Hybris
Hybris ist maßlose Vermessen­heit bis hin, sich für gott­gleich zu halten. Das Eigen­schafts­wort dazu lautet hybrid, dessen nega­tive Konno­tation in den letz­ten 100 Jah­ren ver­schwand, als es Mode wurde, jede Mischung als Hybrid zu bezeich­nen, nicht nur mehr solche aus einer guten und einer wert­lose­ren Kom­ponen­te, wie sie in Misch­lin­gen gese­hen wurden.

Viele Jahre kannte ich dieses Wort nur von Hybrid­rech­nern. Das war kein Mensch, der über­schlags­mäßig im Kopf rech­nete, etwas genauer mit dem Rechen­schieber, präziser mit sieben­stel­ligen Loga­rith­men oder gar (elek­tro)mecha­nischen Rechen­maschi­nen, sondern eine Mischung aus wenig genauer, aber sehr schnel­ler ana­loger Elek­tro­nik und damals noch teu­ren und lang­samen Digi­tal­rech­nern.

Zwischen­zeitlich leben wir mit einer Hybrid-​Invasion. Damit sind nicht Men­schen aus frem­den Län­dern gemeint, sondern jeder Mist: Stahl­beton, Hybrid­speicher, Hybrid­autos, in denen es neben einem nor­malen Ver­bren­nungs­motor auch Elek­tro­moto­ren über den Anlas­ser und die Fen­ster­heber hinaus als An­trieb gibt. Rück­wir­kend gilt auch die Nut­zung von Segeln und Rude­rern als Hybrid­antrieb.

Manche sehen in ihrer Hybris überall Hybri­dität, wo es nicht nur gilt das Uni­täre zu über­stei­gen, sondern sogar das Binäre hinter sich zu lassen. Hybride Iden­tität, toxi­sche hybride Männ­lich­keit. Dort gibt es nicht nur zwei, son­dern viele Kom­ponen­ten, ein rie­siges Spek­trum wie in der seit der Beset­zung der Krim moder­nen hybri­den Kriegs­füh­rung, in der (man glaubt es kaum) nicht nur am Boden, zur See und in der Luft gekämpft wird, sondern auch mit unlau­teren Mitteln wie Pro­pa­ganda, Täu­schung, gar Atten­tat, als hätte es das früher nicht gege­ben, weil Inter­net, Droh­nen und GPS fehl­ten.

Deshalb ist ganz klar: Wer derzeit von hybri­der Kriegs­füh­rung spricht, meint die Russen, kurz Putin. Viel­leicht noch Selens­kyj, der zu aller­lei Attacken gegen Freund und Feind neigt. Herr Dobrindt hat diesen Begriff wieder zurück­gezogen. Wahr­schein­lich fiel spät, aber besser als gar nicht auf, daß die Spreng­stoff­drohne auf dem Leip­ziger Flug­hafen wohl nicht russi­schen Ur­sprun­ges ist. Und falls doch, war der Zünder absicht­lich funk­tions­un­tüch­tig, um zu sagen: Es wäre auch mehr möglich gewesen! Ähnlich den Oresch­nik-​Rake­ten, die nur mit ihrem Gewicht ein­schlu­gen, ohne kon­ven­tio­nelle oder gar atomare Spreng­köpfe.

Auf Basis meiner mageren Kenntnis, zu der aber die Anwesen­heit mit Muni­tion bela­derer ukrai­nischer Fracht­flug­zeuge gehört, er­scheint mir plau­sibel, die Droh­nen seien nicht in Moskau oder aus dem benach­bar­ten Wald gesteu­ert worden, son­dern mit Sicht­kontakt zum Beipiel aus diesen Flug­zeugen heraus. Und bevor ich an Russen denke, kommt mir eher ein deut­scher Ein­satz in den Sinn, um sich noch vor den Wah­len in Sach­sen-​Anhalt in einen Krieg zu retten. Aber die Wirk­lich­keit wird ein­facher sein, auch wenn sie wie zu Nord­stream erst nach Jahren ans Licht kommt.

... comment

 
Für deutsche Einsätzler könnte man eine spezielle Tomate züchten.

