Polygonalzahlen
Weitgehend bekannt ist, wie sich die Dreiecks­zah­len Dₙ aus Drei­ecken und die Qua­drat­zah­len Qₙ aus Qua­dra­ten erge­ben. Dieses Ver­fah­ren kann auf Fünf­ecke, Sechs­ecke, Sieben­ecke usw. wie folgt fort­ge­setzt werden:
    1          1             1                 1
   2 2        2 2          2   2             2   2
  3 3 3      3 2 3       3  2 2  3         3 2   2 3
 4 4 4 4    4 3 3 4    4  3     3  4     4 3   2   3 4
             4 3 4      4  3 3 3  4      4 3       3 4
   k=3        4 4        4       4       4   3   3   4 
               4          4 4 4 4        4     3     4
                                           4       4
   n=4        k=4           k=5              4   4
                                               4   k=6
Die vierten Dreiecks-, Quadrat-, Fünfeck-, Sechseck­zahlen [1]

Man sieht, daß für k>4 die geome­trische Schön­heit zuneh­mend ver­loren geht und für große n rie­sige Löcher ent­stehen, sofern man die Poly­gone nicht stark ver­biegt. Dennoch werden Punkt­zahlen dieser Gebilde normale, einfache, gewöhn­liche oder schlicht die Poly­gonal­zahlen genannt. Oft heißen sie auch unzen­triert oder dezen­tral, wodurch sie zumin­dest sprach­lich hinter die eben­mäßi­geren, runder und symme­tri­scher aus­sehen­den zen­trier­ten Poly­gonal­zahlen zurück­fallen. [2]

Die Bildung der Figuren beginnt für n=1 mit einem Punkt (1). Für n=2 ist es ein k‑Eck mit 2 Punk­ten pro Kante. Dem Anfangs­punkt und seinen beiden Kanten (1–2) über­lagert man sodann für n=3 ein k‑Eck mit 3 Punk­ten pro Kante. Das geht so weiter bis zu einem über­lagern­den k‑Eck mit n Punk­ten auf jeder Kante. Die Gesamt­zahl der Punkte ist die n‑te k‑Eck­zahl

Pkn = n((k−2)n−(k−4))/2 = n+(k−2)Dn−1 = Dn+(k−3)Dn−1 = n2+(k−4)Dn−1

worin Dₙ=P³=n(n+1)/2 die n‑te Drei­ecks­zahl ist.
 n  1 2  3  4  5  6   7   8   9  10  11  12
P3n 1 3  6 10 15 21  28  36  45  55  66  78 Dreieckszahlen   Dn=n(n+1)/2
P4n 1 4  9 16 25 36  49  64  81 100 121 144 Quadratzahlen    Qn=n2
P5n 1 5 12 22 35 51  70  92 117 145 176 210 Pentagonalzahlen Fn=n(3n−1)/2
P6n 1 6 15 28 45 66  91 120 153 190 231 276 Hexagonalzahlen  Hn=n(2n−1)
P7n 1 7 18 34 55 81 112 148 189 235 286 342 Heptagonalzahlen Sn=n(5n−3)/2
P8n 1 8 21 40 65 96 133 176 225 280 341 408 Oktagonalzahlen  An=n(3n−2)
Die Formel für diese Polygonal­zahlen läßt auf alle k,n aus ℕ, ja ℤ, ℝ oder mehr fort­setzen. Für festes n sind es Geraden mit Stei­gung Dₙ₋₁, für festes k≠2 Para­beln. Inter­essant sind die Zwei­eck­zahlen Zₙ=n, die Eineck­zahlen Eₙ=n(3−n)/2 und die Nulleck­zahlen Nₙ=n(2−n).

[1] Aus lautlichen Gründen gestatte ich mir nur bei den Dreiecks­zahlen ein Fugen‑S, zumal ich Qua­drats­zahlen nie hörte und mich an Dreieck­zahlen nicht erin­nern kann. Es ist wie mit dreißig und vierzig.

