Zweite Welle
Für eine grobe Beurteilung des Verlaufes der Corona-​Epidemie in einem Land­strich reicht es zunächst, die Zahl der positiv Gete­steten und der Toten ohne Alters­differen­zierung und Test­raten zu betrachten. Man kann den zeit­lichen Verlauf darstellen und daraus seine Schlüsse ziehen. Hier aber habe ich die Leta­li­tät L in Prozent gegen die Morta­li­tät M in ppm für Deutsch­land aufge­tragen.


Letalität in Abhängigkeit der Mortalität in Deutschland

Ich halte diesen Verlauf für geeignet, ihn mit anderen Ländern zu verglei­chen und diese in Rela­tion zu uns einzu­schätzen. Das ist keine Über­heblich­keit eines deut­schen Bloggers, denn andere Länder wie Öster­reich und Dänemark wären dazu ebenso geeignet. Das heißt auch nicht, daß andere durchweg schlechter dastehen, denn viele unter­bieten nicht nur auf dem Papier, sondern wirklich die deutschen Zahlen.

Die blaue Linie zeigt den Verlauf, wenn sich Infi­zierte und Tote an die von mir am 19. April bzw. 2. Mai ermit­telten Normal­vertei­lungen gehalten hätten. Die Abwei­chung des roten realen Verlaufes unten links ist uninter­essant und ergibt sich schlicht aus dem Umstand, daß man erst nach einer Infek­tion an Corona sterben kann. Danach geht es weit­gehend im Einklang mit den Normal­vertei­lungen schnell bergan, erst durch den Höhe­punkt der neu Infi­zierten am 2. April, dann der Toten 13 Tage später.

Schon um diese Zeit entwickelt sich ein Ratten­schwanz einer zu langsam auslau­feden Normal­verteilung, weil die Repro­duktions­zahl nicht mehr sinkt. Dadurch endet die Epidemie nicht einfach in der Nähe des Endpunktes der blauen Linie. Viel­mehr bildet sich eine Rechts­kurve, die weit­gehend waage­recht auslaufen würde und dort endete, wenn nicht ein zweiter Effekt hinzu­träte, die Spaltung der Gesell­schaft in vorsich­tige alte Menschen und sich munter infizie­rendes Jungvolk. Dadurch setzt sich die Rechts­kurve fort und kann sogar fallen, weil sich die geringe Sterb­lich­keit der Jüngeren mehr und mehr durch­setzt.

Damit auch diese Linie nicht einfach endet, sondern die Rechts­krümmung sich fort­setzt und sogar fällt, sind zumin­dest anhal­tend zahl­reiche neue Infek­tionen erforder­lich. Die haben wir uns späte­stens mit dem Monat Juni geleistet, erst zaghaft, dann deut­lich. Die grünen Punkte im Wochen­abstand verdeut­lichen, daß es erst sehr langsam über den Berg ging und danach immer schneller bergab. Das muß zunächst wenig beun­ruhigen, weil dazu nur die Zahl der neu Infi­zierten steigen muß, nicht die der Toten.

Doch leider leben die vorsich­tigen Menschen nicht alle auf dem Land in Ost­deutsch­land getrennt von den Hedo­nisten in Bayern und den Groß­städten. Sie werden mitge­rissen. Die Leta­lität sinkt zwar weiterhin, doch nicht mehr so schnell, die Kurve biegt sich wieder nach links, wenn sie auch zumin­dest eine Weile noch fällt. Gelingt es nicht, diesen Trend zu brechen, dann sehe ich späte­stens hier den Beginn der zweiten Welle in dieser Woche. Wer diesen Erläute­rungen nicht folgen mag, der werfe einen Blick auf die aktuell wieder anzie­henden Sterbe­zahlen.

Die natürliche Fortsetzung können wir in den USA erkennen, von Israel und Australien ganz zu schweigen. Es geht wieder schneller nach rechts, die Links­kurve strebt gegen eine Waage­rechte und steigt möglicher­weise wieder an. In diesem Falle wurden die Anzei­chen zu lange igno­riert und unzu­länglich gegen­gesteuert. Man mag das vernied­lichen, weiterhin rücksichts­lose Frei­heiten ausleben und sich lange Zeit damit trösten, daß wohl für immer keine zehn Prozent an Corona sterben werden, doch solange sich nichts deut­lich bessert müssen wir weiterhin Masken tragen und Abstand halten.

Disziplinlosigkeit | Virologenschnack | Prognose | Lebenswert | Ethikraten | Herdenimmunität | Unredlichkeit | Tote | Nationalstaaten | Corona | Rattenschwanz | Förderalismus | Unterleben | Reproduktion | Siebentage-R

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Eben saß Ai Weiwei bei Lanz. Es wurden Ausschnitte aus seinem Film gezeigt, und er sagte, es habe in Wuhan einen Monat gedauert, bis man sich einge­stand, daß die Krankheit auch von Mensch zu Mensch über­tragen werden kann, bevor es Ende Januar zu einem sog. Lockdown kam. Wer das als Versagen oder gar Vertu­schung wertet, muß sich an die eigene Nase fassen. Nicht nur Donald Trump, auch wir.

Zeitgleich Ende Januar erkrankte der erste Deutsche, doch unter­nommen wurde wenig. Man glaubte wohl an die Verfolg­barkeit aller Einzel­fälle und an unser über­legenes Gesund­heits­system. Deshalb wurde noch frech Karneval gefeiert und eine damals weit­gehend unbe­kannte Repro­duk­tions­zahl von 9 gepflegt. Das interes­sierte wenig, denn der erste Tote ließ bis Anfang März auf sich warten.