... link  

 
Spätestens seit Mendel soll es hybride Erbsen geben. Hybride Toma­ten sind ein Ver­kaufs­schlager. Mein Gemüse­händler hätte sie gerne ver­kauft, aber die Nach­zucht ist auch ihm miß­lun­gen. Ein­fache wachsen sogar aus der Scheibe eines Hambur­gers. Die Russen dagegen haben den Film „Angriff der Killer­toma­ten“ gese­hen und schlagen dem­nächst mit rie­sigen Exem­plaren hybrid zu.

... link  

 
Die Russen sind überhaupt große Zinnastern.

... link  

 
Ich kann mir vorstellen, was Sie mit großen Zinn­astern meinen, nur schei­nen sie im über­trage­nen Sinne nicht nur mir unbe­kannt zu sein. Ist das eine öster­reichi­sche Wen­dung?

Dabei kommt mir eine weitere Frage wieder in den Sinn, die ich an Sie richte, weil Sie nach dem Gegen­teil von Kruste frag­ten. Wird das Innere von Bröt­chen bei Ihnen nicht nur Krume, sondern auch Musel genannt?

... link  

 
Ein waldbrunnsches Fremdwort ist mir auf die Schnelle nicht eingefallen.

https://boari.de/woerterbuch/schmolln.htm
https://www.sestri-levante.net/event/alla-scoperta-del-leudo-2026/

... link  

 
Wer weiß schon, was neben Krume, Musel, Schmolle und Bro­samen noch in den Broten der Bäcke­rei Kamps steckt, auf die Sie leider nicht rea­gier­ten. Auch nicht auf meine Frage, wer denn Ihr Sports­freund sei.

Kann es sein, daß Sie mit Wald­brunn von Krumau am Kamp auf Krumau an der Moldau ablen­ken woll­ten?

... link  

 
Das ist ja eine schrecklich nette Familie. Keine Ahnung, was Sie an seinem Brot fasziniert und mangels Stern-Abo auch, wieviele Ferraris er in seiner Garage stehen hat.
"Mein" Sportsfreund? Der liest HIER mit.

Krumau? Krems.
"EINE GAR DENKBARE PERSPEKTIVE:
ICH, MARGARETE VON BABENBERG,
KÖNIGLICH GEHULDIGT UND VERSTOßEN,
IN HERZOGSHOF UND KLOSTERZELLE –
BRUCHSTÜCKHAFTES VERWEILEN VOR AUFBRUCH ZU MILDEREN GEFILDEN:
EUCH WILL ICH BESCHEID TUN, DIE IHR NACHKOMMT,
NACH UND NACH FOLGT:
ES IST EIN SCHNEE GEFALLEN AUF MEINE SÖHNE, AUF MEIN FRÜHES
EH´GEMAHL, AUF MEIN DASEIN, DIES TEXTUM AN ZWISCHENSTATIONEN,
AUF DIE JAHRHUNDERTE, AUF DER MENSCHEN ERFINDUNGEN
UND DIE TRÄUME…
SACHT, MIT BEDACHT BETRETET DIES BAUWERK, UND BEDENKT
DIE ERB-SCHICHTEN, DIE MAN VOR EUCH UND FÜR EUCH BEREITET HAT -
ALTEHRWÜRDIGES, VON HANDWERKSMEISTERN ERRICHTETES,
ÜBER MODEN ERHABENES GEMÄUER!
OB ES EUCH ALS PALAS ODER SPEICHER DIENT;
OB IHR KORN UND HOLZ UND MARMOR UND VIELERLEI TAUSCHWARE
LAGERT, MIT TUCH UND SALZ UND WEIN HANDELT;
OB IHR DAS ANLEGEN DER SCHIFFE UND DAS TREIBEN AN DER LÄNDE
BEOBACHTET ODER ETWA MÜNZEN SCHLAGT IN DIESEM GEHÖFT;
OB IHR MARKTTAG HALTET ODER GROßE TAFEL IM SAAL;
OB IHR ZU GERICHT SITZT ODER ZUR ANDACHT KNIET;
OB IHR FEDERVIEH RUPFT IN DEN KÜCHEN
ODER STUDIEN PFLEGT IN DEN KAMMERN;
OB IHR IM TURM EUCH VERSCHANZT VOR ZUDRINGLINGEN
ODER EUCH AN TANZ UND GESANG ZUR LAUTE ERFREUT;
OB IHR LIEBT IN DEN GEMÄCHERN
ODER ZU DEN HEILIGEN UM SCHUTZ FLEHT IN DER KAPELLE;
OB IHR EUCH VON GAUKLERN ODER PREDIGERN AN DER NASE
HERUMFÜHREN LAßT;
OB IHR IN DAS GESCHIRR DES KARRENS
ODER DES MACHTHABENS GESPANNT SEID;
OB IHR HINTER DER HERDE GEHT ODER VOR DER PROZESSION -
– IMMER IST ALLES FLÜCHTIG, VORÜBERGEHEND, MIT DER ZEIT EILEND,
TEMPORÄR:
SIND ALLES ZWISCHENSTATIONEN, ZIEHEN KREUZZÜGE DARÜBER UND
VÖLKERWANDERUNGEN UND STILE UND SITTEN UND STRÖMUNGEN, ZU
ALLEN ZEITALTERN MIT ANDEREN MASKEN, IN ANDEREN VERKLEIDUNGEN.
BLEIBET GETREU IN DER ÜBUNG, MENSCH ZU SEIN,
SPRÄCHE WOHL UNTER UMSTÄNDEN
MARGARETE, LETZTE BABENBERGERIN"

