Rattenschwanz
Die Zeit meiner Prognosen (blau und rot) ist vorbei, auch die der Ausgleichs­kurve in Form einer Normal­verteilung (schwarz gestrichelt). Seit ein paar Tagen ist die Zeit des Ratten­schwanzes gekommen, längs dessen es nicht mehr so schnell herunter geht wie es eine Normal­vertei­lung vorsieht. Meine Darstel­lung der w-Werte zeigt als Punkte die realen Verän­derungen der Infi­zierten von Woche zu Woche und als gestri­chelte Linie die Erwar­tung auf Basis einer normal­verteilten Aus­gleichs­kurve. Darin sind zwei Abwei­chungen zu erkennen. Zum einen die roten Werte, die nicht für eine plötz­lich erhöhte Ansteckung stehen, sondern auf rückkeh­rende Urlauber zurück­zuführen sind. Zum anderen die deut­lich und dauer­haft von der Erwar­tung nach oben abwei­chenden realen Werte, nachdem sie durch die Oster­exzesse ange­stiegen sind. Dieser Schaden kann nicht mehr repa­riert werden, weil die zum schwarz gestri­chelten Verlauf erwartete Zahl von 160.000 Infi­zierten bereits über­schritten ist. Wir haben jetzt den ersten und hoffent­lich einzigen Berg weit­gehend über­wunden. Jetzt geht es nur noch darum, ob es mit Disziplin schnell herunter geht, mit weniger langsam und ohne auch wieder rauf.


gestrichelte Erwartung vom 2. Mai, reale Werte als Punkte

Das vorstehende Bild zeigt diesen Rattenschwanz. Er mag im Vergleich zu dem, was wir bereits hinter uns haben, unbedeu­tend erscheinen, doch wurde das für den 1. Mai erreichbare Ziel von unter hundert täglich neu Infi­zierten schon jetzt weit in die Zukunft geschoben. Es wäre auch für die Wirt­schaft günstiger gewesen, jede Öffnung noch ein paar Wochen zu verschieben und Verlet­zungen der Vor­schrif­ten rigoros zu verfolgen. Die gedul­tete Diszi­plin­losig­keit zu Ostern und die nach Öffnungs­diskus­sions­orgien in einigen Ländern egoi­stisch erlaubten Locke­rungen lassen die Krise länger als nötig andauern.

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