Die Angst und Vorsicht der Bevöl­kerung ließ die Repro­duktions­zahl bis zum 10. März auf 4 fallen. Diese Entwick­lung fort­setzend erwar­tete ich etwa 30.000 Kranke und ein Ende der Epidemie Anfang April. Naiver­weise ließen wir aber Infi­zierte ohne Quaran­täne ins Land und trieben die Repro­duktions­zahl wieder auf 7 hoch. Ich habe meine Prog­nose um den Faktor 10 auf 300.000 bis Ende April korri­giert, jedoch allein auf Basis zurück­liegender Zahlen ohne Abschlag für die begin­nenen Kontakt­beschrän­kungen.

Nach einer überflüssigen Diskussionswoche kam es mit dem 23. März auch in Deutschland endlich zu einem vier­wöchigen sog. Lockdown, zwei Monate nach den Chinesen. Am 2. April wurde das Maximum der täglich neu Infi­zierten erreicht, zwei Wochen später das der Toten. Am 19. April, dem Ende der Kontakt­beschrän­kungen erwartete ich insgesamt 160.000 Erkrankte und 8300 Tote, nur noch die Hälfte dessen, was ich einen Monat zuvor ohne Berücksichtigung einschneidender Maßnahmen hochrechnete.

Wieder hatte ich nur auf der Basis bekannter Zahlen und einer exponentiell fallenden Reproduk­tions­zahl fortge­schrieben, obwohl damit zu rechnen war, daß die Diszi­plin bald nachlassen wird und deshalb von einer bisher gut zutref­fenden Normal­vertei­lung mit einem auslau­fenden Ratten­schwanz abge­wichen wird. Das geschah recht schnell, beginnend mit den Diszi­plin­losig­keiten ab Ostern. Es stellte sich eine bei 0,85 stagnie­rende Repro­duktions­zahl ein. Trotzdem erwar­tete ich nur 200.000 Er­krankte und ab Juli allen­falls zwei­stel­lige Zuwächse.

Auch diesmal ging ich nur von den vorlie­genden Zahlen aus, vermutete jedoch ein erneutes Anziehen der Repro­duktions­zahl, möglicher­weise auch über die Eins­linie. Das geschah nach Über­windung des Tönnies-​Berges Anfang Juli bei einer Inzidenz knapp unter 3 Neuer­kran­kungen pro Woche und 100.000 Ein­wohnern. Da sich danach die Zahlen wieder nach oben ent­wickel­ten, betrachte ich rück­blickend den Mitte April begonnenen Ratten­schwanz als Ende Juni von einer zweiten Welle abge­löst.

Diese zweite Welle wollten wir lange Zeit nur im Ausland sehen, weil die Entwick­lung im Vergleich zur ersten nur langsam voran­schreitet, die hohen Inzi­denzen in recht naiver Weise den erhöhten Testraten zuge­rechnet werden und die nunmehr die Epidemie tragenden jungen Menschen einfach nicht sterben wollen. Sinkende Todes­raten lullten bis Anfang Sep­tember ein. Seither steigen auch sie wieder. Es werden auch vorsich­tige ältere Menschen wieder mitge­rissen.

Schon Ende April wurden die 160.000 meiner letzten Prognose überschritten, heute liegen wir bereits bei stolzen 290.000 Er­krankten. Erst einen Monat später erreich­ten auch die Toten die progno­sti­zier­ten 8300. Zwischen­zeitlich sind es fast 9500. Aber was sind schon zehn Tote pro Tag, dauer­hafte Einschrän­kungen im Alltag und idio­tische Masken für alle, wenn ein paar Millionen Hedo­nisten dafür saufen können.

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Ich bin mehr für Analyse und Kategorisieren als für allgemeines Gebrabbel. Deshalb habe ich mir erlaubt, eine „Chart-​Analyse“ auf der Basis des nach­ste­henden Dia­grammes durch­zuführen.


Tests, Kranke, Tote pro Woche und Letalität

Es zeigt zum Datum d als blaue Linie die Anzahl p(d) der wöchent­lich vom Robert-​Koch-​Institut gemel­deten neuen Fälle, darunter rot die Anzahl t(d+14) der Toten 14 Tage später, weil der Tod im Mittel zwei Wochen auf sich warten läßt. Die grüne Linie zeigt l(d)=t(d+14)/p(d) in Prozent, was die Sterbe­rate eines am Tage d erfaßten Kranken einiger­maßen nähern sollte. Die gelben Geraden stehen für ange­paßte exponen­tielle Verläufe [1], die gelbe Parabel ist eine Näherung durch eine Normalverteilung. Die hellblaue Linie zeigt die Tests einer Woche.

27.01.-11.02. - Vorgeplänkel: In diesen 16 Tagen haben sich nur 16 Deutsche infi­ziert. Danach 13 Tage lang keiner mehr. Gestorben wurde erst ab März. Man glaubte wohl, alles sei über­standen und durch erfolg­reiche Einzelfall-​Verfolgung alles getan zu haben, um noch besser dazu­stehen als National­china. Das erwies sich als Irrtum, denn es liefen viele unent­deckt herum, die noch im vollen Saft standen und nicht auffielen.

