Flache Erde
Verfolgter, Opfer oder einfach nur Gegner eines verabscheuungs­wür­digen Systems aus weißen Männern, Rassisten, Schul­medizi­nern, Juden und Frei­maurern zu sein, hat Kon­junktur, macht inter­essant und führt entlang des schmalen Pfades zum ewigen Leben. Zunächst mag man an Femi­nisten und Nord­afri­kane­rinnen denken, doch deut­licher hervor tritt dieser Zeit­geist bei den Flach­erdlern.

In der frühen Antike lag es auf der Hand. Die bekannte Welt war nicht sehr groß. Sie maß viel­leicht eine Myriade Stadien. Es lag nahe, sie von einem Himmels­gewölbe abgedeckt zu sehen. Das mochte hundert­mal größer sein, also etwa 180.000 Kilo­meter im Durchmesser. Nicht viel im Ver­gleich zu heute bekann­ten Ent­fer­nungen, doch hoch genug, um selbst nach län­geren Fuß­mär­schen keine mit bloßem Auge sicht­baren Ver­schie­bungen am Himmel zu erwar­ten.

Wer aber etwas Ehrgeiz hatte und Sonnen­uhren nicht nur als Deko­ration an der Haus­wand sah, bemerkte schnell Abweich­ungen mit dem Ort, die in erster Nähe­rung nur zwei Erklä­rungen zuließen: Die Sonne scheint nur 35.000 Stadien hoch, oder die Erde ist gekrümmt. In zweiter Nähe­rung blieb nur die zweite Erklä­rung. Das Bild der gekrümm­ten, wenn nicht kugel­förmigen Erde war geboren.

Es ist ein ver­brei­tetes Märchen, in der Spät­antike oder im Mittel­alter hätte man die Erde für flach gehal­ten. Das ist Quatsch. Man meinte nur mehr­heit­lich, die Erde stünde unbe­weg­lich im Mittel­punkt der Welt. Rund war sie immer, nur schrumpfte sie stän­dig, um das eigene Reich größer erschei­nen zu lassen. Das ist keine Ent­schul­digung für Kolum­bus, so er wirk­lich annahm, an der indi­schen Ost­küste gelan­det zu sein.

Ein paar Spinner haben immer an die flache Erde geglaubt, ins­beson­dere die für Ver­schwö­rungen der Nasa, der Juden und der Frei­maurer anfäl­ligen Ameri­kaner. Doch mit Youtube und der sozia­len Aner­kennung von Abar­tigkeit brei­tete sich diese Seuche auch in Deutsch­land aus, obwohl moderne Flach­erdler ein Problem haben: Die Erde ist weit­gehend ver­messen und recht groß, ein Abgrund am Rande der Welt wurde noch nicht gefunden.

Deshalb sind die Flach­erdler gezwungen, den Nordpol als Mitte der Erd­scheibe zu sehen, worum sich die Konti­nente grup­pieren, wie auf dem Emblem der Ver­ein­ten Nati­onen darge­stellt. Eigent­lich ist der Schwach­sinn damit schon augen­fällig: Entweder macht man Aus­tra­lien platt oder riesen­groß. Aber wer weiß schon, ob die Län­gen und Flä­chen des austra­lischen Konti­nents nicht gefälscht sind?

Der runde Rand der Welt ist leider nicht zu sehen, denn davor befin­det sich die Ant­arktis. Um einen Nach­weis zu verhin­dern, dürfe der Südpol nicht über­flogen werden. Ich würde sagen, dies geschehe zur Sicher­heit, um nicht an der Kuppel zu zer­schel­len. Zur Über­prüfung reicht aber ein Schiff: Eine Umrun­dung der Ant­arktis auf dem vom Nordpol etwa 17.000 Kilo­meter entfernten 60. Brei­ten­grad mißt auf der flachen Erde 105.000 Kilo­meter, das Fünf­fache der wahren Strecke von 20.000 Kilo­metern.

