Auferstanden aus Ruinen
wuerg, 15.07.2026 21:22
Auf einer AfD-Veranstaltung machte der Kabarettist Uwe Steimle ein paar Witze, die er besser gelassen hätte und in mir den Gedanken aufblitzen ließen, er sei die Sarah Bosetti der Rechten. Auch das mit Siegmund und Chrupalla wohl nicht abgesprochene Absingen der ostdeutschen Nationalhymne hätte ich gelassen, denn man weiß nicht, was stärker wirkt, das Entsetzen der Gesamtbevölkerung oder die Ostalgie der demnächst zur Wahl Aufgerufenen.
Aber schön, daß in der nachfolgenden Diskussion nun zur Sprache kommt, daß der Text in der DDR wie die ersten Strophen des Deutschlandliedes zwar nicht verboten war, doch nicht mehr zu offiziellen Anlässen gesungen werden durfte, ähnlich der Deutschlandfahne heute.
Heidewitzka, Herr Kapitän
Aber schön, daß in der nachfolgenden Diskussion nun zur Sprache kommt, daß der Text in der DDR wie die ersten Strophen des Deutschlandliedes zwar nicht verboten war, doch nicht mehr zu offiziellen Anlässen gesungen werden durfte, ähnlich der Deutschlandfahne heute.
Heidewitzka, Herr Kapitän
... link (1 Kommentar) ... comment
Geschäftsordnung
wuerg, 11.07.2026 16:24
Wer jemals in einer Partei auch nur etwas aktiv war, kennt sie, die Beidarmigen mit ihren Anträgen zur Geschäftsordnung. Als Delegierte auf Parteitagen lungern diese immer gleichen gerne in der Nähe des Mikrophons herum. Wer sich die Übertragung des AfD-Parteitages angesehen hat, weiß, daß nach spätestens zwei Redebeiträgen ein Antrag auf Ende der Debatte, zumindest Schließung der Rednerliste gestellt wird. Oft ist das zielführend und zeitsparend, wenn so und so klar ist, wie die nachfolgende Abstimmung ausfallen wird.
Eine Steigerung besteht darin, sich bessere Durchsetzungschancen zu sichern, indem man zuvor die Geschäftsordnung oder andere Vorschriften ändert. Das ist ein immer beliebter werdendens Mittel, die AfD auszugrenzen. Eine leichte Übung besteht darin, mit einfacher Mehrheit Einspruchsmöglichkeiten oder Minderheitenrechte zu beschneiden. Begleitend kann man sie von finanziellen Zuwendungen fernhalten, ihnen Posten verwehren, gar nachträglich aberkennen.
Noch glücklicher kann man sich schätzen, mit Zweidrittelmehrheit nicht nur die Geschäftsordnung ändern und einfache Gesetze beschließen, sondern selbst die Verfassung anpassen zu können. Fall auf Linie gebrachte Verfassungsgerichte wider Erwarten einschreiten, ist zumindest teilweise der beabsichtigte Schaden bereits entstanden. Paradebeispiel war die Auflösung der Schuldenbremse mit einer bereits abgewählten Mehrheit.
So liegt die Schnapsidee nahe, für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt eine Zweidrittelmehrheit vorzusehen, solange man sie noch selbst hat. Würde das nicht vom Verfassungsgericht kassiert, könnte Sven Schulze nicht auf ewig, aber vier Jahre oder bis zu seinem Tode weiterregieren. Danach wäre Sachsen-Anhalt führungslos, solange die AfD gemeinsam mit anderen, denen dieser Zustand ebenfalls auf den Keks gehen wird, nicht die Zweidrittelmehrheit erreicht.
Um das gleiche ohne Verfassungsänderung zu bewirken, ist zumindest eine absolute Mehrheit der AfD zu verhinden. Ich hoffe, es gelingt nicht. Falls doch, bleiben BSW und Überläufer aus der CDU. Alternativ die SPD unter die Fünfprozent-Hürde zu drücken, wird wohl nicht gelingen, da viele Wähler aus Mitleid oder ‚strategisch‘ denkend das verhindern werden.