25.02.-02.04. - Erste Welle (Aufstieg): Am 25. Februar flogen die ersten beiden der unent­deckt herum­lau­fenden Kranken auf, die sich schon Tage zuvor im Karneval wie die Kanin­chen der Fibonacci-​Folge vermehrt hatten. [2] Bald machte sich Angst und Schrecken breit, die Repro­duktions­zahl halbierte sich erst sehr schnell [3], dann alle 18 Tage und durch­querte die Eins­linie am 2. April mit der Maximal­zahl von 6174 Neu­mel­dungen. Jeden 24. holte später der Sensen­mann.

02.04.-17.04. - Erste Welle (Abschwung) Fünfzehn Tage nach dem Maximum Erkrankter wurde mit 315 auch das der Toten erreicht, was aber nicht der Grund ist, diese Phase am 17. April enden zu lassen. Vielmehr kann man dem Bild entnehmen, daß die gelbe Linie dort eine gelbe Gerade schneidet. Die Normal­verteilung geht deshalb um diese Zeit in eine einfache exponen­tielle Abwärts­entwick­lung [4] über, der Abschwung wird lang­samer.

17.04.-25.06. - Rattenschwanz Nach Ostern am 12. April zogen die Fall­zahlen zwar nicht an, lagen aber deut­lich über der fallenden Erwar­tung. So entstand leider eine Oster­delle, wo ein recht scharfer Über­gang von einer Normal­vertei­lung in einen Ratten­schwanz liegen müßte. Die nach­öster­lichen Zusatz­fälle sind aber nicht direkt für diesen Über­gang verant­wort­lich. Vielmehr ist es die zu Ostern einset­zende Diszi­plinlo­sigkeit mit einer bei 0,9 stagnie­renden Repro­duktions­zahl. Getragen wird sie zunehmend von jüngeren Zeit­genossen, die Sterbe­rate sinkt leicht. Um den 25.06. ist damit Schluß. Ohne den Tönnies-Berg gäbe es dort nur noch 243 Fälle am Tag, von denen keine 5 sterben werden.

25.06.-31.08. - Zweite Welle (Sommer) Der Tönnies-Berg um den 21. Juni verstellt den Blick dafür, daß es kurz danach wieder dauer­haft bergauf geht. Als Zeit­punkt liegt der Schnitt­punkt der zwei gelben Ausgleichs­geraden am 25.06. nahe. Ging es davor mit R≈0,9 bergab, so danach mit 1,1 bergauf, überlagert von einem durch die Ferien verur­sachten langen und flachen Berg. Die ganze Zeit über sterben etwa 4 bis 5 pro Tag, die Sterb­lich­keit sinkt auf ein Minimum von einem viertel Prozent. Das kann nur daran liegen, daß junge Hedo­nisten sich zügellos infi­zieren, aber einfach nicht sterben wollen. [5]

31.08.-heute - Zweite Welle (Herbst) Die Zahl der Erkrankungen steigt weiterhin langsam an. Daran haben sich viele gewöhnt. [6] Zumin­dest Politi­kern ist aber aufge­fallen, daß seit dem 13. September die Todes­fälle wieder anziehen, von 4 auf der­zeit 10 pro Tag. Damit sterben seit dem 30. August die neu Erkrankten wieder leichter. Ihre Sterblichkeit ist von nur einem viertel Prozent bis heute über ein halbes gestiegen. Die Hedo­nisten stecken ihre Vorfahren wieder an, bevorzugt auf Hoch­zeits­feiern. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Trend anhält und sich zu einer für jederman erkenn­baren zweiten Welle entwickelt.

[1] Nicht lineare Verläufe, da es sich um eine halblogarithmische Darstellung handelt.

[2] Gemeldete Fälle 0-0-2-3-5-29-13-51-33-38-72-138-239 ab 23. Februar und die Fibonacci-​Folge 1-1-2-3-5-8-13-21-34-55-89-144-233. Langfristig also eine tägliche Steige­rung um den Fahtor Φ=1,618. Das entspricht der seiner­zeit weit­gehend noch unbe­kannten Repro­duktions­zahl R=Φ^4=2+3Φ=6,85.

[3] Unter Fortsezung der guten Entwicklung bis zum 13. März wäre Ende März mit 30.000 In­fi­zier­ten alles über­standen. Doch wir holten uns Verstär­kung aus dem Ausland, darunter die Hamburger mit ihren Frühjahrs­ferien bis zum 1. März. Zehn Tage später hatten wir den Salat, selbst das Robert-​Koch-​Institut vermeldet noch heute nach ewiger Glät­tung und Rück­datie­rung der realen Zahlen ein Anziehen des R-Faktors binnen vierer Tage von 2,3 auf 3,2 am 10. März. Dadurch mußte ich meine Erwartung von 30.000 auf 250.000 hoch­schrauben, konnte sie aber dank der späteren Kontakt­beschrän­kungen wieder auf 160.000 senken.

[4] Lange Zeit konnte ich das Gefasel von der exponen­tiellen Entwick­lung nicht mehr hören. Zwar lag sie für einen Zeit­raum weniger Tage mähe­rungs­weise vor, doch war es eigent­lich eine Normal­verteilung, deren exponen­tielles Wachstum erst immer schwächer und letzt­lich negativ wird. Im Abschwung fällt die Normal­vertei­lung also deut­lich schneller als eine einfache exponen­tielle Abwärts­entwick­lung.