Um die Erdkrümmung wegzu­diskutieren, muß die Sonne etwa einen Erd­radius über der Scheibe stehen. Dort umrunde sie jeden Tag in kon­stanter Höhe den Nordpol, im Sommer lang­samer auf engen, im Winter schnel­ler auf weiten Kreisen, weshalb sie eigent­lich nie untergeht. Auch wenn sie einer Straßen­lampe gleich nur einen Licht­kegel auf die Erde wirft, wodurch es nachts dunkel wird, dürfte sie trotz­dem nicht unter­gehen, würde also nicht hinter dem Hori­zont ver­schwin­den, sondern in großer Höhe ver­löschen. Doch das ist schon zu weit gedacht, zu wissen­schaft­lich.

Flacherdler werden nicht müde, alle Möglich­keiten wie die Krüm­mung der Licht­strahlen ins Feld zu führen, um Unge­reimt­heiten weg­zudis­kutieren. Das gelingt ihnen wie allen Reli­gionen auch bei den Gläu­bigen, die den Lügnern der Nasa mit ihren gefälsch­ten Welt­raum­bildern keinen Glauben schenken. Sie unter­nehmen sogar auf­wendige Mes­sungen an Wasser­kanälen und ris­kieren ihr Leben bei Über­flügen, die sie für weniger Geld in größerer Höhe buchen könnten.

Spinner aller Art produzieren sich gerne im Internet, ins­beson­dere mit Youtube-Film­chen. Das ruft natür­lich Gegner auf den Plan. Manche pole­misieren offen, doch einige gehen tatsäch­lich auf alle "Beweise" für eine flache Erde ein. Ein mühse­liges und aus­sichts­loses Unter­fangen. Schwach­sinn läßt sich nicht mit Schul­wissen­schaft besei­tigen, er muß raus­wachsen. Dafür müssen die Menschen rea­listi­scher werden, die Blöden aus­sondern und der­einst auf der flachen Erde zurück­lassen.

Aberglaube | Mimosen

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Ich glaube mittlerweile, dass die Mehrheit der FlatEarth-Youtuber nur so tun als ob, um Traffic zu generieren. Die Gegner führen die dann mehr oder weniger unterhaltsam vor und kriegen auch dafür Likes und Abos. Anfangs fand ich das auch ganz lustig, so bizarr, aber nach einiger Zeit ermüdet dieses Schauspiel doch sehr.

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Leider hatte ich Ihren nach drei Jahren geschrie­benen Kom­men­tar über­sehen. Nun nach wei­teren fünf meine Ant­wort: Es mag Leute geben, die zum Spaß von der fla­chen Erde faseln, aber nur kurz­zeitig zur Verar­schung der Heer­scha­ren, die fest daran glau­ben. Eine Weile lang habe ich sie unter You­tube ver­folgt. Als ihnen ange­sicht der hart­näcki­gen Wider­leger die Argu­mente aus- und die Nerven ver­loren­gingen, fingen sie an zu pöbeln, die Rund­erdler als Igno­ran­ten zu be­schimp­fen. So ist es zuneh­mend mit unse­ren Lin­ken. Unter Kritik geraten und mit dem Rücken zur Wand fällt ihnen trotz jahre­langen Stu­diums von Agita­tion und Propa­ganda kaum ein zug­kräf­tiges Argu­ment mehr ein, nur noch Rosinen­picke­reien, alte Kamel­len und Dif­famie­rungen.

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Warum bin ich gerade gestern an die flache Erde erin­nert worden? Nicht durch die zufäl­lige Ent­deckung eines alten Kom­men­tares, son­dern dirch meine Suche nach einer pas­senden alten Über­schrift für einen Kommen­tar zu einem unge­heuer­lich ein­seiti­gen, die Wirk­lich­keit ent­stel­lenden Blick auf unsere Ver­gangen­heit: Eine Auf­stel­lung von Terror­anschl­ägen ab dem Jahre 2000 kommt auf 37 Tote durch rechts und nur 25 islami­stisch moti­vierte Tote, während kein ein­ziger auf das Konto der Linken ging.

Sofort erin­nerte mich das an die Klima­ge­schichte, die zumeist mit dem Jahre 1950 beginnt, um den Hitze­sommer 1947 auszu­lassen. Doch wäh­rend ich dem Tempe­ratur­anstieg wenig­stens im Prin­zip zustimme, ist das hier ganz anders. Völ­lig ausge­lassen sind die 33 To­ten der RAF, dazu die von ihren palä­stien­si­schen Aus­bil­dern durch­gezo­genen Flug­zeug­ent­füh­run­gen mit minde­stens 15 To­ten.