Eine Steigerung besteht darin, sich bessere Durchsetzungschancen zu sichern, indem man zuvor die Geschäftsordnung oder andere Vorschriften ändert. Das ist ein immer beliebter werdendens Mittel, die AfD auszugrenzen. Eine leichte Übung besteht darin, mit einfacher Mehrheit Einspruchsmöglichkeiten oder Minderheitenrechte zu beschneiden. Begleitend kann man sie von finanziellen Zuwendungen fernhalten, ihnen Posten verwehren, gar nachträglich aberkennen.
Noch glücklicher kann man sich schätzen, mit Zweidrittelmehrheit nicht nur die Geschäftsordnung ändern und einfache Gesetze beschließen, sondern selbst die Verfassung anpassen zu können. Fall auf Linie gebrachte Verfassungsgerichte wider Erwarten einschreiten, ist zumindest teilweise der beabsichtigte Schaden bereits entstanden. Paradebeispiel war die Auflösung der Schuldenbremse mit einer bereits abgewählten Mehrheit.
So liegt die Schnapsidee nahe, für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt eine Zweidrittelmehrheit vorzusehen, solange man sie noch selbst hat. Würde das nicht vom Verfassungsgericht kassiert, könnte Sven Schulze nicht auf ewig, aber vier Jahre oder bis zu seinem Tode weiterregieren. Danach wäre Sachsen-Anhalt führungslos, solange die AfD gemeinsam mit anderen, denen dieser Zustand ebenfalls auf den Keks gehen wird, nicht die Zweidrittelmehrheit erreicht.
Um das gleiche ohne Verfassungsänderung zu bewirken, ist zumindest eine absolute Mehrheit der AfD zu verhinden. Ich hoffe, es gelingt nicht. Falls doch, bleiben BSW und Überläufer aus der CDU. Alternativ die SPD unter die Fünfprozent-Hürde zu drücken, wird wohl nicht gelingen, da viele Wähler aus Mitleid oder ‚strategisch‘ denkend das verhindern werden.
... link (0 Kommentare) ... comment
95 ¢
wuerg, 09.07.2026 16:51
Ich habe mich nur ungern und selten durch Portale gewühlt, wo die Arbeit auf mich verlagern. Auch bei Amazon und Konsorten habe ich dieses Jahr noch nichts bestellt. Da viele auch keine elektronische Anschrift nennen, schrieb ich gelegentlich an das Impressum. Doch vor zwei Wochen habe ich wieder 95 Cent investiert, um mich schriftlich zu beklagen, denn ein Brief muß abgelegt, andernfalls zumindest gescant werden, ist also schlecht zu ignorieren.
Ab heute Nachmitag werde ich davon regelmäßig Gebrauch machen, auch wenn die soeben beschlossene Chat-Kontrolle mehr auf das zielt, was man auf dem Mobiltelefon verschiedenen Kommunikationsdiensten anvertraut, denn was ich hier schreibe, kann so und so jedermann lesen, sollte es sogar, macht es aber immer weniger. Sollte ein selbsternannter Tugendwächter wie auf Twitter geschehen, etwas beanstanden, kann er zumindest einigermaßen im Recht ohne weiteres meine Identität ermitteln lassen. Es würde sich nicht lohnen, denn ich bin so alt, daß jede Drohung verpufft.
1948 überschätzte George Orwell die Möglichkeiten des Jahres 1984 mit der Vorstellung, man könne dann Menschen flächendeckend elektronisch überwachen. Aber numehr ist die Zeit gekommen, da man über die Kapazitäten verfügt, jedes Wort auf ewig zu speichern. Zudem kann man diesen Zetabyte-Wust in kurzer Zeit ordnen, vollständig neu durchforsten und Mißliebigkeiten sofort aussondern. Und was 1984 noch geheim geschah, greift nun schamlos vor aller Augen um sich: Offensichtliche Verfahrenstricks wie mehrfache Abstimmung bis zum Wunschergebnis, Eilverfahren, Sommerpause und negative Mehrheit nebst Druck auf Abweichler, wenn nicht gar Bestechung. Die Guten sind so gut, sie müssen sich nicht rechtfertigen, an Sitte, Anstand, gar Recht halten.