[5] Manchen gefällt diese Wahrheit nicht, einige von ihnen machen deshalb die stei­genden Test­raten verant­wortlich. Doch die so gut wie gar nicht stei­gende hellb­laue Linie der Tests zeigt die Schwach­sinnig­keit dieser Ausrede.

[6] Sie sind dümmer als ein Frosch, der die steigende Temperatur nicht wahrnimmt, bis es zu heiß ist, aus dem Topf zu springen. Solche Frösche gibt es nicht.

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Die Medien feiern gerne runde Zahlen wie 200.000 Tote in den USA, eine Million in der Welt bei 30 Mi­lli­onen Infi­zierten, wozu wir seit gestern 300.000 beige­tragen haben. Anläßlich dieser Marke sollte die Verdoppe­lungs­zeit von derzeit fünf Monaten wieder auf die Fernseh­schirme. Als es am 23. April 150.000 wurden, glaubte ich ange­sichts der Oster­orgien schon nicht mehr an meine hoch­gerech­neten 160.000. Doch meine Mis­an­th­ro­pie war für 300.000 nicht stark genug. Offen­sicht­lich gehen die Tole­ranz, Nach­sicht und Ve­rständ­nis genannte Gleich­gültig­keit, Feig­heit und Angst soweit, daß zum Wohle einer reni­tenten Minder­heit gerne Masken getragen werden und Abstand gehalten wird. So sind nicht nur Barschlie­ßungen und Alkohol­verbote gerechte Strafen, auch die Strei­chung von Oktober­fest, Weih­nachts­märkten Karneval. Wer wenig­stens einge­schränkte Hoff­nungen hat, der sollte die Weih­nachts­prognose unserer Kanzlerin mit 19.200 am Heiligen Abend [1] lügen strafen und die Hedo­nisten in ihre Schranken weisen. Sonst werden alle wie üblich und zumeist auch verdient in Sippen­haft genommen. Die Evolu­tion kennt keine Detail­gerech­tigkeit. Die Obrig­keit kann und will sie eben­falls nicht schaffen.

[1] Sie hat wohl wie folgt gerechnet: Veracht­fachung in den letzten drei Monaten von 300 auf 2400. Setzt sich das so fort, sind es nach aber­mals drei Monaten zu Weih­nach­ten 8·2400=19200. Viele glauben ihr, weil sich herum­gespro­chen hat, daß sie Physi­kerin ist und deshalb rechnen kann. Da sie sicher­lich auch die Anfällig­keit exponen­tieller Entwick­lungen gegen­über einzelnen Stö­run­gen und vor allem der Wachstums­kon­stanten kennt, hätte ich von ihr „etwa 20.000“ erwartet. Lege ich die 256 vom 17.06. und die 2507 vom 25.09. zugrunde, so komme ich nach abermals 92 Tagen am zweiten Weih­nachts­feiertag auf satte 2507^2/256=24.551. Doch das wäre Samstag mit Freitag, also Äpfel mit Birnen verglichen. Auf Basis der Wochen­summen komme ich auf realistischere 13263^2/3276=53696, geteilt durch sieben nur 7.671 täglich. Das ist der Unter­schied zwischen R=1,10 und R=1,06.

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Runde Zahlen können etwas bewirken, wenn sie Aufmerk­samkeit erregen, Angst verbreiten oder zum Eingreifen zwingen. Gestern waren es nicht nur 4000 in Deutschland und 1000 in Nord­rhein-‌West­falen, sondern auch mehr als 50 in Berlin, wenn man die Sieben­tageinzi­denzen nicht schönt. [1] Sollte die dumpfe Mehrheit sich weiterhin „auf der Nase herumtanzen lassen“ (Michael Müller), müssen wir wohl auf 10.000 oder mehr warten.

Und angesichts dieser Entwicklung hat Herr Wieler nichts besseres zu tun als von den zahl­reichen Kenn­zahlen zu labern, daß der Blick auf eine einzige keine verläß­lichen Aussagen erlaubt. Dann soll er sich doch gefäl­ligst alle ansehen und nicht von erhöhten Test­raten labern, sondern einfach fest­stellen, daß sich die Zahl der Neuer­kran­kungen in den letzten vier Wochen verdop­pelt hat. Das entspricht einem dauer­haften R=1,1 und stützt Angela Merkel mit 19.200 zu Weih­nachten. Zumin­dest in Staaten wie Deutsch­land, in denen keine Toten verscharrt oder verschwiegen werden, sind die von Tests und Positven-​Dunkel­ziffern weit­gehend unabhän­gigen Sterbe­zahlen verläß­licher. Auch die verdoppeln sich derzeit, in nur zwei Wochen. Dazu muß man nicht rechnen. Ein Blick in die Intensiv­stationen reicht. Am Heiligen Abend könnten mehr krepieren als zu Karfreitag.

[1] Das Robert-​Koch-​Institut nennt 46,0 für Berlin und stolze 49,5 für Bremen auf der Basis von 1687 bzw. 337 Fällen der vergangenen Woche. Ich komme jedoch auf 1827/36,45=50,1 für Berlin und 334/6,83=48,9 in Bremen. Selbst mit dem etwas größeren Berlin des Robert-​Koch-​Insti­tutes wären es immer noch 46,0(1827/1687)=49,8, während das geschrumpfte Bremen mit 49,5(334/337)=49,1 trotz allem noch dahinter liegt. Warten wir noch ein paar Tage, dann wird die Schützen­hilfe für Michael Müller viel­leicht über­flüssig.

