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Billion
wuerg, 04.03.2005 13:51
Wenn wir weiterhin einundzwanzig und nicht zwanzigeins sagen, so mag das unseren Kindern ein Wettbewerbsnachteil sein. Problematischer sind jedoch Verwechselungen großer Zahlen. So ist es auch sprachlich versierten Menschen nicht peinlich, eine amerikanische billion mit einer deutschen Billion zu verwechseln. Auch in Amerika lebende Wissenschaftler und große Teile des einfachen Volkes waren durchaus der Meinung, daß es sich bei einer billion um 10¹² handeln sollte. Doch die kleinere mit 10⁹ wurde vielleicht durch Geldsäcke und deren Hilfstruppen befördert, die sich dadurch wichtiger, größer und reicher vorkamen.
Es gab einmal eine Zeit, da man selten über 1000 kam, aber bereits ein Zahlwort dafür hatte, womit man ohne Mühe bis 999.999 und etwas darüber zählen konnte. Weit vor der Erfindung der Amerikaner hat man dieses Prinzip der Dreierblöcke für größere Zahlen fortgesetzt: Wie die kleine mille (1000) die benennbaren Zahlen von drei auf sechs Stellen ausdehnte, gestattete die große mille‑one (1.000.000) neun, wenn nicht zwölf und mehr Stellen.
Die selten vorkommenden noch größeren Zahlen hätte man einfach mit Zehnerpotenzen ausdrücken können. Doch unsere Vorfahren entschlossen sich zu der naheliegenden Fortsetzung, in einer 〈p+1〉illion das Millionenfache der 〈p〉illion zu sehen und für 〈p〉 einen lateinischen Präfix zu verwenden. So entstanden die noch heute in Europa gültigen Bezeichnungen Billion, Trillion, Quadrillion usw. in Schritten zu sechs Stellen. Das ist die lange Skala oder System von Chuquet mit 〈p〉illion für eine Eins mit 6p Nullen. Daß tausend 〈p〉illionen auch 〈p〉illiarde genannt werden, ändert am Prinzip nichts.
Auch Dreierblöcke wären sinnvoll, doch dann 〈p〉illion für eine Eins mit 3p und nicht 3(p+1) Nullen, der sog. kurzen Skala, die zwar nicht von den Amerikanern erfunden wurde, sich jedoch wegen ihres weltweiten Einflusses auf die ganze Welt ausbreitet. Auch wenn es in der Praxis von wenig Bedeutung ist, so stört es meinen Schönheitssinn, wenn ein 〈p〉illionstel nicht eine 〈-p〉illion ist.
Während die Franzosen durch Verordnung ins europäische Chuquet-System zurückkehrten, konnten die Engländer sich dem Sprachchauvinismus nicht erwehren und haben ihre milliard weitgehend der billion geopfert. Vielleicht sind wir gut beraten, billion und angeberische trillion dollar zu vergessen und uns an Giga- und Tera-Dollar zu gewöhnen, nachdem geklärt ist, daß Giga für 10⁹ und nicht 2³⁰ steht.
Zahlreform
Es gab einmal eine Zeit, da man selten über 1000 kam, aber bereits ein Zahlwort dafür hatte, womit man ohne Mühe bis 999.999 und etwas darüber zählen konnte. Weit vor der Erfindung der Amerikaner hat man dieses Prinzip der Dreierblöcke für größere Zahlen fortgesetzt: Wie die kleine mille (1000) die benennbaren Zahlen von drei auf sechs Stellen ausdehnte, gestattete die große mille‑one (1.000.000) neun, wenn nicht zwölf und mehr Stellen.
Die selten vorkommenden noch größeren Zahlen hätte man einfach mit Zehnerpotenzen ausdrücken können. Doch unsere Vorfahren entschlossen sich zu der naheliegenden Fortsetzung, in einer 〈p+1〉illion das Millionenfache der 〈p〉illion zu sehen und für 〈p〉 einen lateinischen Präfix zu verwenden. So entstanden die noch heute in Europa gültigen Bezeichnungen Billion, Trillion, Quadrillion usw. in Schritten zu sechs Stellen. Das ist die lange Skala oder System von Chuquet mit 〈p〉illion für eine Eins mit 6p Nullen. Daß tausend 〈p〉illionen auch 〈p〉illiarde genannt werden, ändert am Prinzip nichts.