... link  

 
Ich bin entsetzt, die Namen Gülcan, Kader und Collien zu kennen. Und nun erin­nere ich mich auch, daß zumin­dest meine Tochter die Liebe mit dem inzwi­schen schlauer gewor­denen Seba­stian Kamps ver­folgt hat. Und weil das Grauen keine Grenzen kennt, lese ich nun von „Gülcan und Col­lien zie­hen aufs Land“. Glück­licher­weise kann ich mich nur an den Titel erin­nern.

Das Bild der ‚Patchwork‘familie Kamps zeigt mir sym­pathi­scher­weise, daß auch sie das Geld nicht zum Fen­ster raus­werfen, sondern ihre klei­nen Söhne in Anzüge stecken, die nicht nur bis zur Kon­firma­tion, sondern minde­stens bis zum Abitur­ball getra­gen werden können, wenn nicht zur Hoch­zeit.

Was in Wien die Spaziergangsforscher, sind in Krems wohl die „raum­grei­fen­den“ Raum­for­sche­rinnen. Unter der im Inter­net als Schreien inter­pre­tier­ten Über­schrift MITMACHEN! lese ich: „Kennen Sie eine bereits verstorbene Kremserin, eine Frau aus dem Bezirk Krems oder eine Frau mit Krems­bezug, die … in allgemeiner Erinnerung bleiben sollte?“ Darf ich Sie dort melden?

Und schön, daß Ihr Sports­freund bei mir liest. Er ist aber nicht allein. Nach sovie­len Jahren immer noch über 100 Auf­rufe in der ersten Woche reichen mir. Die Neu­gierde be­zwingt zuwei­len die Kon­takt­angst. Nur erzählt man einem Puff­besuch gleich nicht jedem davon.

... link  

 
Das ist nicht MEIN Sportsfreund! Wenn ich nur an seinen Sportoberbekleidungsfimmel denke! Und diese Markenobsession bei gleichzeitiger Materialignoranz!

Da gibt es nichts zu melden, mein Kremsbezug ist bis auf ein Organstrafmandat vom vergangenen Jahr eher gering. Ich hätte Hermine Cloeter, deren "Donauromantik" ich gerade lese, vorgeschlagen, aber die haben sich die Damen bereits geschnappt. Vom Nazi zur Gegnerin der Überfremdung durch Deutsche und mit Spaziergänge(r)n war sie auch vertraut.

Die Kamps sind schon leicht camp.

... link  

 
Die besitz­anzei­gen­den Für­wörter sind schon inter­es­sant, weil sie oft­mals gar keinen Besitz anzei­gen. Wie in den Rede­wen­dun­gen „Ihr Sports­freund“, „mein lieber Scholli‘ oder „ensens Geschlecht“. Wenn es dabei nur um drei Schuhe an zwei Beinen von vier Her­stel­lern geht, dann ist es ja noch ziem­lich harm­los.

Es tut mir leid, aber Sie hätten sich mit der Frage, wie denn das Innere einer Semmel heißt, nicht ver­däch­tig gemacht, läge der Man­harts­berg nicht gleich daneben. Und Ihr Orgerl bestä­tigt das. Das ist für Deut­sche so lustig wie für Öster­reicher das Knöll­chen. Kein Wunder, daß Anke Engelke an eine Zünd­lizenz glaubte.