[2] Das liegt wohl an den alten Griechen, die sich für die zen­trier­ten Poly­gonal­zahlen vermutvlich weniger inter­essier­ten. Immer wieder erschei­nen derart holprige Attri­bute. So ist die Zahl  zwar nicht zusammen­gesetzt, gilt aber dennoch als stark zusammen­gesetzt, da alle klei­neren Zahlen weniger Teiler haben. Auch sind alle Körper Schief­körper, obwohl sie kommu­tativ, also nicht schief sind. Und im Jahre 2026 werden Ein­heimi­sche zu Nicht-​Migran­ten. Dem­nächst sind wir alle Migran­ten, nur die Ein­wande­rer keine Nicht-​Migran­ten, also von diesem Makel befreit.

[3] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Dreiecks­zahlen A000217, Quadrat­zahlen A000290, Fünkf­eck­zahlen A000326, Sechs­eck­zahlen A000384, alle Polygonalzahlen mit k,n>2 A090466.

[4] Jutta Gut: Figurierte Zahlen.

[5] Wolfram Mathworld. Figurate Number.

Dreieckszahlen | Quadratzahlen  | Zweieck | Eineck | zentrierte Poly­gonal­zahlen

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Wenn man irgendetwas aus einem Bild oder anderen Reali­täten heraus forma­lisiert, besteht immer die Gefahr, daß es sich irgend­wann als ungenau, unvoll­ständig oder gar falsch heraus­stellt. Aus solchen unge­nauen Forma­lisie­rungen korrekt abge­lei­tete Erkennt­nisse bleiben natür­lich rich­tig, treffen aber nicht mehr voll­umfäng­lich auf die betrach­teten Bilder und Reali­täten zu. Eine unter Mühen aufge­baute Theorie wird dadurch nicht falsch, doch mög­licher­weise uninter­essant oder gar wertlos.

Insbesondere gilt das für den Versuch, wirt­schaft­liche Zusam­men­hänge, das mensch­liche Verhalten oder andere schwer durch­schau­bare Systeme zu forma­lisie­ren. Das bleibt stets ungenau. Die aus solchen Modellen korrekt gewon­nenen Erkennt­nisse sind zwar in Ewigkeit gültig, es ist jedoch stets zu über­prüfen, ob diese Ergeb­nisse die Reali­tät noch einiger­maßen treffen, zumindest ansatz­weise erklären. [1]

Das Bild meines Hauptbeitrages sollte nahelegen, daß man von Pᵏₙ₋₁ nach Pᵏₙ aufsteigt, indem neben jeweils n−1 inne­ren Punk­ten auf den den k−2 neuen Kanten noch k−1 Eck­punkte hinzu­treten, was auf die Rekur­sion

Pᵏₙ=Pᵏₙ + (k−2)(n−2)+(k−1) = (k−2)nk+3

führt. Es könnten sich aber Denk­fehler einge­schlichen haben. Deshalb nochmals der Bildungs­prozeß am Beipiel des Fünf­eckes mit dem Übergang von H₄ nach H₅
      1                   o                     1
    2   2               o   o                 2   2
  3 2   2 3           o       o             3 2   2 3
4 3   2   3 4       o           o         4 3   2   3 4   
4 3       3 4     5               5     5 4 3       3 4 5       
4   3   3   4  +  5               5  =  5 4   3   3   4 5
4     3     4     5               5     5 4     3     4 5
  4       4       5               5     5   4       4   5
    4   4         5               5     5     4   4     5
      4             5           5         5     4     5
                      5       5             5       5
                        5   5                 5   5
                          5                     5   
k=6, n=5: Es kommen (k−2)(n−2)=4⋅3=12 innere Punkte (5)
auf den k−2 neuen Kanten und (k−1)=5 Eck­punkte (5) hinzu.

Zur Kontrolle wird Pᵏₙ₋₁−Pᵏₙ leicht abge­wandelt bestimmt: Das hinzu­tretende k‑Eck mit n Punk­ten auf jeder Kante weist insgesamt k(n−1) Punkte auf. Abzüg­lich der bereits vor­hande­nen 2(n−2)+1 Punkte (o) ist der Zuwachs abermals (k−2)nk+3.

Das befriedigt noch nicht sehr, könnte doch zweimal der gleiche Anschau­ungs­fehler unter­laufen sein. Deshalb etwas ein­facher, brutaler und geschickter: Zwei auf­ein­ander­fol­gende hinzu­tretende k‑Ecke unter­scheiden sich in der Anzahl neuer Punkte kon­stant um k−2, nämlich auf jeder der k Kanten bis auf die beiden oberen jeweils ein Punkt mehr. Es handelt sich bei deren Größe also um eine arith­meti­sche Pro­gres­sion, womit Pᵏₙ eine qua­drati­sche in n sein muß. Um zu veri­fizieren, daß n((k−2)n−(k−4))/2 die rich­tige ist, reicht eine Über­prü­fung der Werte Pᵏ₀=0, Pᵏ₁=1 und Pᵏ₂=k.