Auch Dreierblöcke wären sinnvoll, doch dann 〈p〉illion für eine Eins mit 3p und nicht 3(p+1) Nullen, der sog. kurzen Skala, die zwar nicht von den Amerikanern erfunden wurde, sich jedoch wegen ihres weltweiten Einflusses auf die ganze Welt ausbreitet. Auch wenn es in der Praxis von wenig Bedeutung ist, so stört es meinen Schönheitssinn, wenn ein 〈p〉illionstel nicht eine 〈-p〉illion ist.
Während die Franzosen durch Verordnung ins europäische Chuquet-System zurückkehrten, konnten die Engländer sich dem Sprachchauvinismus nicht erwehren und haben ihre milliard weitgehend der billion geopfert. Vielleicht sind wir gut beraten, billion und angeberische trillion dollar zu vergessen und uns an Giga- und Tera-Dollar zu gewöhnen, nachdem geklärt ist, daß Giga für 10⁹ und nicht 2³⁰ steht.
Zahlreform
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Zwanzigeins
wuerg, 03.03.2005 16:45
Wenn man den Deutschen eine der Ziffernreihenfolge angepaßte Sprechweise wie zwanzigeins statt einundzwanzig aufdrücken will, dann sollte auch nicht mehr zwanzig gesagt oder gar dreißig geschrieben werden, sondern zum Beispiel einzig, zweizig, dreizig. Zur weiteren Systematisierung könnte eins durch ein und sieben durch sieb ersetzt werden. Unter Beibehaltung der höheren Positionen hundert, tausend, Million, Milliarde usw. nebst Unterdrückung der Null, würde 10.700.001.234 als
einzigmilliardensiebhundertmillioneneintausendzweihundertdreizigvier
geschrieben werden. Kürzt man neben eintausend und einhundert auch einzig, so ergeben sich verwirrende zigmilliarden. Eine Ersetzung von zig durch zehn macht es mit dreizehnvier nicht besser. Vielleicht werden sich moderate Bemühungen zur Zwanzigeins [1] eines Tages durchsetzen, wahrscheinlich aber wie die Zehntagewoche und der Sechzehnstundentag scheitern. Schön, wenn man das für alle Sprachgängelungen sagen könnte!
Natürlich ist es ungerecht, die Bestrebungen zur Anpassung der Zahlwörter an die Abfolge der Ziffern mit weiteren Problemen zu karikieren. Ist die deutsche Sprechweise aber wirklich so abwegig, daß Kindern und Ausländern durch eine Reform die Aneignung erleichtert werden sollte? Kommt es wirklich zu vielen Zahlverdrehungen, die gelegentlich auch Geld kosten? Es sollte doch egal sein, ob man vierzigfünf oder fünfundvierzig sagt. In beiden Fällen führt das auf 40+5=5+40=45. Wer 54 schreibt, hat nicht rückgelesen, sonst wäre ihm sowohl mit vierundfünfzig als auch fünfzigvier das Versehen aufgefallen.
Und so geht es dem Verein Zwanzigeins zumindest im ersten Schritt nicht darum, die einundzwanzig aus der Schule und dann aus der Gesellschaft zu drängen, sondern um eine Anerkennung der Zwanzigeins als korrekt und allgemein verstanden, so wie 3 Uhr 45 statt dreiviertel Vier. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, daß wie mit der Rechtschreibreform und vor allem zwanzig Jahre später der Genderisierung eine nervige Sprachverhunzung über Schulen, Behörden und aggressive Minderheiten durchgedrückt wird. Wenn es Schwierigkeiten bereitet, deutsche oder französische Zahlwörter zu erlernen, sollte man sich eher fragen, welchen Nutzen Sprachen neben der des eigenen Landes und Englisch haben. Wer meint, dadurch in die Kultur vielfältiger Völker einzudringen, der kann gerne mit den Zahlwörtern beginnen.
[1] Zwanzigeins. Von Prof. Lothar Gerritzen gegründeter Verein Zwanzigeins. Leider habe ich es in Frankfurt versäumt, eine seiner Vorlesungen zu hören.
