Waren Preise
Vor Jahren beantwortete ich artig ein paar Fragen, um meinen CO₂‑Fuß­abruck bestimmen zu lassen. Statt eines Lobes wurde mir frech ausge­druckt, ich könne weniger Fleisch essen. Eine Unver­schämt­heit, zumal ich weder Auto fahre noch fliege. Und deshalb können mir Vege­tarier im Verein mit Ernäh­rungs- und Nach­haltig­keits­wissen­schaft­lerinnen ihre tenden­ziösen Rech­nungen vorbeten wie sie wollen. Sie gehen mir am Arsch vorbei.

Ich esse zunehmend teures Gemüse, weil es wohl wirk­lich gesund ist und auch nicht chlecht schmeckt. Dazu fahre ich aber nicht mit dem Rad zu Penny, sondern bevor­zuge frische Ware. Die gibt es bei Edeka und auf dem Wochen­markt, solange es sich noch für den Händler lohnt. Daß ich bei ihm für mehr Geld eine höhere Qua­lität erhalte, will ich lieber nicht beschwö­ren. Es bleibt jedoch in der Region und bei arbei­tenden Men­schen, es fließt nicht in grün­waschende Werbe­kam­pagnen.

Was Penny unter wahren Preisen versteht, sind eher vermu­tete Kosten der Nah­rungs­produk­tion samt Vertrieb und Profit. Warum sollte ich diese Kosten als Preis zahlen, wenn wie breit erklärt die Bela­stun­gen der Umwelt und der Gesund­heit weiter­hin von anderen ausge­glichen werden, letzt­lich vom Steuer­zahler? Wo ist die Gerech­tigkeit, wenn alter­nativ der Endver­braucher, egal ob arm oder reich, die Gesamt­bela­stung löhnen muß? So bleiben die wahren Preise in Wahr­heit eine Werbe­kampagne, die viel­leicht einen posi­tiven Effekt hat, wenn eine Diskus­sion darüber beginnt, ob Lebens­mittel unter­schied­lich besteu­ert werden sollten.

Wer viel Geld für Werbung ausgibt, mir ständig Prospekte einwirft, mich mit 16‑fachen Payback-​Punkten, Gut­scheinen, Rabatten, Sonder­ange­boten und einer sog. App lockt, kann nicht nur den kleinen Verlust ein­stecken, der dadurch entsteht, daß viele ihre Würst­chen woan­ders kaufen, sondern auch den Erlös für ein grünes Projekt direkt neben den Krom­bacher-​Bäumen spenden. Ich belasse es dabei, meinen Pfand­bon in den Spenden­kasten zu werfen und an der Kasse bar ohne Abzüge zu zahlen. Auch beein­druckt es mich nicht, daß Penny seinen Mitar­beitern eine Woche lang minde­stens 20 Euro als wahres Gehalt zahlt und dafür nur das Weih­nachts­geld streicht. [1]

[1] "Wahres Gehalt": Penny zahlt Ange­stellten eine Woche lang das, was sie eigent­lich ver­dienen sollten. Der Postillon. 31.07.2023.

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Die wahre Woche ist um, auf quanti­tative Ergeb­nisse muß wohl noch gewartet werden. Lob hatte ich nur von einer WDR‑Mit­arbei­terin gehört, die rein zufäl­lig und uner­kannt ihren Kolle­gen vor das Mikro­fon lief. Das machte die Runde in den sog. sozi­alen Medien und hat auch die alt­backe­nen erreicht. Der Rest war mit Blick auf das Porte­monnaie skep­tisch. Abge­sehen von denen, die wie immer einfach zugrif­fen oder große Werbe­tafeln als Sonder­ange­bote deu­teten.

Ich dagegen war heute bei Edeka. Und dort habe ich keine Kerry­gold-​Butter für 1,49 gekauft, weil sie frech mit 1,39 für App‑Kunden warben.

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Manchmal sehe ich mir die viel­fältigen Prospekte der Lebens­mittel­händler an. Heute Penny: Wir sind die Preis­sieger. Wer günstig will, muss Penny. Und da sehe ich Frank­furter Würst­chen für 7,40 das Kilo. Die wahren Wiener der letzten Woche koste­ten 15,02. Die stehen nicht im Pro­spekt, ich könnte mir aber vor­stellen, daß sie diese Woche mit einem 60‑Pro­zent-​Auf­kleber verkauft werden, bevor sie ablau­fen.

