Kontaktschuld
Ich habe mich beim Che zu einem Kommen­tar zu seinen Aus­füh­run­gen über das sozi­ale Ge­schlecht hin­reißen lassen. Dankens­werter­weise ist er darauf ein­gegan­gen. Natür­lich erwar­tete ich nicht, er würde nach Jahr­zeh­nten der Be­schäf­ti­gung mit derar­tigen Themen mir ein­fach zustim­men. Andere blie­ben lieber stumm, hatten kein Inter­esse oder fürch­teten die Kon­takt­schuld.

So bin ich dankbar, daß der wohl auch in dieser Ange­legen­heit ab­trün­nige, aber noch nicht über­gelau­fene Ber­sarin sich mit einem eben­falls kriti­schen, meinem zwar nicht unter-, aber neben­geord­neten Kom­men­tar zu Wort mel­dete und so anderen die Gele­gen­heit bot, sich ohne Angst zu äußern. Dankens­werter­weise ver­mied er darin das über­hebli­che Wort Iden­tität für alte Eigen­schaf­ten und neue Erfin­dun­gen.

Ich will dort keinen mit weiteren Einlas­sungen zu Iden­tität, Gleich­heit, Äqui­valenz, Gleich­wertig­keit, Willkür und Schwach­sinn ver­schrecken, bin Jens Spahn aber dank­bar, Benen­nung, Bespre­chung und letzt­lich auch Ab­schaf­fung von Aus­wüch­sen einen Schritt voran gebracht zu haben. Die Kon­takt­schuld schwin­det, die Angst vor der eige­nen Meinung eben­falls, selbst wenn es bei vie­len nur recht­zei­tige Anpas­sung an kom­mende Ver­hält­nisse ist.

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Ich bin kein Freund von Namens­verhun­zungen, doch einige wie Frau Strack-​Zimmer­mann fordern es gera­dezu heraus. Ich kann auch auf die Fami­lien von Politi­kern und ihre sexu­ellen Vor­lie­ben ver­zich­ten, doch einige drängen sie mir auf. Jens Spahn mußte nicht nur seine Homo­sexua­lität raus­hängen lassen, son­dern mit einem gekauf­ten Kind pub­lizi­täts­träch­tig eins drauf­setzen. Obwohl Fried­rich Merz sich um viele Titel bemüht, nenne ich ihn nicht Lügen­kanzler oder Schwach­kopf. Wenn er jedoch unver­mit­telt seine blau hervor­ste­chende Frau vor­führt, darf man schon das eine oder andere Wort darüber ver­lie­ren.

So ist es auch mit Suse Sziborra-​Seid­litz. Daß ihr Mann ein „statdt­bekann­ter Neo­nazi“ war, ist seit langem bekannt, mir aller­dings nicht, bis sie gestern von einer Com­pact-​Repor­terin damit kon­fron­tiert wurde. Auf den ersten Blick war ich ent­setzt, daß derart brutal auf das Privat­leben abge­hoben wird, da wir doch alle wissen, wo die Liebe hin­fal­len kann. Auf der anderen Seite verwei­gert diese Frau jedes Gespräch, jeden Kontakt mit allen, die sie dem rechten Lager zuord­net, nennt sie Nazis und weist gerne auf Rechtsradikale in den Reihen der AfD hin, die teil­weise wie ihr Mann David Seid­litz in der eige­nen Partei ange­stellt wurden.

Bei allen Vorbehalten gegenüber dem modern Doxing genann­ten Vor­gehen: Wenn Mit­glie­der der AfD stän­dig schika­niert werden, nicht zu Wahlen antre­ten dür­fen, Bank­konten gekün­digt bekommen, nicht wie in vielen Betrie­ben üblich ver­trauens­wür­dige Ver­wandte beschäf­tigen dürfen, steuer­geld­finan­zier­ten Wahl­kampagnen ausge­setzt sind, Haus­durch­suchun­gen gewär­tigen müssen und jeder Sympa­thi­sant kontakt­schuldig inhalts­leer diffa­miert werden darf, dann sollten auch unsere Demo­kraten gele­gent­lich durch­leuch­tet werden, sofern sie fett im öffent­lichen Leben stehen und selbst gerne aus­teilen.

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