Zahlsprech | Zahlreform | Großziffern
einzigmilliardensiebhundertmillioneneintausendzweihundertdreizigvier
geschrieben werden. Kürzt man neben eintausend und einhundert auch einzig, so ergeben sich verwirrende zigmilliarden. Eine Ersetzung von zig durch zehn macht es mit dreizehnvier nicht besser. Vielleicht werden sich moderate Bemühungen zur Zwanzigeins [1] eines Tages durchsetzen, wahrscheinlich aber wie die Zehntagewoche und der Sechzehnstundentag scheitern. Schön, wenn man das für alle Sprachgängelungen sagen könnte!
Natürlich ist es ungerecht, die Bestrebungen zur Anpassung der Zahlwörter an die Abfolge der Ziffern mit weiteren Problemen zu karikieren. Ist die deutsche Sprechweise aber wirklich so abwegig, daß Kindern und Ausländern durch eine Reform die Aneignung erleichtert werden sollte? Kommt es wirklich zu vielen Zahlverdrehungen, die gelegentlich auch Geld kosten? Es sollte doch egal sein, ob man vierzigfünf oder fünfundvierzig sagt. In beiden Fällen führt das auf 40+5=5+40=45. Wer 54 schreibt, hat nicht rückgelesen, sonst wäre ihm sowohl mit vierundfünfzig als auch fünfzigvier das Versehen aufgefallen.
Und so geht es dem Verein Zwanzigeins zumindest im ersten Schritt nicht darum, die einundzwanzig aus der Schule und dann aus der Gesellschaft zu drängen, sondern um eine Anerkennung der Zwanzigeins als korrekt und allgemein verstanden, so wie 3 Uhr 45 statt dreiviertel Vier. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, daß wie mit der Rechtschreibreform und vor allem zwanzig Jahre später der Genderisierung eine nervige Sprachverhunzung über Schulen, Behörden und aggressive Minderheiten durchgedrückt wird. Wenn es Schwierigkeiten bereitet, deutsche oder französische Zahlwörter zu erlernen, sollte man sich eher fragen, welchen Nutzen Sprachen neben der des eigenen Landes und Englisch haben. Wer meint, dadurch in die Kultur vielfältiger Völker einzudringen, der kann gerne mit den Zahlwörtern beginnen.
[1] Zwanzigeins. Von Prof. Lothar Gerritzen gegründeter Verein Zwanzigeins. Leider habe ich es in Frankfurt versäumt, eine seiner Vorlesungen zu hören.
Zahlsprech | Zahlreform | Großziffern
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Zahlreform
wuerg, 02.03.2005 21:16
Reformbestrebungen im deutschen Sprachraum zielen weniger auf die Großgliederung (Tausend, Million, Milliarden) der Zahlen in Dreierblöcken (Großziffern), sondern auf eine analoge Gliederung der Großziffern (000-999) in drei normale Dezimalziffern. Auch hier wird man nicht einfach fünf-null-sechs für 506 sagen können, sondern an der menschlichen Positionsbezeichnung festhalten, also in der Form 5-h-0-z-6-e sprechen, wobei es wieder der jeweiligen Sprache überlassen bleibt, wie die Ziffern 0 bis 9 und die Positionen h, z und e benannt werden. Wegen der Übereinstimung mit der englischen Sprache wird eine deutsche Zahlsprechreform weiterhin h mit Hundert bezeichnen und e völlig entfallen lassen. Für z aber scheidet „zehn“ wegen Kollisionen mit der hergebrachten Sprechweise aus. Sonst wäre 30 als dreizehn zu sprechen. Das z durch die Silbe „zig“ zu ersetzen ist formal gut, doch wirkt es ein bißchen albern.
In beiden Gliederungsschriften (Dreierblöcke und Einzelziffern) soll natürlich von dem Vorteil der Positionsbezeichnung Gebrauch gemacht werden, Nullen und Einsen weitgehend zu unterdrücken, Ziffern 0 und Großziffern 000 entfallen beim Sprechen oder Ausschreiben samt der nachfolgenden Positionsangabe. Ziffern 1 und Großziffern 001 können ebenfalls weggelassen werden. So leitet sich aus der Zahl 10023000507001890, die übersichtlicher als 10.023.000.507.001.890 geschrieben wird, zunächst die Sprechweise 10-t5-023-t4-000-t3-507-t2-001-t1-890-t0 ab. Es entfallen t0, 000-t3 und 001, wodurch 10-t5-023-t4-507-t2-t1-890 entsteht. Die Gliederung der Großziffern führt auf 1z0e-t5-0h2z3e-t4-5h0z7e-t2-t1-8h9z0e und die Weglassung von 0e, 0z, 0h, e und 1 auf z-t5-2z3-t4-5h7-t2-t1-8h9z.