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Eben redet Herr Bouffier und wiederholt zurecht, was ihm Experten wohl gesagt haben, daß es keinen Sinn habe, nunmehr andere als die Infektions­zahlen in den Vorder­grund zu stellen. Damit meint er wohl die nunmehr so etablierte Siebetage­inzidenz, denn die Gesamt­zahlen sind großen­teils Geschichte und nicht mehr zu ändern. Ich stimme dem zu, obgleich ich mich vornehm­lich auf Sterbe­zahlen beziehe, weil sie in zivili­sierten Staaten mit normalen Krite­rien für Toten­scheine eine zwar spät reagie­rende, doch sehr verläß­liche Größe ohne hohe oder gar variable Dunkel­ziffer darstellt.

Gerade deshalb war ich verblüfft, im Fernsehen auf einer Europa­karte der Seuchen­gebiete nicht nur die übli­chen Verdäch­tigen wie Frank­reich, Spanien und Tsche­chien zu sehen, sondern tiefrot auch Island, wo seit fast einem halben Jahr keiner mehr gestorben ist. Doch in den letzten zehn Tagen wurden 710 Isländer positiv getestet, woraus ich eine Sieben­tage­inzidenz von 710·(7/10)/(339.000/100.000)=147 errechne. Das kratzt am Image der Isländer, doch letzt­lich nicht zu Unrecht, denn man muß sich fragen, warum von den letzten 1800 In­fi­zierten kein einziger gestorben ist. Das kann kein Zufall sein, denn selbst neander­talgen­freie und früh ster­bende Afri­kaner hätten es auf zehn gebracht.

Um auf der Karte grau zu bleiben, hätten die Isländer es Donald Trump nicht gleichtun und sich runter­testen sollen. Die USA haben dadurch in den letzten fünf Monaten ihre Leta­lität von 6,1 auf 2,8 Pro­zent halbieren können, die Isländer eben­falls von 0,56 auf 0,28. Die gerechte Strafe sind natür­lich hohe Inzi­denzen, die es aller­dings trotz allen Testwahns nicht gäbe, wenn die Epidemie besiegt wäre. Deshalb bleibt es dabei: Steigende positiv Geste­steter gründen sich vorzugs­weise auf mehr Infi­zierte, die zwar nur noch zu unter einem Prozent sterben, doch ganz sicher auch Tote nach sich ziehen. Aber erst nach zwei Wochen. Deshalb ist der vorzei­tige Blick auf die Sieben­tage­inzi­denzen sinnvoll.

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Überall sind Kurven und Karten zu sehen, aus denen der geneigte Leser gute Erkennt­nisse oder ihm genehme Einschät­zungen ableiten kann. Das ist aber nicht jeder­manns Sache. Manchmal sind schlichte, stark gerun­dete Zahlen im über­schau­baren Bereich bis 100 besser geeignet zu sehen, wohin die Reise geht. So entwickelten sich die Wochenmittel in den letzten 14 Tagen:
19 20 22 24 26 28 30 31 34 37 41 44 47 49 Siebentageinzidenz
11 11 11 12 11 12 12 13 17 19 21 23 23 24 täglich Gestorbene
Um die Zahl der täglich neu positiv Geste­steten zu erlangen, multi­pliziert man die Sieben­tage­inzi­denz einfach mit 120. Eine Ster­berate von einem Prozent liegt vor, wenn die Gestorbenen 20% über der Sieben­tage­inzidenz liegen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, diese Marke sei deutlich unter­schritten. Da die Toten aber im Mittel zwei Wochen Siechtum hinter sich haben, ist die 24 vom Ende der unteren Reihe ins Ver­hältnis zu den 19 der oberen zu setzten. Deshalb liegt die aktuelle Sterbe­rate knapp über diesem einen Prozent.

Zu Beginn der beiden Reihen am 6. Ok­to­ber lag die Verdop­pelungs­zeit noch bei 27 Tagen, die Weih­nachts­vorher­sage der Kanzlerin von 19.200 war auf dieser Basis sehr gut. Heute sind es nur noch knapp 10 Tage und zu Weih­nachten knapp eine Million. Natür­lich wird das nicht eintreten, weil zuvor die natür­liche Angst­bremse den Schaden begrenzt, wenn es unseren zöger­lichen Politi­kern und ihren Ordnungs­ämtern nicht gelingt. [1] Vorher werden wir im Bundes­mittel die mit heu­ti­gen 49 gerade noch gelbe Ampel auf Rot springen sehen, auch wenn das Robert-​Koch-​Institut auf der Basis geschönter Werte nur 45,4 vermeldet. [2]

[1] Eine Aufgabe der Politik wäre gewesen, Gesetze geeignet zu ändern, auf daß es abseits von gewissen Straf­tätern vermeint­lich nach dem Buch­staben des Gesetzes urtei­lenden Gerichten nicht möglich gewesen wäre, in vernünf­tige Maßnahmen zur Eindäm­mung von Corona zu grät­schen.

[2] Einen Tag später stehen wir bei 43713 Neuinfi­zierten der vergan­genen Woche. Das entspricht einer Sieben­tagein­zidenz von 43713/835,2=52,3. Das Robert-​Koch-​Institut rettet uns mit 48,6 noch einen weiteren Tag vor der roten Bundes­ampel. Dafür wurden mehr als 3000 Fälle in die Vergan­genheit geschoben, wo sie zum Ausgleich längs verges­sene Inzi­denzen erhöhen. Doch retten wird sie das nicht. Noch einmal Zahlen wie heute, und es ist vorbei mit Beschöni­gungen.