Und dann noch das „°Punkte-​Rennen bei Penny“: Mit einer mobilen Payback-​Karte kaufen und auf den näch­sten Einkauf mit einem eCoupon fünf­fach punkten, sofern man den über die Penny‑App regi­striert hat. Zum Dank gibt es zwei weitere eCoupons. Auch das wieder ein kassen­freund­liches Pro­jekt. Letzte Woche die Beschwer­den über zu hohe Preise, diese das Generve der neuen App‑Be­nutzer.

Im nächsten Leben werde ich Kassen­system-​Pro­grammie­rer. Da gibt es ständig etwas zu ergänzen. Zum Bei­spiel nur zwei zu berech­nen, wenn drei gescannt wurden, immer neue Pfandbons, Karten, Strich- und QR-Codes zu lesen, aber nicht die aus­gezeich­neten Preise denen der Kasse anzu­gleichen.

Ich benutze meine Bank­karte nur, wenn ich an der Kasse Geld anheben möchte, sonst zahle ich bar und fummele nichts anderes aus der Hosen­tasche. Das geht immer noch am schnell­sten. Und mit Freude erinnere ich mich an die Zeit, da die Karten­abrech­nung weit­räumig ausfiel.

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Ich hatte diesen Kommentar versehentlich überschrieben, hoffe aber, ihn wie folgt wieder richtig wiederhergestellt zu haben, wuerg]

d(1) = 3
d(2) = 6
d(3) = 20
d(4) = 168
d(5) = 7581
d(6) = 7828354
d(7) = 2414682040998
d(8) = 56130437228687557907788
d(9) = 286386577668298411128469151667598498812366

Sehen Sie sich in der Lage, uns diese Folge zu erklären? (What is it good for?)

Die neunte Zahl ist vor kurzem berechnet worden, deswegen komm ich drauf. Bis die achte Zahl gefunden war, hat es nach der siebenten 26 Jahre gedauert, dann noch mal 32 Jahre bis zur neunten. Die zehnte stellt man sich vor als ungefähr 10^82 groß. "Das entspricht der Anzahl an Atomen im sichtbaren Universum."

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Ich kannte das Dedekindsche Problem bisher nicht. Es war aber leicht zu finden. [1] Ihr d(n) ist die Anzahl mono­toner boole­sche Funk­tionen in n Varia­blen.
  f()   x f(x)   xy f(x,y)   xyz f(x,y,z)
  01    0  001   00 000001   000 00......
        1  011   01 000111   001 00......
                 10 001011   010 00......
                 11 011111   ... ........
d(0)=2  d(1)=3    d(2)=6       d(3)=20
In einer stillen Stunde können Sie versuchen, die 20 Funk­tionen in drei Variab­len zu finden. Daß d(10) etwa 84 Stel­len haben soll, wäre wegen der Größe kein Problem, zumal die Zahl noch in eine Zeile ginge. Doch leider ist kein schnelles Ver­fahren bekannt, mit dem man sie ermitteln kann.

[1] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences: A000372.

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Das ist das Problem mit euch Bloggern, keine Lust zu irgendwas. Sich halbwegs verständlich auszudrücken, verstöße gegen die Etikette. :-) Weshalb fragt man einen Mathematiker? Nicht, um einen schnellen Link zu ernten. Vier minus.

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Gut, dann werde ich auch einmal pampig: Die Mathe­matik ist keine Hure, derer man sich nach Belieben bedient, sonst aber auf sie herab­sieht. Auf mathe­matisch orien­tierten Seiten tummeln sie sich, die eine billige Haus­aufgabe gelöst oder ein schlampig formu­liertes Problem erläutert haben wollen, dann aber unzu­frieden sind, weil auch die schlich­teste Antwort ihren Horizont über­steigt und deshalb für didak­tisch minder­wertig gehalten wird.