Ab heute Nachmitag werde ich davon regelmäßig Gebrauch machen, auch wenn die soeben beschlossene Chat-Kontrolle mehr auf das zielt, was man auf dem Mobiltelefon verschiedenen Kommunikationsdiensten anvertraut, denn was ich hier schreibe, kann so und so jedermann lesen, sollte es sogar, macht es aber immer weniger. Sollte ein selbsternannter Tugendwächter wie auf Twitter geschehen, etwas beanstanden, kann er zumindest einigermaßen im Recht ohne weiteres meine Identität ermitteln lassen. Es würde sich nicht lohnen, denn ich bin so alt, daß jede Drohung verpufft.
1948 überschätzte George Orwell die Möglichkeiten des Jahres 1984 mit der Vorstellung, man könne dann Menschen flächendeckend elektronisch überwachen. Aber numehr ist die Zeit gekommen, da man über die Kapazitäten verfügt, jedes Wort auf ewig zu speichern. Zudem kann man diesen Zetabyte-Wust in kurzer Zeit ordnen, vollständig neu durchforsten und Mißliebigkeiten sofort aussondern. Und was 1984 noch geheim geschah, greift nun schamlos vor aller Augen um sich: Offensichtliche Verfahrenstricks wie mehrfache Abstimmung bis zum Wunschergebnis, Eilverfahren, Sommerpause und negative Mehrheit nebst Druck auf Abweichler, wenn nicht gar Bestechung. Die Guten sind so gut, sie müssen sich nicht rechtfertigen, an Sitte, Anstand, gar Recht halten.
... link (0 Kommentare) ... comment
Gegendemonstranten
wuerg, 06.07.2026 22:34
Ohne Gespür und Wissen ist es mitunter nicht leicht, einem zusammengesetzten Wort zu entnehmen, in welcher Beziehung dessen Teile stehen. So versammelten sich bisher Gegendemonstranten, um sich am Rande einer Demonstration gegen diese zu wenden. In den letzten Tagen aber gefiel man sich darin, bereits ein Gegendemonstrant zu sein, wenn man nur gegen etwas ist und das auch demonstriert. Mit dem AfD-Parteitag am vergangenen Wochenende scheint dieser Wechsel vollzogen, jedenfalls in den Hirnen Geisteskranker.
Und so ist es wunderbar zu sehen, wie eine jetzt allseits bekannte Frau, die besser bei ihren Aktien geblieben wäre, mit ihrer Anbiederung an die von den Staatsmedien bevorzugte Lesart voll auf die Schnauze fiel. Offensichtlich hatte sie nur eine Überschrift der Bildzeitung zu Übergriffen von Gegendemonstranten auf Journalisten gelesen. Und welcher Couleur müssen die gewesen sein, wenn die Demonstranten doch Antifaschisten waren? Prompt verurteilte sie die Übergriffe auf Schärfste und vermißte eine Distanzierung der AfD, obwohl Alice Weidel sich dazu schon am Vortage deutlich geäußert hatte.
Über diese Peinlichkeit könnte ich wie ihre Mitdiskutanten im Bayrischen Rundfunk hinwegsehen. Es ist aber ein wunderbar ausgearbeitetes Beispiel für die sonst nur hypothetisch in den Raum gestellte Umkehrung: Was würde in den Medien losbrechen, wieviele Brennpunkte gäbe es, wenn die AfD mit derart schäbigen Methoden vorginge, wie sie unter unseren Demokraten sozial anerkannt sind?
Und so ist es wunderbar zu sehen, wie eine jetzt allseits bekannte Frau, die besser bei ihren Aktien geblieben wäre, mit ihrer Anbiederung an die von den Staatsmedien bevorzugte Lesart voll auf die Schnauze fiel. Offensichtlich hatte sie nur eine Überschrift der Bildzeitung zu Übergriffen von Gegendemonstranten auf Journalisten gelesen. Und welcher Couleur müssen die gewesen sein, wenn die Demonstranten doch Antifaschisten waren? Prompt verurteilte sie die Übergriffe auf Schärfste und vermißte eine Distanzierung der AfD, obwohl Alice Weidel sich dazu schon am Vortage deutlich geäußert hatte.