Auch wird man in Deutsch­land nicht dadurch ent­nazi­fi­ziert, daß man sich fremden­feind­lich äußert, im Gegen­teil. Den­noch kann ich mir vor­stel­len, wie unan­genehm Deut­sche im Aus­land sein können. Wenn das unsere Gäste doch auch über sich dächten!

Ja, etwas exaltiert, schrill, albern, kitschig, in der Jugend­sprache schwul wirken sie auf dem Bild schon.

... link  

 
🍇🐩🌺
Ja, verdächtig gemacht trifft es gut. Dass es bei Nichtmitführen des Führerscheins ein Foto desselben tut, wusste ich auch nicht. Blind dem Vordermann in eine Volksfestabsperrung nachfahren war aber Unbeabsichtigt in die Falle tappen, hier war es ja gewollt. Der Sportsfreund blockt je nach Gusto auch seine höflichen Landsleute, da braucht es nicht viel.
Wenn auch zuunrecht entnazifiziert, eine interessante Familiengeschichte hat Frau Cloeter und eine Portrait- (Dackel, Mops und Spitz) und Blumenmalerin als Schwester.

... link  

 
In amerikanischen Krimina­lfilmen sind wir doch alle Kau­kasier, wenn ich unter uns die weiße Rasse verstehe.

Ich vermute, das DMS- Origi­nal ist nicht viel schärfer, von schöner ganz zu schwei­gen. Bei der Blumen­vase muß noch­mal nach­getöp­fert werden.

Wer bei uns einem ins Volks­fest nach­fährt, landet sofort im Gefängnis, weil er den voraus­fahren­den armen trau­mati­sier­ten Islami­sten in die Men­schen­menge gedrückt hat.

... link  


... comment
 
Heute morgen gab ich zum besten, daß kaum noch etwas über die Drohne in Leipzig zu hören ist, man wohl nichts gegen Ruß­land hat fin­den kön­nen. Sicher­lich wurde auch der Farb­code des Spreng­stoffes ausge­wertet und führte nicht auf eine bela­stende Spur. Auch soll der Bus­fahrer kein Kung-Fu-​Mei­ster gewe­sen sein, sondern ein­fach auf die hilf­los am Boden lie­gende Drohne getre­ten haben, deren Spreng­stoff wohl mit 800 Gramm ange­geben wurde, weil es so auf der Kon­serven­dose stand. Was ein Schwach­sinn. Auch die beson­ders hinter­listi­gen zwei SIM-​Karten, deren Ver­bin­dungen wohl auch nicht Rich­tung Mos­kau wiesen, weil eine Steue­rung mit Sicht­kon­takt doch viel ein­facher ist.

Und nach Hause zurück­gekehrt höre ich, daß es tatsäch­lich eine DNA-​Spur zu einer litau­ischen Gruppe gibt, die es schon einmal in Leipzig ver­suchte. Und da haben wir sie, die beiden Kum­pane Litauen und Ukraine, die nichts ande­res im Sinn haben, als die Nato in ihren Hass und Krieg hiein­zuzie­hen. Ein Aus­schluß aus der Nato wäre ange­zeigt. Wenn die Russen dann irgend­wann ihren Korri­dor nach Kali­nin­grad befe­stigen, mögen die Litauer sich an die eigene Nase fassen und bei den Ukrai­nern bedan­ken.

... link  


... comment
 
Inzwischen wird die Vergleichsrate von AfD und NSDAP so hoch, daß bald Doktor­arbei­ten mit Themen wie „Versuch einer Bijek­tion von AfD und NSDAP“ vorge­legt werden können. Zumin­dest sollte in großer Nähe­rung eine surjek­tive Abbil­dung zu erken­nen, also für jeden Furz der AfD ein Urbild im Drit­ten Reich zu finden sein.

Noch ist es der sport­liche Eifer einiger Poli­tiker und einzel­ner Exper­ten. So wurde vom ersten rechts­radi­kalen Land­tags­präsidenten wie seiner­zeit Her­mann Göring geredet, der gar nie einer war, sondern Präsi­dent des Reichs­tages. Immerhin hat damit die AfD die NSDAP noch nicht ganz erreicht.

