zehn
Die Zahl 10 ist sicherlich bedeutend, doch im wesentlichen nur wegen eines einzigen Umstandes, nämlich der üblichen Darstellung der Zahlen mit zehn Ziffern. Bevor man eine Zahl wegen einer Eigenschaft rühmt, die sich aus ihrer Dezimal­darstellung ergibt, sollte man sich immer fragen, ob gleiches nicht einer ganze Reihe anderer Zahlen zukommt, wenn man auch andere Basen zuläßt. Es ist sicherlich ein guter Sport, Besonder­heiten zu finden, die die Basis 10 unter allen anderen hervorheben. Sind sie nicht konstruiert, sondern schlicht und einfach, könnten sie die Basis 10 als natürlich erscheinen lassen. Nur muß es etwas mehr sein als die simple Tatsache, daß wir zwei Hände zu fünf Fingern haben.

Vielen ist die 10 heilig, weil es die zehn Gebote gibt, wovon zumindest nach Luther die ersten drei auf der einen und die letzten sieben auf der anderen Tafel stehen sollen. Das bestärkt manchen die Heiligkeit der 10=3+7 als Summe zweier anderer heiliger Zahlen. Nur ist es umgekehrt richtig: Es gibt nicht zwölf Gebote gemäß den Stämmen Israels, sondern durch Zusammen­fassung nur zehn, weil wir dank unserer Dezimal­zahlen gerne in Dekalogen denken. Auch die Gliederung ist willkürlich, zumal Reihenfolge und Zusammen­fassung sich nach Glaubens­richtung unterscheiden. Bereits in der Bibel gibt es mehrere Versionen. In ihrer Weisheit verzichtet sie aber auf Numerierungen.

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