Über diese Peinlichkeit könnte ich wie ihre Mitdiskutanten im Bayrischen Rundfunk hinwegsehen. Es ist aber ein wunderbar ausgearbeitetes Beispiel für die sonst nur hypothetisch in den Raum gestellte Umkehrung: Was würde in den Medien losbrechen, wieviele Brennpunkte gäbe es, wenn die AfD mit derart schäbigen Methoden vorginge, wie sie unter unseren Demokraten sozial anerkannt sind?
... link (0 Kommentare) ... comment
Ackergaul – Turnierpferd
wuerg, 04.07.2026 16:30
Heute Neuwahlen der AfD. Draußen laufen ein paar Gewalttäter herum, unterstützt durch Teilnehner einer kostenfreien Kaffeefahrt. Drinnen Ruhe, aber auch Kontroverse, nicht gewalttätig, sondern demokratisch: Gegen den alten Schatzmeister Carsten Hütter, der einen langweiligen Kassenbericht vortrug und sich selbst als Ackergaul sieht, tritt der von ihm Turnierpferd genannte Hannes Gnauk an. Wahl und Stichwahl erfolglos, beide knapp unter 50%. Im neu aufgesetzten Wahlverfahren keine Rückzieher, keine weiteren Bewerber, und das Turnierpferd siegt.
Zwar kennt die AfD, daß man als Erstplazierter die Stichwahl verlieren kann, doch fehlten dem Ackergaul nur wenige Promille aus Enthaltungen und Gegenstimmen. Die entschieden sich kaum für das Turnierpferd. Vielmehr sprangen im zweiten Wahlgang wohl einige, im dritten weitere vom Ackergaul. Ich kann es nachvollziehen: Nach der frechen Rede des Turnierpferdes hätte ich das Ackergaul gewählt, als solches aber spätestens nach der knapp verlorenen Stichwahl zurückgezogen, auch wenn der Gegner gleichfalls die 50% verfehlte. [1]
So sah ich seine Zeit gekommen. Und es kam, wie es kommen mußte: Auch dieses Ackergaul war nicht mit dem Gnadenbrot zufrieden, sondern hielt sich für derart unentbehrlich, daß es sogar zum Stellvertreter des Turnierpferdes kandidierte und deutlich durchfiel. Scheitern statt eines glorreichen Abganges. So hart, wenn auch frei von körperlicher Gewalt ist das Parteileben in polizeigeschützen Versammlungen.
[1] Aber nein, Carsten Hütter setzte seinen Niedergang fort:
Zwar kennt die AfD, daß man als Erstplazierter die Stichwahl verlieren kann, doch fehlten dem Ackergaul nur wenige Promille aus Enthaltungen und Gegenstimmen. Die entschieden sich kaum für das Turnierpferd. Vielmehr sprangen im zweiten Wahlgang wohl einige, im dritten weitere vom Ackergaul. Ich kann es nachvollziehen: Nach der frechen Rede des Turnierpferdes hätte ich das Ackergaul gewählt, als solches aber spätestens nach der knapp verlorenen Stichwahl zurückgezogen, auch wenn der Gegner gleichfalls die 50% verfehlte. [1]
So sah ich seine Zeit gekommen. Und es kam, wie es kommen mußte: Auch dieses Ackergaul war nicht mit dem Gnadenbrot zufrieden, sondern hielt sich für derart unentbehrlich, daß es sogar zum Stellvertreter des Turnierpferdes kandidierte und deutlich durchfiel. Scheitern statt eines glorreichen Abganges. So hart, wenn auch frei von körperlicher Gewalt ist das Parteileben in polizeigeschützen Versammlungen.