Wer diese Zeit erlebt hat und heute mitan­sehen muß, welche Gruppen den Islam erst hofiert und dann massen­weise einge­schleppt haben, könnte durch­aus links und islami­stisch gemein­sam zählen und mit rechts verglei­chen. Dann sieht es mit 73:37 schon ganz anders aus [1]

Doch will ich gar nicht ablenken. Die NSU-​Serie war natür­lich ein Schande. Die rechts moti­vierten Taten einzel­ner eben­falls. Wer die geist­igen Nach­fahren oder gar Vor­reiter heute in der AfD suchen möchte, darf dies gerne ver­suchen. Nur sollte er zugleich vor der eige­nen inva­sions­freund­lichen Türe kehren und sich fest vor­nehmen, mit dem Arsch zuneh­mend an der Wand selbst nicht wieder zur Gewalt zu greifen.

Und eine Dreistig­keit will ich nicht uner­wähnt lassen: Die Ein­ord­nung des An­schla­ges von Magde­burg ins rechte Lager. Abge­sehen davon, daß es offi­ziell kein Terror­an­schlag, son­dern eine Amok­fahrt gewesen sein soll, wird diese Will­kür vor der Ge­schichte keinen Bestand haben. Für mich ist es so und so einfach eine fremd­ländi­sche Tat.

Und abseits aller Zahlen, seien es Rosi­nen oder Wahr­haftig­keiten: Bei jedem Anschlag hoffe nicht nur ich, es mögen keine Durch­ge­knall­ten rech­ter Gesin­nung sein, die man flugs der AfD anla­sten kann. Aus deren Lager ist nicht mit Sympa­thien zu rech­nen. Das war bei der RAF dank klamm­heim­licher Freude anders. Vom inter­natio­nalen Jubel der Moslems ganz zu schwei­gen.

[1] Dieses eso­teri­sche Ver­hält­nis ergab sich unge­plant. Es trifft natür­lich dank meiner histo­risch-​kriti­schen Inkom­petenz sicher­lich nicht exakt zu. Und wegen Magde­burg ist so und so 80:30 reali­sti­scher. Auf drei Gruppen auf­ge­teilt: 40 isla­mi­stisch, 40 links, 30 rechts.

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Vor dem Ende der Zivili­sation will ich es auf­schrei­ben: Heute um 14:33 UT [1] sollen die Gravi­tations­wellen zweier kolli­die­render schwar­zer Löcher für exakt 7,3 Se­kun­den die Schwer­kraft der Erde so stark stören, auf daß alles vom Boden abhe­ben kann, was nicht niet- und nagel­fest mit ihm ver­bun­den ist. Das wisse die NASA seit 12 Jah­ren und hat im Rahmen von Project Anchor für 89 Milli­arden Dollar Bunker [2] für die Elite bauen lassen, denn minde­stens 40 Milli­onen Men­schen werden dabei ihr Leben lassen.

Ganz normaler Schwach­sinn, wenn man bedenkt, daß in der Mensch­heits­ge­schichte schon viele schwarze Löcher kolli­diert sind, nur nicht binnen weni­ger Sekun­den. Aber seit 2015 wissen wir wenig­stens, daß es diese Wellen über­haupt gibt, die mit Licht­ge­schwin­dig­keit auf uns zurasen. Offen­sicht­lich kann die NASA inzwi­schen Zeit und Ort solcher inter­galak­tischen Kata­stro­phen auf die Sekunde und ein paar Erd­radien genau ein­gren­zen. Leider heben Gravi­tations­wellen die Erdan­ziehung nicht auf, lassen uns besten­falls etwas zittern. Da ist es gut, wegen meines Überge­wichtes schlech­ter in Reso­nanz zu geraten als mit einem gestähl­ten Körper.

Erst vor kurzem habe ich von diesem Schwach­sinn über­haupt gehört. Und zwar von einem You­tuber, der Astro im Namen führt, aber bestän­dig mit rei­ßeri­schen Titeln lockt, obwohl im All alles gemäch­lich von­statten geht. In diesem Fall kommt ihm ent­gegen, daß der Welt­unter­gang wahr­schein­lich absicht­lich auf den Tag der Sonnen­fin­ster­nis gelegt wurde, was Gele­gen­heit zu einem Titel­bild mit einer total ver­deck­ten Sonne und „Es steht bevor“ bot. [3] Für Milli­onen wird es in jedem Falle die letzte Fin­ster­nis gewesen sein.

