Periodensystem
Heute ist bekannt, warum sich die chemischen Elemente in einer gewissen Ordnung in Form eines Periodensystems aufschreiben lassen. Weil die chemischen Eigenschaften im wesentlichen von den Elektronen abhängen, bei gleicher äußerer Konfiguration ähnliche Eigenschaften auftreten und sie sich in Schalen n=1,2,3,4,5,6,... (K,L,M,N,O,P...) tummeln, die n Unterschalen l=0,1,2,3,…,n-1 (s,p,d,f,g,h...) haben mit bis zu 2l+1 Elektronenpaaren.
K  2                     2


L  2  6                  8
     /
    /
M  2  6 10              18
     /  /
    /  /
N  2  6 10 14           32
     /  /  /
    /  /  /
O  2  6 10 14 18        50
     /  /  /  /
    /  /  /  /
P  2  6 10 14 18 22     64
     /  /  /  /  /
    /  /  /  /  /
Q  2  6 10 14 18 22 26  98

   s  p  d  f  g  h  i
Doch werden die freien Plätze nicht schalenweise belegt. Ab dem 19. Element Kalium erkennt man das durch die schrägen Linien angedeutete Belegungsprinzip, das die Elemete wie folgt in Gruppen gliedert
2 | 2 6 | 2 6 | 2 10 6 | 2 10 6 | 2 14 10 6 | 2 14 10 6 | ...
Ein senkrechter Strich steht hinter den Edelgasen, nach denen eine neue Schale in Angriff genommen und eine neue Zeile im modernen Periodensystem begonnen wird, das nach dem Schema wie folgt aussehen müßte:
ss
ss                                          pppppp
ss                                          pppppp
ss                                ddddddddddpppppp
ss                                ddddddddddpppppp
ss                  ffffffffffffffddddddddddpppppp
ss                  ffffffffffffffddddddddddpppppp
ssggggggggggggggggggffffffffffffffddddddddddpppppp
ssggggggggggggggggggffffffffffffffddddddddddpppppp
Das ist auch die Basis der heutigen Darstellung, wie man sie auch in der Wikipedia findet:
s                                 s
s s                     p p p p p p
s s                     p p p p p p
s s d d d d d d d d d d p p p p p p
s s d d d d d d d d d d p p p p p p
s s * d d d d d d d d d p p p p p p
s s * d d d d d d d d d p p p p p p
Glücklicherweise kommen in der Natur nur Elemente mit s,p,d,f vor. Und die Ersetzung des * durch eine Reihe von jeweils 15 Elementen (0-14 f-Elektronen) umschifft ein kleines Problem mit der Realität: Spätestens ab dem 57. Element Lanthan, eigentlich schon ab dem 24. Element Chrom hält die Natur das Schema nicht immer ein. Ich persönlich bevorzuge deshalb die klassische Darstellung

IIIIIIIVVVIVIIVII
1.ss
2.sspppppp
3.sspppppp
4.ssdddddddd
ddpppppp
5.ssdddddddd
ddpppppp
6.ssf*ddddddd
ddpppppp
7.ssffff

worin der Stern für die 14 Lanthaniden fffffffffffffd steht. Es trifft besser die Realität, weil an den fetten Stellen Ausnahmen vom sturen Schema sitzen, ein d eher ein s ist und ein f eher ein d. Das verwundert nicht, denn das Periodensystem wurde aus den chemischen Eigenschaften heraus entwickelt, bevor die theoretischen Grundlagen bekannt waren.

An dieser Stelle hätte ich ein gewisses Verständnis für Kritik an den Wissenschaftlern, sie würden ihr Schema über die Realität stellen, hier ein Besetzungsschema der theoretischen Physik den praktischen Ergebnissen der Chemie vorziehen. Doch ehrlicherweise muß man sagen: Nicht die Esoteriker haben die vielen Unregelmäßigkeiten erforscht, sondern die Wissenschaftler. Ihnen ist deshalb eine schematische Denkhilfe gestattet. Für weniger erhellend halte ich andere Schemata. So betrachtet Peter Plichta nur die Hauptgruppenelemente (s und p) der 81 stabilen Elemente