[1] Aber nein, Carsten Hütter setzte seinen Niedergang fort:
Hannes Carsten Alexander
Gnauk Hütter Jungbluth Nein Enth.
1. Wahlgang 46,03% 49,04% 4,33% 0,54%
Stichwahl 48,38% 48,20% 3,42% 0,54%
2. Wahlgang 50,95% 44,90% 4,23% 0,18%
Stellvertreter 32,95% 65,90% 1,16% 0,57%
Im Gegensatz zur AfD hätte ich es bei einer Nachkommastelle bewenden lassen, da jeder Delegierte mit knapp 2‰ zu Buche schlägt.... link (0 Kommentare) ... comment
Rerouting
wuerg, 27.06.2026 17:06
Inzwischen nimmt ja die Zahl derer zu, die wissen, was ein Hub ist. Und das nicht nur, weil sie einen auf dem Schreitisch haben, um die zahlreichen Geräte bis hin zum Tassenwärmer zu steuern. Heutzutage sind es sogar Switche. Und viele haben auch ein Router genanntes Gerät im Flur stehen, das Gott sei Dank im Gegensatz zu großen Netzwerken nur wenige Routen bewältigen muß. Fällt dieser Router aus, nimmt ihm keiner die Arbeit ab.
Das ist in großen Netzwerken natürlich anders. Und dank unserer Bahn und ihres Totalausfalles wissen wir nun, wie wichtig ein funktionierendes Rerouting ist, vor allem dann, wenn eine Komponente ausfällt oder gar abgebaut wird, was auch bei schlichtem Stromausfall ein funktionierendes Netzwerk nur kurz zucken lassen sollte. Dieses Rerouting findet dauernd statt, nicht nur, um fahrende Züge zu verfolgen, auch um Langsamkeiten und Überlastung auszugleichen oder einfach nur Geld zu sparen. Und mich wundert nicht, daß gerade deshalb bei der Bahn der Tausch nur eines Routers in einer Katastrophe endete.
Ich nehme einmal an, daß die Abschaltung eines Routers allein dank eines funktionierenden Reroutings keine Probleme bereitete, sollte das doch jedes Jahr einmal gestestet werden, indem man ihn einfach ohne Vorwarnung ausschaltet. Vielmehr wird der neue Router dank einer Super-Duper-Software oder mangelnder Konfiguration einfach Chaos im Gesamtsystem angerichtet haben. Die Fehlerbehebung ist also ganz einfach: Neuen Router ausschalten, evtl. alten wieder in Betrieb nehmen.
Aber wie kommt man auf auf solche Fehlerursachen? Sehr, sehr oft durch die ehrliche Beantwortung der Frage: Was wurde in letzter Zeit oder gar soeben geändert? So diese Frage überhaupt gestellt wird, halten sich alle bedeckt und das Maul. Also beschäftigt man teuere Spezialisten und Fremdfirmen, um die Ursache zu finden, die sich fast immer als völlig banal, oftmals bekannt herausstellt. Ähnlich den polizeibekannten Tätern, die sich hinter dem unsichtbaren Elefanten verstecken.
Warum schreibe ich das? Weil es mir ähnlich widerfahren ist. Plötzlich wurden unsere sechs Datex‑P-Router teilweise sehr lahmarschig. Teure Spezialisten suchten nach dem Fehler, ich schrieb Software, um die Netzauslastung zu überwachen. Und was war nach vielen, vielen Tagen das Ergebnis? Alle Router wurden mit eine Super-Duper-Software ausgestattet, um sie gleichmäßig auszulasten. Die hatte völlig versagt. Ständig schob der eine die Arbeit auf einen anderen ab.
Und was mußte ich mir nicht sagen lassen, aber selbst vorwerfen? Nicht dafür Sorge getragen zu haben, daß ich über alle Arbeiten informiert werde, auch wenn sie von Schreibtischtätern über mir in die Wege geleitet wurden. Ich vertraute darauf, daß sündhaft teure Mitarbeiter von Fremdfirmen wissen, was sie tun, und ihre Fehler nicht tagelang von denen einer anderen Firma suchen lassen. Das ist nicht die versehentliche Abschaltung mehrerer redundanter Verbindungen gleichzeitig oder unbeabsichtigtes Herunterfahren eines Rechners, der in zehn Minuten wieder läuft, sondern großräumig angelegte Unfähigkeit.