Auch im Filmchen selbst wird nur kurz der Gra­vita­tions-​Quatsch ange­spro­chen. Danach geht es um die lapi­dare Sonnen­fin­ster­nis. Es wäre nun Gelegen­heit, nicht nur auf die fast genau 27 Jahre seit der totalen mit großem Bohei ver­bunde in Deutsch­land hin­zuweisen, sondern zu erklä­ren, warum 27=19+8 Jahre nicht so zufäl­lig sind. [4] Und wenn man schon mit der Gravi­tation anreißt, bestünde die Gele­gen­heit, auch auf die Anziehung durch Sonne und Mond sowie die Gezei­ten­kräfte und die Spring­fluten bei Voll- und Neumond einzu­gehen. Die fürchte ich heute nicht, denn über den Deich kommt sie nur bei viel Wind. [5]

Ich muß gleich weg, habe keine Zeit mehr auf die Finster­nisse und Gezeiten der Flach­erdler einzugehen, dies aber noch schnell hoch­geladen, denn ich weiß ja nicht, ob ich am Abend noch leben werde oder das Internet noch geht.

[1] Im Filmchen [3] und auch anderen Berich­ten wird 15:33 genannt. Viel­leicht ein für Astro­nomen fataler Rechen­fehler, wenn MESZ gemeint sein sollte und die Angabe 14:33 UT ‚stimmt‘. Warum drei Stunden Abstand zum Höhe­punkt der Fin­ster­nis um 17:45 UT?

[2] Bunker für reiche und wichtige Menschen gibt es schon länger. Die 89 Mil­liar­den gingen wahrscheinlich für die Haltegurte drauf.

[3] NASA BRICHT IHR SCHWEI­GEN: Das pas­siert WIRK­LICH am 12. Au­gust! @AstroTim, Youtube, 30.07.2026. Ein Werbe­film für die Direkt­über­tra­gung der Sonnen­fin­ster­nis am 12. Au­gust?

[4] Es bestehen nicht nur 19 Jahre sehr genau aus 235 Mona­ten, sondern auch 8 Jahre einiger­maßen aus 99, wes­halb eine Sonnen­fin­ster­nis nach 19+8=27 Jahren zum glei­chen Datum, also recht genau 235+99=334 Monaten gar nicht so ver­wunder­lich wäre. Und statt des hier bemüh­ten meto­ni­schen Zyklus könnten in einem Astro­nomie-​Kanal auch die Saros­zyklen erläu­tert werden.

[5] Und diesen Wind gibt es nicht, weil die vielen Wind­räder auf dem offe­nen Meer zwar keinen Wald ver­nich­ten, nur See­fahrer infra­beschal­len, an Land kaum zu sehen sind, nur Möven schred­dern, die so doof sind, einer anderen blind hinter­herzu­flie­gen, aber den Wind bremsen, auf daß nur laue Lüft­chen ohne Wolken ins Land ziehen, was letzt­lich zu Wasser­mangel und den der­zeit ausge­trock­neten Flüs­sen führt. Wie gefällt diese Karma-​Theo­rie

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Die Schwerelosigkeit ist überlebt, von der Direkt­über­tra­gung der Sonnen­fin­ster­nis habe ich nur einen kleinen Aus­schnitt mit mehr als einer tota­len Fin­ster­nis gesehen. Meine Verweise auf diese wich­tigen Berichte waren nicht nur ver­wech­selt, einer davon leider auch fehler­haft. So es jemand bemerkte, war es ihm zurecht nicht wich­tig. Hätte er dies gerne bemän­gelt, wollte aber nicht kontakt­schul­dig werden: Gerechte Strafe!

Weil aber heute viel los ist in der Welt der Astrophysik, läuft gerade eine weitere Dirket­über­tragung, so spannend wie die Erwartung der aus Japan kom­menden Tsunami­welle auf Hawaii. Es geht zur Zeit glei­cherma­ßen nerv­auf­rei­bend live um die Per­sei­den. Ein­geschla­fene Sofa­füße im direk­ten Sinne des Wortes.

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Hoch vom Sofa!

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