GruppeIIIIIIIVVVIVIIVIII
1. Periode12
2. Periode345678910
3. Periode1112131415161718
4. Periode1920313233343536
5. Periode3738495051525354
6. Periode5556818283

und stellt fest, daß es 1+19+19 sind. Zunächst der Wasserstoff als eigentlich gruppenlose Ausnahme, dann 19 Elemente bis zur ersten Unterbrechung mit 10 Nebengruppenelementen (d) und schließlich die restlichen 19 bis zum letzten stabilen Element Wismut mit der Nummer 83, denn das 43. Element Technetium und das 61. Element Promethium sind nicht stabil. Von 43 bis 61 sind es 19 Elemente, das 19. Element Kalium ist das erste mit einer unvollständigen inneren Schale, und bis zum Lanthan mit der Nummer 57=3*19 bleibt die f-Untersschale frei.

Einmal davon abgesehen, daß Wismut eigentlich auch nicht stabil ist, handelt es sich dabei um eine nette Spielerei, wohl aber nicht um einen göttlichen Plan für ein Periodensystem. Die Zahlen 19 und 81 generieren nicht die Natur. Und umgekehrt kommen sie auch nur auf einem sehr langen Weg heraus, nämlich durch zählen, suchen und zurechtrücken.

19 | 81 | Plichta

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Elemente des Glaubens
Die Natur rechnet nicht. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit. Die Natur funktioniert nach uns letztlich unbekannten Prinzipen, aus denen heraus sich oftmals ein durch Rechenformeln angenähertes Verhalten einstellt. Wer dies einfache Erkenntnis mit deutlich mehr Nachdruck verbreitet als ich es gerade tue, will möglicherweise sagen, daß die bösen Physiker sich für die Natur nur interessieren, soweit sie mit ihren Formeln im Einklang steht, und blind sind für die ihre Rechnungen übersteigenden Zusammenhänge. Schnell sind solche Jungs dabei, die von den Naturwissenschaftlern gelassene Lücke zu füllen, mit null, eins und unendlich, mit Materie, Geist und Energie, mit Yin, Yang und Orgon. Viele erklären uns damit die ganze Welt, einige können sogar von diesen Prinzipien getriebene Motoren bauen.

Besonders aufgefallen ist mir die Binsenweisheit, die Natur rechne nicht, mit dem Zusatz, sie zähle nur. Was soll uns das sagen? Warum sollte sie zählen? Ergeben sich Zählungen nicht in der gleichen Art und Weise aus den grundlegenden Prinzipien wie auch die Formeln aus ihnen entstehen? Zunächst ist der pythagoreische Grundgedanke gemeint, die Grundlage der Natur seien Zahlen und ihren Beziehungen. Diese Vermutung oder Hoffnung hege auch ich, eindeutige Belege dafür sind mir allerdings nicht bekannt, zumal unser Makrokosmos ein so komplexes Gebilde darstellt, daß mögliche Zahlprinzipen ihm kaum unmittelbar zu entnehmen sind. Anders einige Esoteriker, die unsere Natur auch im Alltag zählen sehen. Überall finden sie Zahlprinzipien, als seien sie das Ziel der Schöpfung.

Besonders die Chemiker unter ihnen begeben sich dazu gerne auf die Ebene der Atome und lassen unbedarfte Gemüter glauben, diese unterlägen wegen ihrer Winzigkeit direkt den Zahlprinzipien der Natur. Behilflich ist dabei ein Meer von Zahlen, in dem die Atome schwimmen. Uran hat mit 92 die höchste Ordnungszahl unter den 83 Elementen, die in der Natur mit ausreichender Stabiltät in nenneswerter Menge vorkommen. Oberhalb von Blei sind alle instabil, ebenso Nummer 43 und 61, womit 80 stabile Elemente bleiben. Mit Wismut wären es 81. Je nach Zählung gibt es 20 oder 21 Reinelemente, wovon nur eines gerader Ordnung ist. Die Hauptschalen fassen 2, 8, 18, 32, 50, ... Elektronen. Die Reihenfolge ihrer Auffüllung führt zu den Edelgasen mit 2, 10, 18, 36, 54, ... als Ordnungszahl. Protonen und Neutronen verhalten sich ähnlich. Sie führen auf die magischen Zahlen 2, 8, 20, 28, 50, 82, 114, ... der besonders stabilen Atomkerne.