Die 49-jährige Alters­präsi­dentin Eva von Angern erwähnte vor drei Tagen nicht nur Clara Zetkin und erklärte wie diese damals Hermann Göring nun Tobias Rausch als gewählt. [1] Sie hatte auch zum Wider­stand vor dem Land­tags­gebäude aufge­rufen und wie Clara Zetkin eine lange ideo­logi­sche Rede gehal­ten, in der sie die wirk­lich alte, dem Tode nahe Alters­präsi­dentin des Reichs­tages als Vorbild erwähnte, daß in mir der Ver­dacht aufkam, sie halte sich für eine Rein­karna­tion.

Die Fraktionsvorsitzende Katja Pähle der SPD über­reichte nach der Wahl weder Blumen, noch warf sie diese vor die Füße, sondern bedachte Tobias Rausch mit einer weißen Rose und dem Grund­gesetz. Die Hand­voll Demon­stran­ten vor dem Land­tags­gebäude rezi­tierte daraus in sakraler Gemein­schaft. Später trugen Pisto­rius und die SPD-​Frak­tion es unter dem Arm durch das Branden­burger Tor zum Platz der Bücher­ver­bren­nung. Immerhin bewahrte uns ein Rest­anstand vor der Über­rei­chung oder gar Ver­bren­nung eines anderen Werkes.

Ich bin kein Freund davon, jeden über­zoge­nen Nazi­ver­gleich sofort Ver­harm­losung des Natio­nalso­zia­lismus zu nennen. Aber ich erkenne eine Hybris derer, die ihn heran­ziehen, um sich selbst bedeu­tender zu machen, sich des Ruhmes von Wider­stands­kämp­fern zu bemäch­tigen oder nur durch ein gratis­muti­ges „nicht wieder ist jetzt“ aller Welt auf die Nase zu binden, man selbst hätte selbst­ver­ständ­lich nicht mitge­macht.

[1] An dieser Stelle will ich einen bisher nicht gehörten Nazi­ver­gleich nicht aus­lassen. In der Wiki­pedia lese ich: „Den Pflich­ten einer Alters­präsi­dentin ent­spre­chend lei­tete sie die Wahl Her­mann Görings (NSDAP) zum Reichs­tags­präsi­denten und über­gab an­schlie­ßend die Sit­zungs­lei­tung an ihn. Die NSDAP hörte ebenso wie alle ande­ren Frak­tionen Zetkins Rede ohne Zwi­schen­rufe oder son­stige Stö­rungen an.“ Auch mir fiel die außer­ordent­liche Gelas­sen­heit der AfD auf. Und dem MDR sei gesagt: Statt 48/77=62,3 Prozent auf 48/82=58,5 herun­terzu­rechnen, wäre es doch nume­rolo­gisch schöner gewesen, mit den 367/583=62,95 des Herrn Göring zu ver­glei­chen, zumal seiner­zeit eben­falls nur die gül­tigen Stimmen zählten.

... link  

 
Früher gebot der Anstand, den Parla­ments­präsi­den­ten aus den Rei­hen der stärk­sten Frak­tion zu wählen. Erst recht kam es keinem in den Sinn, die Geschäfts­ord­nung dahin­ge­hend zu ändern, daß der Sitz­älte­ste als Alters­präsi­dent die kon­stitu­ie­rende Sit­zung eröff­net. Während der sozial­libe­ralen Koali­tion waren Kai-​Uwe von Hassel, Anne­marie Renger, Carl Car­stens und Richard Stück­len Bun­des­tags­präsi­den­ten. Drei Männer der Union und eine Frau von der SPD, zumal die nur einmal die stärk­ste Frak­tion stellte.

Wo ist dieser Anstand geblie­ben? So sie es noch können, ver­wei­gern unsere Demo­kra­ten der AfD die Präsi­dent­schaft. Und nicht nur diese, auch Stell­ver­tretung, Aus­schuß­vorsitz, Par­teien­förde­rung, Rede­zeit, Sit­zungs­räume und was immer geht. Doch mit Sach­sen-​Anhalt macht sich eine Angst breit, die AfD könne es ihnen mit glei­cher Münze heim­zahlen. Mehr noch: Die AfD bleibt fair und weckt irgend­wann in unse­ren Demo­kraten eine innere Stimme: Was waren wir doch für Schweine!

... link  


... comment