20-1-Verein | 20-1 | Zahlsprech | Großziffern | zig | Billion
In beiden Gliederungsschriften (Dreierblöcke und Einzelziffern) soll natürlich von dem Vorteil der Positionsbezeichnung Gebrauch gemacht werden, Nullen und Einsen weitgehend zu unterdrücken, Ziffern 0 und Großziffern 000 entfallen beim Sprechen oder Ausschreiben samt der nachfolgenden Positionsangabe. Ziffern 1 und Großziffern 001 können ebenfalls weggelassen werden. So leitet sich aus der Zahl 10023000507001890, die übersichtlicher als 10.023.000.507.001.890 geschrieben wird, zunächst die Sprechweise 10-t5-023-t4-000-t3-507-t2-001-t1-890-t0 ab. Es entfallen t0, 000-t3 und 001, wodurch 10-t5-023-t4-507-t2-t1-890 entsteht. Die Gliederung der Großziffern führt auf 1z0e-t5-0h2z3e-t4-5h0z7e-t2-t1-8h9z0e und die Weglassung von 0e, 0z, 0h, e und 1 auf z-t5-2z3-t4-5h7-t2-t1-8h9z.
20-1-Verein | 20-1 | Zahlsprech | Großziffern | zig | Billion
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Großziffern
wuerg, 28.02.2005 12:40
Stellt man eine Zahl nicht zur Basis 10, sondern 1000 dar, so benötigt man nicht nur zehn Ziffern, sondern tausend sog. Großziffern. Rechenkünstler verbinden mit jeder dieser Großziffern eine anschauliche Vorstellung und kennen im Idealfall das zugehörige (kleine) Einmaleins aus tausend mal tausend Produkten auswendig. Stellt man die Großziffern aber als drei normale Ziffern dar, so unterscheidet die Darstellung in Großziffern sich nicht von der normalen Dezimalschreibweise, wenn man bei der führenden Großziffer auf die führenden Nullen verzichtet. So würde die Zahl 10203040506070809 in Großziffern 010.203.040.506.070.809 lauten. An den Menschen angepaßt auch 10.203.040.506.070.809, wodurch der Eindruck einer gegliederte Dezimalzahl entsteht. Wer sich an die Unart von IP-Adressen gewöhnt hat, mag auch 10.203.40.506.70.809 schreiben.
Auf diesen Großziffern oder der Gliederung in Dreierblöcken baut unsere Zahlbenennung auf. Jede Zahlwortreform wird darauf Rücksicht nehmen müssen. Da die Menschen der ganzen Welt auch nicht von der Bennennung der Ziffernpositionen abweichen werden, ist die obige Zahl 10203040506070809 also in der Form 10-t5-203-t4-040-t3-506-t2-070-t1-809-t0 auszusprechen, wobei es der jeweiligen Sprache überlassen bleibt, wie die Dreierblöcke und die Positionsangaben t0, t1, t2, ... auszusprechen sind. Wegen der Übereinstimmung mit der englischen Sprache wird eine deutsche Zahlwortreform weiterhin t2 mit Million und t1 mit Tausend bezeichnen und t0 völlig entfallen lassen. Ab t3 aber entsteht ein gewisses Problem.
Zahlsprech | Zahlreform
Auf diesen Großziffern oder der Gliederung in Dreierblöcken baut unsere Zahlbenennung auf. Jede Zahlwortreform wird darauf Rücksicht nehmen müssen. Da die Menschen der ganzen Welt auch nicht von der Bennennung der Ziffernpositionen abweichen werden, ist die obige Zahl 10203040506070809 also in der Form 10-t5-203-t4-040-t3-506-t2-070-t1-809-t0 auszusprechen, wobei es der jeweiligen Sprache überlassen bleibt, wie die Dreierblöcke und die Positionsangaben t0, t1, t2, ... auszusprechen sind. Wegen der Übereinstimmung mit der englischen Sprache wird eine deutsche Zahlwortreform weiterhin t2 mit Million und t1 mit Tausend bezeichnen und t0 völlig entfallen lassen. Ab t3 aber entsteht ein gewisses Problem.