Mit diesen Zahlen ist reichlich Manövriermasse vorhanden. Zusätzlich kann man kleine Elemente als Ausnahme sehen, die Stabilitätsgrenze frei wählen oder einfach behaupten, es gebe insgesamt 243=3*81 natürliche stabile Isotope. Das macht den Weg frei zur geliebten 81 samt ihrem Partner 19 und dem Vierteilungsgedanken. Und da sich alles nicht nur in der Mathematik, sondern auch in den heiligen Schriften wiederfindet, ist die ganze Welt erklärt und der rechte Glaube endlich bewiesen.

19 | 81 | Majidi

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ONS
Es ist schon hart für einen Mann, wenn er für eine Frau Teile seines Nachtschlafes geopfert hat, sie auf seine Favoritenliste nahm und in den nächsten Tagen nichts mehr von ihr hört:

mehr

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Google
Meine Referrer-Liste besteht zum größten Teil aus Google-Suchanfragen und nur selten sind unanst'ige Wörter oder Seiten dabei. Bei solchen und anderen lustigen Anfragen sehe ich mir gerene an, welchen Google-Rang ich denn dazu habe und wo auf meine Seiten gerade diese merkwürdige Kombination getroffen wurde. Vor ein paar Tagen habe ich begonnen, daraus ein Liste anzufertigen. Später habe ich aus den Listeneinträgen Links auf die gefundenen Seiten gemacht, sofern es sich um einen einzelnen Beitrag und nicht zufällig zusammenstehende verschiedener Tage handelt.

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Andersxyz
Am Sonntag war ich als Protestant zur katholischen Feier der Erstkommunion unter der Leitung des seit vielen Jahren hier tätigen andersdeutschen Pfarrers. Ob er bereits Deutscher wurde oder immer noch andersindisch ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist er auch anderspakistanisch. Wir machen da keine so brutalen Unterschiede.

Andersdeutsch

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Spielerfrauen
Gestern ließ Harald Schmidt "Germany’s Next Spielerfrauen" über den Laufsteg eiern. Sie studieren Mediendesign, Marketing und russische Literatur. Und ich dachte, nach der Generation Tischtennisabitur ginge es wieder um etwas umfassendere Wissensgebiete. Womit müssen wir noch rechnen? Mit einer Fakultät "Erkrankungen des linkes Beines", einem Studiengang Feinmechanik oder einem Nobel-Preis für Webdesign?

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Sandra Maischberger
Zwischenzeitlich las ich, daß vor vier Wochen Hassan Dabbagh bei Sandra Maischberger für eine noch lebhaftere Diskussion als am vergangenen Sonntag bei Sabine Christiansen Anlaß gab. Es sollen mehr oder minder alle über ihn hergefallen sein, nachdem bezeichnenderweise Cem Özdemir nicht mehr an sich halten konnte. Aus diesem Grunde habe ich gestern vom Spiel Ken Doherty gegen Marco Fu auf Eurosport zu Sandra Maischberger umgeschaltet, wo die stets wiederkehrende Frage behandelt werden sollte, ob unser Rechtssystem mehr den Täter als den Opfern Verständnis entgegenbringt. Ursprünglich sollte der Famlie Sürücu ein Forum geboten werden. Die hat aber aus verständlichen Gründen abgesagt.

Wenn ich mir schon über eine Stunde eine recht langweilige Sendung ansehe, in der bis auf einen sich alle abgeklärt und professionell geben, dann soll sich daraus doch wenigstens eine persönliche Erkenntnis ableiten. Und für Herrn Maz darf ich es gleich sagen: Sie besteht nicht in der differenzierten Anpassung von schnell vergessenen Einzelfällen an den eigenen Erfordernisse, sondern in einer verallgemeinernden Reihung krimineller Strömungen:

Hier hätte sie eingentlich stehen sollen. Aber warum soll ich mich mit Chaoten rumärgern. Es gibt auch noch eine Welt außerhalb des Blogs.

Doubletalk

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