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Gestern wurde in den Nachrichten vom zweithöchsten Wert an Neuin­fekti­onen gesprochen. Das ist doch nichts. Kann man von den Wetter­fröschen nicht lernen? Ist das Jahr nicht das heißeste oder trocken­ste aller Zeiten, dann viel­leicht der Sommer oder der August, notfalls auch Januar oder der 29. Fe­bruar. Wenn nicht auf der Welt, dann auf der Nord­halb­kugel, in Deutsch­land oder Gelsen­kirchen:

Am Donnerstag, 15.10. mit 6638 höchster Wert aller Zeiten gemeldet
Am Freitag, 16.10. mit 7334 höchster Wert aller Zeiten gemeldet
Am Samstag, 17.10. mit 7830 höchster Wert aller Zeiten gemeldet
Am Montag, 19.10. mit 49,1 höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten
Am Dienstag, 20.10. mit 6868 höchster an einem Dienstag gemeldeter Wert
Am Dienstag, 20.10. mit 52,3 erste gesamtdeutsche rote Ampel
Am Mittwoch, 21.10. mit 7595 höchster an einem Mittwoch gemeldeter Wert
Am Mittwoch, 21.10. mit 55,3 höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten
Am Mittwoch, 21.10. mit 101,3 erste dunkelrote Ampel in Berlin

Das war gegen 2 Uhr in der Nacht. Die Zahlen zum heutigen Tage lagen mir noch nicht vor. Das kann man bei einer Über­tragungs­rate von 110 Baud auch nicht verlangen, zumal stolze 11287 zu vermelden waren, die mir weiterhin unbe­kannt wären, gäbe es nicht andere Quellen als das Error-522-​Robert-​Koch-​Institut. Haben sie einen Shut­down probiert und finden nun den Startup-​Knopf nicht? Mit den mageren Informa­tionen kann ich aber meine Liste ergänzen:

Am Donnerstag, 22.10. mit 11287 höchster Wert aller Zeiten in Deutschland
Am Donnerstag, 22.10. mit 11287 erste fünfstellige Zahl Neuinfizierter
Am Donnerstag, 22.10. erstmals über 50.000 Fälle innerhalb einer Woche
Am Donnerstag, 22.10. mit 60,8 höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten
Am Donnerstag, 22.10. Berlin mit 38% über dem Durchschnitt nun auf Platz 1

Wenn das Robert-​Koch-​Institut seine Probleme mit der Daten­verar­beitung, die wahr­schein­lich doch welche der Mitar­beiter sind, über­wunden hat, werde ich dort eine geschönte Sieben­tage­inzidenz um 56 sehen. Die sollte eben­falls ausreichen, um bundes­weite Maßnahmen zu ergreifen. In weiser Voraus­sicht wurde aber alles auf die Land­kreise herunter­gebrochen. Bei ein­mal 100 und zwei­mal 40 statt drei­mal 60 muß man nur einen Arsch in Bewe­gung setzen. Und bis der auf Touren kommt, dauert es noch eine Weile. Über diese Zeit tröstet uns der Wieler-​Spruch: Den Erfolg der Maßnahmen sehen wir erst in 14 Tagen. Was wurde denn vor zwei Wochen getan?

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Im allgemeinen sind die am Freitag gemel­deten Donners­tags­werte die höch­sten. [1] Heute hat es nicht gereicht. Ein Allzeit­hoch wurde um 46 knapp verfehlt. [2] Deshalb kann ich meine Rekord­liste nicht durch eine erneute Sensa­tion berei­chern:

Am Freitag, 23.10. mit 11242 höchster an einem Freitag gemeldeter Wert
Am Freitag, 23.10. mehr als 100.000 gemeldete Fälle in Nordrhein-Westfalen
Am Freitag, 23.10. mehr als 400.000 gemeldete Fälle in Deutschland
Am Freitag, 23.10. mit 65,5 höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten

Gestern hat Berlin (derzeit 38% über dem Bundesdurchschnitt, letzte Woche um 7% gestiegen) Bay­ern (35%,-4%) vom ersten Platz verdrängt. Baden-​Württem­berg (21%,-3%) blieb auf dem Podest, denn die Ver­folger Ham­burg (19%,-3%) und Bre­men (17%,-1%) schwä­cheln. Nordrhein-​West­fa­len (15%,+0,5%) nur auf dem sech­sten Platz ist zu behäbig.

Der „Newcomer“ der Woche ist Sachsen mit einem deut­lichen Zuwachs (gemessen am Bundes­durch­schnitt 6% höher) in der Größen­ordnung von Ber­lin (7%). Verwun­der­lich nur, daß Branden­burg konstant bleibt, obwohl die durch­seuchten Berliner mit ihren Eska­paden doch ins Umland auswei­chen könnten. Sie saufen wohl lieber vor der eigenen hippen Haustür.

Meck­lenburg-​Vor­pom­mern (1%) dagegen muß sich nach Monaten der Stabi­lität über einen Zuwachs ärgern. Weniger wegen des gestri­chenen Beher­bergungs­verbotes, sondern infolge des gebro­chenen Verspre­chens anderer, Land­kreise mit einer Sieben­tage­inzi­denz über 50 abzu­riegeln. Da ist es mehr als verständ­lich, wenn Manuela Schwesig gegen Michael Müller austeilt und der seinen Unmut an seine reni­tente Bevöl­kerung weiter­gibt.