Und immer noch könnte sich ein Fehler einge­schli­chen haben, und zwar wie oftmals bei solchen rekur­siven Über­legun­gen gerade am Anfang, also bei n=0 oder gar n=1. Es wäre also ange­zeigt, statt Pᵏ₀=0, Pᵏ₁=1 und Pᵏ₂=k die Werte Pᵏ₂, Pᵏ₃ und Pᵏ₄ zu über­prüfen. Doch wie will man die sicher aus der Anschau­ung ableiten, ohne unend­lich viele Bilder zu malen?

Was ich sagen will: Es bleibt trotz aller Evidenz immer eine Rest­unsicher­heit, wenn man zu leicht­fertig auf Anschau­ung ver­traut, vor allem in Bereichen, da sie versagt, etwa in mehr als drei Dimen­sionen, bei unbe­rechen­baren Menschen oder nur teil­weise durch­schauten Systemen. Bei aller Sinn­haftig­keit des heut­zutage vernach­lässig­ten Geome­trie-​Unter­richtes sind wir keine alten Griechen mehr, die ihre Beweise durch bild­liche Kon­struk­tionen führten. Heute sollte es zuminvdest in der Mathematik so sein, daß umge­kehrt Bilder hoffent­lich gute Veran­schau­lichun­gen formaler Aus­sagen sind. [2]

Die Anschauung bleibt aber vor allem dann wichtig, wenn ohne sie eine Forma­lisie­rung uninter­essant wäre, die wiederum zu einer Verän­derung, gar Ver­besse­rung der Bilder führen kann, damit diese Zusammen­hänge besser sichtbar machen. So können die recht löch­rigen Stan­dard­bilder für die ein­fachen Poly­gonal­zahlen ober­halb von k=4 nicht nur dem mensch­lichen Empfinden ange­paßt werden, sondern auch Bezie­hungen unter­einan­der dar­stellen. Für Qua­drate und Dreiecke ist das recht einfach möglich:
1 2 3 4 5           1         1 2 3 4 5      B B B B A
2 2 3 4 5         2 2 2        A A A A B      B B B A A
3 3 3 4 5       3 3 3 3 3       A A A B B      B B A A A
4 4 4 4 5     4 4 4 4 4 4 4      A A B B B      B A A A A
5 5 5 5 5   5 5 5 5 5 5 5 5 5     A B B B B      A A A A A
Alle vier vorstehenden Figuren für Quadrat­zahlen bein­halten Q₅=5⋅5=25 Punkte und sind allesamt problem­los auf andere Größen als n=5 über­tragbar. Das erste Bild zeigt ein normales Quadrat und verdeut­licht, daß Qₙ=1+3+5+…+(2n−1) ist. Das zweite Bild gibt dieses Bildungs­gesetz in anderer Form wieder. Das dritte ist eine rauten­förmige Verzer­rung des ersten und zeigt Qₙ=n+2Dₙ₋₁. Das vierte illu­striert die Bezie­hung Pᵏₙ=Dₙ+(k−3)Dₙ₋₁ für das Quadrat, nämlich Qₙ=Dₙ+Dₙ₋₁.