Zahlsprech | Zahlreform
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Zahlsprech
wuerg, 27.02.2005 22:59
Solange Zahlen in der uns bekannten Weise geschrieben werden, halte ich zwei Positionen für deren Aussprache und ihre Schreibung als Zahlwörter für vernünftig. Die eine besteht einfach darin, es der Sprachevolution zu überlassen, an der sich Reformer und Kritiker durchaus offensiv bis aggressiv beteiligen können. So machen es ja auch die Jugendlichen (Alder), die Aktiengläubigen (aufstellen), die Christen (Zeitansage), die Informatiker (matchen), die Berater (handeln), die Internetspinner (dotcom) und auch das gemeine Volk (Navi). Meinetwegen können alle Sprachverbesserer gerne auch dreizigeins statt einunddreißig sprechen und schreiben, bis sich ihre Ausdrucksweise durchgesetzt hat und die heutige als veraltet gilt. Über die Jahrhunderte gesehen wäre das keine sehr gravierende Änderung.
Die andere (zweite!) Position ist eine in allen Aspekten systematische Benennung der Zahlen, deren Verwendung zumindest dann angebracht ist, wenn Verwechselungen ausgeschlossen werden sollen. So war es auf Schecks üblich, den Betrag nochmals zweifelsfrei auszuschreiben (eins-zwei-drei-vier bei 1234 DM). Auch sind wir daran gewöhnt, Nachkommastellen einfach aufzulisten und nur ausnahmsweise die Positionen (er lief in 9 Sekunden und 95 Hundertstel) zu benennen. Trotzdem werden wir nicht eine reine Aufzählung (eins-zwei-drei-vier) oder gar eine wissenschaftliche Notation (1.234e+3, deutsch eins-Komma-zwei-drei-vier Tausend) sprechen wollen. An der Benennung der Ziffernposition (Hundert, Tausend, Million) wird also festzuhalten sein, wodurch der weitgehende Wegfall der null und der eins in der Zahlaussprache weiterhin möglich bliebe. Auch auf die Gliederung in Dreiergruppen (Großziffern) wird ein neues System Rücksicht zu nehmen haben.
20-1-Verein | 20-1 | Großziffern | Zahlreform | zig
Die andere (zweite!) Position ist eine in allen Aspekten systematische Benennung der Zahlen, deren Verwendung zumindest dann angebracht ist, wenn Verwechselungen ausgeschlossen werden sollen. So war es auf Schecks üblich, den Betrag nochmals zweifelsfrei auszuschreiben (eins-zwei-drei-vier bei 1234 DM). Auch sind wir daran gewöhnt, Nachkommastellen einfach aufzulisten und nur ausnahmsweise die Positionen (er lief in 9 Sekunden und 95 Hundertstel) zu benennen. Trotzdem werden wir nicht eine reine Aufzählung (eins-zwei-drei-vier) oder gar eine wissenschaftliche Notation (1.234e+3, deutsch eins-Komma-zwei-drei-vier Tausend) sprechen wollen. An der Benennung der Ziffernposition (Hundert, Tausend, Million) wird also festzuhalten sein, wodurch der weitgehende Wegfall der null und der eins in der Zahlaussprache weiterhin möglich bliebe. Auch auf die Gliederung in Dreiergruppen (Großziffern) wird ein neues System Rücksicht zu nehmen haben.
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zwanzigeins
wuerg, 25.02.2005 14:28
Heute meldet mir der Google-Mathematik-Alert statt interessanter Forschungsergebnisse wieder einmal einen Zwanzigeins-Vorstoß. Es mag von Vorteil sein, wenn auch wir Deutschen unsere Zahlen gemäß der Ziffern-Reihenfolge benennen, doch die Pisa-Ergebnisse werden sich dadurch nur wenig bessern. Verordnen werden kann ein neues Zahlsprech so und so nicht. Allenfalls wird sich eine neue Bennenung nach einer langen Zeit der Koexistenz mit der alten durchsetzen. Nicht anders ergeht es der Rechtschreibreform. Eine Anpassung an die Angelsachsen wird so und so nicht ausbleiben, gleichwohl sie in keiner Weise Vorbild sind, solange Pfunde, Linksverkehr, Zoll, Gallonen und deren Billionen nicht abgeschafft sind. Die Schweden haben auf Rechtsverkehr umgestellt, die Norweger alternative Zahlbezeichnungen. Zusammen mit den Pisa-Finnen sollten sie eher Vorbild sein.
