Oktave
Oktave hat natürlich etwas mit acht zu tun und bezeich­net (ursprüng­lich) das von zwei Tönen einer Ton­leiter gebil­dete Inter­vall, wenn es acht Töne umfaßt, so man beide Rand­töne voll mit­zählt. In den gän­gigen Tonlei­tern führt das immer auf ein Schwin­gungs­ver­hält­nis von 2:1, was sicher­heits­halber als reine Oktave bezeich­net wird, denn es sind Abweichun­gen davon mög­lich. Zum einen könnten die Oktaven absicht­lich ver­stimmt werden, etwa zur Anpas­sung an die Quinte oder das mensch­liche Gehör. Zum anderen könnten sieben Ton­schritte durchaus weit neben 2:1 liegen. Das geht aber nicht soweit, daß sieben Halb­ton­schritte der Zwölf­ton­leiter als Oktave bezeich­net werden, denn heut­zutage orien­tiert man sich an der gän­gigen Nota­tion. Eine Oktave ist immer das, was vier Noten­linien und vier Zwischen­räume umfaßt.

Langer Rede kurzer Sinn: Jeder weiß, was eine Oktave sein soll, doch der Name ist nicht sehr günstig und seine Verwen­dung für weit von der reinen Oktave abwei­chende Inter­valle auch. Besser wäre eine Bezeich­nung auf der Basis der einge­schlos­senen Halbton­schritte, für die halb­wegs bei 2:1 liegen­den Inter­valle also irgend­was mit zwölf. Und unsere Urväter können sich nicht damit ent­schul­digen, die Zwölf­ton­musik nicht gekannt zu haben, denn sie wußten besser als wir heute, wie groß die ein­zelnen Inter­valle sind und daß man sich das Leben mit addi­tions­taug­lichen Namen erleich­tert. Da Strafe sein muß, ist es lustig zu sehen, wenn zur Verset­zung um zwei Oktaven eine 16 über oder unter dem Noten­schlüs­sel steht, obwohl 15 richtig wäre. Mit den Wochen ist es umge­kehrt, da sagen wir in 8 bzw. 14 Tagen. Zur Übung: Ein 10‑bän­diges Lexi­kon mit 1000 Seiten pro Band steht im Regal. Ein Bücher­wurm frißt sich von der ersten Seite des ersten Bandes auf die letzte Seite des letzten durch. Wieviele Seiten hat er durch­löchert?

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