Dieses vierte Bild zeigt statt eines Quadrates mit viermal 90 Grad eine Raute mit je zwei­mal 60 und 120 Grad. Diese Winkel sind ganz all­gemein günstig. Für ein Fünfeck kann man die fünf­mal 108 Grad auf 120+60+180+60 verbiegen
    5 5 5 5 5           B B B B A           B B B B A
   5 4 4 4 4 5         C B B B A A         C B B B A A
  5 4 3 3 3 4 5       C C B B A A A       C C B B A A A
 5 4 3 2 2 3 4 5     C C C B A A A A     C C C B A A A A
5 4 3 2 1 2 3 4 5   C C C C 1 2 3 4 5   C C C C A A A A A
und sieht im ersten Bild zumin­dest auf den zweiten Blick Fₙ=1+4+7+…+(3n−2). Das zweite Bild steht für Fₙ=n+3Dₙ₋₁, das dritte für Fₙ=Dₙ+2Dₙ₋₁. Schöner ist viel­leicht eine leichte Verzer­rung der Trapeze zu Häu­sern:
                            5           C           C
                 4         4 5         C C         C C
        3       3 4       3 4 5       C C C       C C C
 2     2 3     2 3 4     2 3 4 5     C C C C     C C C C
1 2   1 2 3   1 2 3 4   1 2 3 4 5   1 2 3 4 5   A A A A A
2 2   2 2 3   2 2 3 4   2 2 3 4 5   B A A A A   B A A A A
      3 3 3   3 3 3 4   3 3 3 4 5   B B A A A   B B A A A
              4 4 4 4   4 4 4 4 5   B B B A A   B B B A A
                        5 5 5 5 5   B B B B A   B B B B A
Man ahnt, wie es weiter­geht. Für Sechs­eck­zahlen wird ein wei­teres Drei­eck angeklebt:
     5 5 5 5 5           B B B B A           B B B B A
    5 4 4 4 4 5         C B B B A A         C B B B A A
   5 4 3 3 3 4 5       C C B B A A A       C C B B A A A
  5 4 3 2 2 3 4 5     C C C B A A A A     C C C B A A A A
 5 4 3 2 1 2 3 4 5   C C C C 1 2 3 4 5   C C C C A A A A A
  5 4 3 2             D D D D             D D D D
   5 4 3               D D D               D D D
    5 4                 D D                 D D
     5                   D      C            D
                               C C
5 5 5 5 5     D C C C C       C C C               D
4 4 4 4 5     D D C C C      C C C C             D D
3 3 3 4 5     D D D C C     A A A A A           D D D
2 2 3 4 5     D D D D C     B A A A A          D D D D
1 2 3 4 5     A A A A A     B B A A A         A A A A A
2 2 3 4 5     B A A A A     B B B A A        B A A A A C
3 3 3 4 5     B B A A A     B B B B A       B B A A A C C
4 4 4 4 5     B B B A A      D D D D       B B B A A C C C
5 5 5 5 5     B B B B A       D D D       B B B B A C C C C
                               D D
                                D 
Neben Hₙ=n+4Dₙ₋₁ und Hₙ=Dₙ+3Dₙ₋₁ illu­strieren die Figuren, daß alle Hexa­gonal­zahlen Recht­ecke bilden und Drei­ecks­zahlen sind, denn Hₙ=n(2n−1)=​D₋₁.

Wenn auch mit wachsendem k das Inter­esse abnimmt, so sind doch einige anspre­chende Figuren [3] zu diesen Poly­gonal­zahlen möglich, deren Dar­stel­lung dadurch erleich­tert wird, das nur k Drei­ecke zusammen­zusetzen sind, man insbe­sondere durch Ankleben eines Dreieckes oder eines Recht­eckes von k−1 bzw. k−2 zu k auf­steigt. Für gera­des k ist immer ein Recht­eck der Breite n und Länge (k/2−1)(n−1)+1 möglich. Für unge­rades k=2l+1 kann einfach ein Dach drauf­gesetzt werden.

[1] So ist das schönste Klima­modell wertlos, wenn die Annahmen nicht der Reali­tät ent­sprechen, wie das nunmehr vom Welt­klima­rat beer­digte Szena­rio 8.5, gemäß dem wir noch in diesem Jahr­hundert alles ver­brennen müßten, was das Erdreich hergibt.

[2] Ein Beispiel: Auch wenn man zurecht den Sinus als Verhält­nis von Gegen­kathete zur Hypo­tenuse sieht, so ist es mathe­matisch doch besser, ihn als Potenz­reihe zu defi­nieren oder gar aus der kom­plexen Expo­nential­funktion zu bilden. Keiner muß deshalb die recht­wink­ligen Drei­ecke ver­gessen.

[3] So kann man an ein Quadrat vier Dreiecke ankleben, um einen vier­zackigen Stern zur Achteck­zahl zu erhalten. Oder einem Dreieck zu einer Hexa­gonal­zahl drei weitere Dreiecke für einen sechs­zacki­gen Stern zu einer Neun­eck­zahl anfügen. Abraten würde ich dagegen von der 36 Eck­zahl für n>2 in Form eines Haken­kreuzes.

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