[1] Um redlich zu sagen, ob ein Wochentag bevorzugt wird, reicht es ins­beson­dere dann nicht, allein mit dem Vortag zu verglei­chen, wenn der allge­meine Trend stark schwankt. Vernünf­tig ist ein Ver­gleich mit dem geo­metri­schen Mittel der umrah­menden Kalender­woche. Dazu muß ich für die heu­tigen Zahlen noch drei Tage warten.

[2] Ähnlich Karsten D. Voigt (SPD), der 1970 die Land­tags­wahl gegen Ruth Beck­mann (CDU) verlor, weil die Auszäh­lung der Brief­wähler seinen knappen Vorsprung am Wahl­abend vernich­tete. Noch schlimmer erging Al Gore, der im Jahre 2000 trotz einer halben Million Stimmen mehr gegen George W. Bush unterlag.

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Lange Zeit ging ich von einer diszi­pli­nierten Über­windung der Epidemie aus, von einer fakti­schen Ausrot­tung des Virus in Deutsch­land zum Mutter­tag und einer Gesamt­morta­lität um 100 ppm. Doch wir wollten weiter­hin Masken tragen, uns durch einen Ratten­schwanz quälen. Unter mitlei­digen Blicken auf andere dümpelten wir bis Mitte dieses Monats auf 115 hoch. Doch dann ging es los. Noch einen Tag, dann sind die 120 voll. Das ent­sprä­che 120·83,52=10.022 Toten. Die 10.000 wurden bereits heute erreicht. Noch vor kurzem kam mir nicht in den Sinn, daß diese Marke vor Weih­nachten über­schritten werden könnte:

Am Samstag, 24.10. mit 14714 höchster Wert aller Zeiten gemeldet
Am Samstag, 24.10. die Marke von 10.000 Toten überschritten
Am Samstag, 24.10. Inzidenz über 500 pcm (1 von 200 positiv getestet)
Am Samstag, 24.10. mit 73,8 die höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten
Am Samstag, 24.10. Bremen mit 21% über dem Durchschnitt nun auf Platz 3

Zwar mögen gestrige Erfassungs­mängel an den hohen heute gemel­deten Zahlen und in der Folge an der Verkür­zung der Verdop­pelungs­zeit um einen halben Tag schuld sein, doch liegt die seit zwei Wochen bestän­dig zwi­schen 9 und 11 Tagen. Bliebe das so, wäre mit einer Million zu Weih­nachten zu rechnen. Nicht insgesamt, an einem Tag! Ein mutiger Schritt Rich­tung Herden­immunität. Natür­lich wird es soweit nicht kommen, doch die Merkel­schen 19.200 zu Weih­nach­ten (25dec) könnten wir schon zu Hallo­ween (31oct) errei­chen. [1]

[1] Zum Gedenken an Herrn Mark793: 25dec=31oct.

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Vielleicht habe ich derartige Wendungen aus der Wetter­kunde zu Corona bisher über­hört, doch eben in der Tages­schau: Noch nie war die Zahl an einem Sonntag so hoch.

Am Sonntag, 25.10. mit 11176 höchster an einem Sonntag gemeldeter Wert
Am Sonntag, 25.10. mit 80 die höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten
Am Sonntag, 25.10. mit 114 zweite dunkelrote Ampel in Bremen
Am Sonntag, 25.10. mit 108 dritte dunkelrote Ampel in Hessen
Am Sonntag, 25.10. mit 101 vierte dunkelrote Ampel in Nordrhein-Westfalen

Morgen wird es ebenfalls nicht für ein Allzeit­hoch reichen, aber für einen maxi­malen Montags­wert. Möglicher­weise verspielt auch das Saar­land weiterhin den in den letzten Wochen erarbei­teten Erfolg und schaltet seine Ampel auf dunkelrot.

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Heute wurden keine 10.000 mehr erreicht. Das mag beruhigen. Die Realität sieht aller­dings nicht so rosig aus. Sie zu erkennen, muß man nicht viel rechnen, sondern nur zu würdigen in der Lage sein, daß es vor einer Woche fast genau die Hälfte war. Heute wurden 8685 gemeldet, letzten Montag waren es 4325. Deshalb:

Am Montag, 26.10. mit 8.685 höchster an einem Montag gemeldeter Wert
Am Montag, 26.10. erstmals ein Wochenmittel von 10.000 überschritten
Am Montag, 26.10. mit 86 die höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten

Ganz so schlimm ist es aber nicht. Die Verdop­pelungs­zeit beträgt nicht eine Woche, sie ist nur von 10 auf 9,5 Tage gefallen. Ginge es so weiter, ist mit andert­halb Milli­onen zu Weih­nachten zu rechnen. Im März hatte die Repro­duktions­zahl eine Halb­werts­zeit von 18 Tagen. Gelänge uns dauer­haft eine vergleich­bare frei­willige oder durch­gesetzte Diszi­plin, wäre Corona zu Weih­nachten so gut wie ausge­rottet. Doch daran mag ich eben­falls nicht glauben, denn wir hatten es vor einem halben Jahr auch nicht zum Mutter­tag geschafft.