Das ist in großen Netzwerken natürlich anders. Und dank unserer Bahn und ihres Totalausfalles wissen wir nun, wie wichtig ein funktionierendes Rerouting ist, vor allem dann, wenn eine Komponente ausfällt oder gar abgebaut wird, was auch bei schlichtem Stromausfall ein funktionierendes Netzwerk nur kurz zucken lassen sollte. Dieses Rerouting findet dauernd statt, nicht nur, um fahrende Züge zu verfolgen, auch um Langsamkeiten und Überlastung auszugleichen oder einfach nur Geld zu sparen. Und mich wundert nicht, daß gerade deshalb bei der Bahn der Tausch nur eines Routers in einer Katastrophe endete.
Ich nehme einmal an, daß die Abschaltung eines Routers allein dank eines funktionierenden Reroutings keine Probleme bereitete, sollte das doch jedes Jahr einmal gestestet werden, indem man ihn einfach ohne Vorwarnung ausschaltet. Vielmehr wird der neue Router dank einer Super-Duper-Software oder mangelnder Konfiguration einfach Chaos im Gesamtsystem angerichtet haben. Die Fehlerbehebung ist also ganz einfach: Neuen Router ausschalten, evtl. alten wieder in Betrieb nehmen.
Aber wie kommt man auf auf solche Fehlerursachen? Sehr, sehr oft durch die ehrliche Beantwortung der Frage: Was wurde in letzter Zeit oder gar soeben geändert? So diese Frage überhaupt gestellt wird, halten sich alle bedeckt und das Maul. Also beschäftigt man teuere Spezialisten und Fremdfirmen, um die Ursache zu finden, die sich fast immer als völlig banal, oftmals bekannt herausstellt. Ähnlich den polizeibekannten Tätern, die sich hinter dem unsichtbaren Elefanten verstecken.
Warum schreibe ich das? Weil es mir ähnlich widerfahren ist. Plötzlich wurden unsere sechs Datex‑P-Router teilweise sehr lahmarschig. Teure Spezialisten suchten nach dem Fehler, ich schrieb Software, um die Netzauslastung zu überwachen. Und was war nach vielen, vielen Tagen das Ergebnis? Alle Router wurden mit eine Super-Duper-Software ausgestattet, um sie gleichmäßig auszulasten. Die hatte völlig versagt. Ständig schob der eine die Arbeit auf einen anderen ab.
Und was mußte ich mir nicht sagen lassen, aber selbst vorwerfen? Nicht dafür Sorge getragen zu haben, daß ich über alle Arbeiten informiert werde, auch wenn sie von Schreibtischtätern über mir in die Wege geleitet wurden. Ich vertraute darauf, daß sündhaft teure Mitarbeiter von Fremdfirmen wissen, was sie tun, und ihre Fehler nicht tagelang von denen einer anderen Firma suchen lassen. Das ist nicht die versehentliche Abschaltung mehrerer redundanter Verbindungen gleichzeitig oder unbeabsichtigtes Herunterfahren eines Rechners, der in zehn Minuten wieder läuft, sondern großräumig angelegte Unfähigkeit.
... link (0 Kommentare) ... comment
Erdbeben
wuerg, 25.06.2026 10:32
Heute Nacht vier Erdbeben, zwei davon mit katastrophalen Folgen in Venezuela. Friedrich Merz wurde sofort geweckt, hat THW und Bundeswehr alarmiert, zehn Flugzeuge mit Suchhunden, Trinkwasser und Zelten sind unterwegs. Das war ein Spaß, nichts ist passiert, wir haben mit dem Russen ja erst in sechs Jahren gerechnet. Sind uns die Bilder aus Venezuela Ansporn und Vorbild nun für Deutschland, das leichter wieder aufzubauen denn zu reformieren ist?
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories
