Sven Schulze nicht auf ewig, aber vier Jahre oder bis zu seinem Tode weiterregieren. Danach wäre Sachsen-Anhalt führungslos, solange die AfD gemeinsam mit anderen, denen dieser Zustand ebenfalls auf den Keks gehen wird, nicht die Zweidrittelmehrheit erreicht.
Um das gleiche ohne Verfassungsänderung zu bewirken, ist zumindest eine absolute Mehrheit der AfD zu verhinden. Ich hoffe, es gelingt nicht. Falls doch, bleiben BSW und Überläufer aus der CDU. Alternativ die SPD unter die Fünfprozent-Hürde zu drücken, wird wohl nicht gelingen, da viele Wähler aus Mitleid oder ‚strategisch‘ denkend das verhindern werden.
Eine Steigerung besteht darin, sich bessere Durchsetzungschancen zu sichern, indem man zuvor die Geschäftsordnung oder andere Vorschriften ändert. Das ist ein immer beliebter werdendens Mittel, die AfD auszugrenzen. Eine leichte Übung besteht darin, mit einfacher Mehrheit Einspruchsmöglichkeiten oder Minderheitenrechte zu beschneiden. Begleitend kann man sie von finanziellen Zuwendungen fernhalten, ihnen Posten verwehren, gar nachträglich aberkennen.
Noch glücklicher kann man sich schätzen, mit Zweidrittelmehrheit nicht nur die Geschäftsordnung ändern und einfache Gesetze beschließen, sondern selbst die Verfassung anpassen zu können. Fall auf Linie gebrachte Verfassungsgerichte wider Erwarten einschreiten, ist zumindest teilweise der beabsichtigte Schaden bereits entstanden. Paradebeispiel war die Auflösung der Schuldenbremse mit einer bereits abgewählten Mehrheit.
So liegt die Schnapsidee nahe, für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt eine Zweidrittelmehrheit vorzusehen, solange man sie noch selbst hat. Würde das nicht vom Verfassungsgericht kassiert, könnte Sven Schulze nicht auf ewig, aber vier Jahre oder bis zu seinem Tode weiterregieren. Danach wäre Sachsen-Anhalt führungslos, solange die AfD gemeinsam mit anderen, denen dieser Zustand ebenfalls auf den Keks gehen wird, nicht die Zweidrittelmehrheit erreicht.
Um das gleiche ohne Verfassungsänderung zu bewirken, ist zumindest eine absolute Mehrheit der AfD zu verhinden. Ich hoffe, es gelingt nicht. Falls doch, bleiben BSW und Überläufer aus der CDU. Alternativ die SPD unter die Fünfprozent-Hürde zu drücken, wird wohl nicht gelingen, da viele Wähler aus Mitleid oder ‚strategisch‘ denkend das verhindern werden.
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