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14
wuerg, 21.02.2005 16:45
Die Bedeutung der 14 besteht vor allem darin, das Doppelte der 7 zu sein, fällt jedoch hinter anderen Vielfachen zurück: 4·7=28 ist vollkommen, 6·7=42 erklärt die ganze Welt und 70 mal 7 mal soll man vergeben. Zwar umfassen zwei Wochen 14 Tage, ein halber Monat ist aber gut 15 Tage lang, und zur gleichen Zeit Hochwasser gibt es ebenfalls fast alle 15 Tage. Im Gegensatz zu Ostern wird Passah immer ab dem 14. Nisan gefeiert, was aber nur ein Vorteil ist, wenn alle nach dem jüdischen Kalender leben. Modernen Nazis steht die 14 für die schwachsinnigen 14 Wörter eines Spruches von David Eden Lane.
So bleibt im wesentlichen die aus Daleth+Waw+Daleth=4+6+4=14 abgeleitete Davidszahl. Sie findet sich in den 14 Geschlechtern von Abraham bis David und den gemauschelten zweimal 14 bis Jesus. Die gleiche Denkweise gilt für Johann Sebastian Bach, in dessen Musik B+A+C+H=2+1+3+8=14 nicht zufällig vorkommt.
Mathematisch gibt die 14 ebenfalls wenig her. Sie ist aber dritte quadratische Pyramidenzahl, also 1·1+2·2+3·3=14. Festkörperphysiker werden wissen, daß es 14 Bravais-Gitter gibt. Würfel und Oktaeder haben jeweils 12 Kanten und somit 12+2=14 Ecken und Flächen. Durch Absägen der Ecken eines Würfels bzw. Oktaeders entstehen 8 Dreiecke und 6 Quadrate. Der entstande Kuboktaeder hat also 14 Flächen.
Und noch eine kleine Spielerei: Eine k‑stellige Zahl n heißt Keith-Zahl, wenn man ihre Ziffern als die ersten k Glieder einer Folge nimmt, in Fibonacci-Manier immer k Folgeglieder addiert und n in dieser Folge vorkommt. [1] Unter den nicht trivialen mehrstelligen Keith-Zahlen ist 14 die kleinste.
[1] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Keith-Zahlen A130010.
13 | 15 | 7 | 28 | 42
So bleibt im wesentlichen die aus Daleth+Waw+Daleth=4+6+4=14 abgeleitete Davidszahl. Sie findet sich in den 14 Geschlechtern von Abraham bis David und den gemauschelten zweimal 14 bis Jesus. Die gleiche Denkweise gilt für Johann Sebastian Bach, in dessen Musik B+A+C+H=2+1+3+8=14 nicht zufällig vorkommt.
Mathematisch gibt die 14 ebenfalls wenig her. Sie ist aber dritte quadratische Pyramidenzahl, also 1·1+2·2+3·3=14. Festkörperphysiker werden wissen, daß es 14 Bravais-Gitter gibt. Würfel und Oktaeder haben jeweils 12 Kanten und somit 12+2=14 Ecken und Flächen. Durch Absägen der Ecken eines Würfels bzw. Oktaeders entstehen 8 Dreiecke und 6 Quadrate. Der entstande Kuboktaeder hat also 14 Flächen.
Und noch eine kleine Spielerei: Eine k‑stellige Zahl n heißt Keith-Zahl, wenn man ihre Ziffern als die ersten k Glieder einer Folge nimmt, in Fibonacci-Manier immer k Folgeglieder addiert und n in dieser Folge vorkommt. [1] Unter den nicht trivialen mehrstelligen Keith-Zahlen ist 14 die kleinste.
1,4,5,9,14 (1+4=5, 4+5=9, 5+9=14) 1,9,10,19 (1+9=10, 9+10=19) 2,8,10,18,28 4,7,11,18,29,47 6,1,7,8,15,23,38,61 7,5,12,17,29,46,75 1,9,7,17,33,57,107,197 (1+9+7=17, ...)
[1] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Keith-Zahlen A130010.
13 | 15 | 7 | 28 | 42
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