Die Wahrheit wird natürlich zwischen 0 und 1.500.000 liegen. Dazu schaue ich fast sieben Monate zurück, da die Repro­duktions­zahl ebenfalls um 1,3 lag. Sie fiel schnell unter die Eins­linie, verharrte aber bei 0,9. So wurde Corona binnen zweier Monate zwar nicht ausge­rottet, doch die Neu­erkran­kungen sanken um den Faktor neun. Sollten wir wider Erwarten die gleiche Mischung aus Diszi­plin und Unver­nunft zeigen, ist zu Weih­nachten mit 1000 Fäl­len pro Tag zu rechnen.

Ich halte die Merkelschen 19.200 für sehr reali­stisch. Sie schrecken auch keinen mehr. Grund­lage war ihre schlichte Fortset­zung der seiner­zeit im Vergleich zu heute noch harm­losen Entwick­lung, die hoffent­lich durch eine Umkehr gedämpft wird. Wie so oft im Leben ist eine ein­fache Rech­nung gepaart mit gesundem Menschen­verstand nicht unbe­dingt schlechter als eine komplexe Über­legung auf Basis von Studien, Test­raten, Dunkel­ziffern, AHA-Glauben, Betten­kapazität, medizi­nischem Fort­schritt und politi­schen Maß­nahmen. Das Weih­nachtsge­schenk: 20.000 pro Tag, andert­halb Milli­onen insge­samt, davon 20.000 tot. Hosianna.

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Obwohl in der Woche vor dem 27. Oktober für Hamburg 11.53-10.003=1.850 Fälle gemeldet wurden, errech­nete das Robert-​Koch-​Institut auf der Basis von nur 1.546 eine geschönte Sieben­tagein­zidenz von 84 pcm/Woche, wird aber in zwei, drei Tagen an der dunkel­roten Bundes­ampel nicht vorbei­kommen:

Am Dienstag, 27.10. mit 11.409 höchster an einem Dienstag gemeldeter Wert
Am Dienstag, 27.10. mit 91 die höchste Siebentageinzidenz aller Zeiten
Am Dienstag, 27.10. mit 103 fünfte dunkelrote Ampel im Saarland
Am Dienstag, 27.10. mit 100 sechste dunkelrote Ampel in Hamburg
Am Dienstag, 27.10. Hamburg mit 19% an Baden-Württemberg vorbei auf Platz 4
Am Mittwoch, 28.10. mit 14.964 höchster Wert aller Zeiten gemeldet
Am Mittwoch, 28.10. mit 85 Toten höchste Anzahl seit dem 15. Mai
Am Mittwoch, 28.10. mit 109 siebte dunkelrote Ampel in Bayern
Am Mittwoch, 28.10. mit 101 achte dunkelrote Ampel in Baden-Württemberg
Am Mittwoch, 28.10. Hessen mit 2% am Saarland vorbei auf Platz 7

In der vergangenen Woche kamen 464.239-380.762=83.477 Fälle hinzu. Die Bundes­ampel würde also dunkelrot, sofern Deutschland weniger als 83,477 Mil­lio­nen Einwohner hätte. Ich gehe von 83,52 aus. Diese Zahl ist wohl nicht die neueste, sofern man sie über­haupt kennt. Für eine Epidemie sind zudem alle mit stän­digem Aufent­halt zu berück­sich­tigen. [1] Da sie sich im Gegen­satz zu Biodeut­schen in zwie­fachem Sinne schnell vermehren, wird die Gesamt­zahl gestiegen sein und wohl über 84 Mil­li­onen liegen. Damit bleibt die Ampel mit 99 heute noch hellrot. Das Robert-​Koch-​Institut hat auf der Basis von geschön­ten 77.866 eine Sieben­tage­inzi­denz 94 raus­gehauen.

Mit dem heutigen Tag ist die Hälfte aller Bundes­länder dunkel­rot (>100), fünf sind noch im hell­roten Be­reich (50-100), gelb (35-50) sind nur Sachsen-​Anhalt und Schleswig-​Holstein, mit 33 gerade noch grün allein Mecklenburg-​Vorpommern. Geht es so weiter, wird Berlin morgen die Latte bei 150 reißen, also infrarot oder schwarz werden. [2]

[1] Dieses Angebot gilt nicht nur für Glück­spieler mit Wohn­sitz oder stän­digem Aufent­halt in Schleswig-​Holstein (nur 2,2 Mil­li­onen Ein­wohner).

[2] Ampel (rot-gelb-grün, Senegal, SPD-FDP-Grüne, Rheinland-​Pfalz), dunkel­rote Ampel (dunkel­rot-​hellrot-​grün, R2G, Linke-​SPD-​Grüne, Berlin), schwarze Ampel (schwarz-​gelb-​grün, Schwampel, Jamaika, CDU-FDP-​Grüne, Schleswig-​Holstein). Man könnte auch im Farb­kreis nach grün-​gelb-rot mit der Telekom, der FDP, den Frauen und den frommen Christen entlang der Purpur­geraden zu Blau kommen. Aber das ist wohl abseits von Japan (wo man die Ampel-​Farbe der verän­derten Sprache ange­paßt hat, so wie wir nicht die Tages­schau, sondern die Zeit­anzeige verschoben haben) und Düssel­dorf (wo man für Fahrrad­fahrer das Ampel-​Chaos testet) poli­tisch sowenig gewollt wie Braun, das schwarz­ver­hüllte Rot.

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chapeau!

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