Einordnung
Gestern war in den alternativen Medien ein Auzug aus einem Morgen­magazin zu sehen, in dem ein naiver Mode­rator von Tino Chru­palla einge­seift wurde. [1] Er begann mit der auf der Hand lie­gen­den Mög­lich­keit, Öl und Gas aus Ruß­land zu bezie­hen. Das gefiel dem Mode­rator nicht, weil Ruß­land doch einen völ­ker­rechts­widri­gen Angriffs­krieg führe, worauf­hin er zu hören bekam, daß die USA den doch ebenfalls führten und konse­quent mora­lische Handels­beschrän­kungen uns bald im Dunkeln stehen ließen. „Das kann ja kein Argu­ment sein“ war darauf­hin hilf­los vom Mode­rator zu hören, der sprach­los in einem wohl groß heraus­kopier­ten Bild gezeigt wurde, was aber nicht so dreist ist wie „Moderator kontert sofort“ sogar in der Über­schrift eines schrift­lichen Berich­tes. [2] Wo ist der Konter, wo die Nach­frage? Noch nicht einmal eine der berühm­ten Ein­ord­nun­gen, einfach nur eine selbst­gefäl­lige apo­dikti­sche Behaup­tung.

Weder das eine, noch das andere hätte mich zu diesen Äuße­rungen hinge­rissen, wäre mir an diesem Bei­spiel nicht ins Auge gesprun­gen, wie sehr ein und die­selbe Sache durch ver­schie­dene Brillen völlig ent­gegen­gesetzt beur­teilt und ‚einge­ordnet‘ werden kann. Und ich hoffe nicht zu sehr meinen eige­nen Vorur­teilen erlegen zu sein, wenn ich frage: Wie kann man als Mode­rator so unfä­hig sein, daß einem auf eine miß­lie­bige Antwort nichts als eine Beleh­rung einfällt und man sich erst erholen muß, bevor man zur vor­berei­teten Folge­frage kommt. Aber offen­sicht­lich gibt es in allen großen Medien die Gewiß­heit, daß der geneigte Zuschauer und Leser solche argu­menta­tions­leeren Ein­ord­nungen wert­schätzt.

[1] Tino Chrupalla zerlegt ZDF mit eigenem Argument! Russisches Gas für unsere Wirtschaft ist notwendig! Politik mit Kopf, Youtube, 14.04.2026.

[2] AfD-Chef Chrupalla will „günstiges Gas aus Russland“ – ZDF-Moderator kontert sofort. Merkur, 14.04.2026.

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Nachdem nur dreißig- der fünfzig­tausend erwarteten Gegen­demon­strie­renden den Auftakt des Partei­tages der AfD in Erfurt verpennt hatten und den lieben langen Tag hilflos umher­irrten, hielten die ‚Organi­satoren‘ von „wider­setzen“ am Tape­zier­tisch eine Presse­konfe­renz ab, wo sie von Apollo News zu den tätli­chen Angriffen auf ihre Kollegen befragt wurden. Eine Antwort an rechte Medien aber gibt es nicht. Nachdem dann ein anderer Repor­ter die Frage wieder­holte, ordnete ein weib­lich lesba­rer Schnösel im Zebra­kostüm, dessen Name ich mir hier ver­kneife, den Sach­verhalt ein: „Faschi­stinnen mit 'nem Presse­ausweis sind immer noch Faschi­stinnen.“ Für die gilt noch nicht einmal das Tier­schutz­gesetz.

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