Eine unmittelbare Antwort gibt die allwis­sende Müll­halde nach Eingabe von „2 3 6 20 168“. Sofort werden die Dede­kind-​Zahlen und mein so hilf­reicher wie schneller Link gefunden, der keinen lustlosen Sekun­där-​Blogger zwingt, die 20 drei­stelli­gen mono­tonen boole­schen Funktionen zu finden, sich auch nur kundig zu machen, was monoton und boolesch bedeutet:
xyz  f(x,y,z)
000  00000000000000000001
001  00000000000100101111
010  00000000001001010111
100  00000000010010011011
011  00001011101111111111
101  00010101110111111111
110  00100110111011111111
111  01111111111111111111
Das ist Interesse, auch wenn ich höch­stens 10 hoch 25 Atome des sicht­baren Univer­sums dafür erwär­men konnte. Eins mit Bienchen!

Bienchen | Fritzchen

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Was sind die wahren Preise im Zeitalter phantasie­begabter Nach­lässe? Die Auf­kleber zu 5 bis 15 Pro­zent bei Netto haben mich als notori­schen Bar­zahler und App-​Nach­laß-​Ver­zich­ter so sehr gereizt, daß ich sie heute verwen­det habe, zumal deren Filiale auf dem Weg liegt.

Natürlich hatte ich das Klein­ge­druckte zuvor stu­diert und mich an der Kasse verge­wissert, daß die angeb­lich bereits preis­redu­zierte Land­liebe-​Butter zu 99 Cent mit einem 5%‑Auf­kleber nur noch 94 kostet. Das war tat­säch­lich der Fall, doch nur für vier Pakete. Keine sechs, auch zum vollen Preis nicht. Damit gelte ich nun als Ham­sterer.

Ich wollte die vier Aukleber abziehen, doch meine Finger waren zu dick. So bat ich die Kassie­rerin, dies für mich zu tun. Sie legte die Coupons auf den Scanner und gab sie mir unver­sehrt zurück. Solche Groß­zügig­keit hatte ich letztes Jahr bereits beob­achtet und dachte, sie würde nur offen­sicht­lich ärme­ren Men­schen zuteil. Aber es ist wohl von Vorteil, wenn Kunden immer und immer wieder mit den glei­chen Gut­schei­nen ein­kaufen.

Die beiden überzähligen Pakete Butter blieben leider zurück, denn am Kassen­sy­stem kommen sie wohl nicht vorbei. Ich wollte sie mit der Bemer­kung dalas­sen, daß alle diese Rabatte und Beschrän­kungen wohl Arbeits­beschaf­fungs­maß­nahmen seien, da bot die Kassie­rerin an, mir die beiden Pakete als virtu­ellen Zweit­kunden zu ver­kaufen, sogar mit Rabatt. Auch die 15%‑Marke für Oli­venöl und die zu 10% für Hähn­chen konnte ich wieder mit­nehmen.

Und welcher Fehler unterlief mir dank dieses Durch­einan­ders? Ich vergaß, die Pay­back-​Karte meiner Tochter vorzu­halten. Was tut man nicht alles für die Kinder, erweckt sogar den Ein­druck, ein Spar­bröt­chen zu sein. Wenig­stens konnte ich noch bar bezahlen.

Das war nicht der Fall, als ich zuvor den Weg zu Netto nicht antreten wollte, weil es zu regnen begann und ich mir deshalb seit einem halben Jahr wieder einmal einen Latte Macchi­ato im Fitneß­studio gönnte. Zu meinem Ent­setzen ging das nur noch bargeld­los. Immerhin fand ich noch 70 Cent, weil ich ja nicht von 4,20 auf fünf Euro auf­runden konnte. Das sind Pro­bleme, die haben Geiz­knochen nicht.

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Eigentlich sollte man ja aus den Fehlern von anderen lernen, aber das kann man von den Digitalisierungs-Begeisterten wohl nicht erwarten, denn selbst das Vorreiter- Bargeldloszahlland-Schweden hat es inzwischen kapiert, wie dumm es war (und ist), das Bargeld abzuschaffen und kehrt inzwischen wieder dazu zurück, auch Bargeld zu verwenden. Und mal ganz ehrlich so nebenbei erwähnt, wenn ich irgendwo nicht mehr Bar bezahlen kann, werden sie mich dort als Kunden (oder Gast) garantiert nie wieder sehen, vor allem bei solchen Kleinbeträgen wie für einen Kaffee oder etwas Ähnlichem.

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Es mag sein, daß elektro­nische Zahlun­gen für viele Rou­tine wurden, sie nach eini­ger Übung damit schnel­ler sind und kein Bargeld, zumin­dest keine Münzen mit sich herum­schlep­pen wollen, weil das Telefon ja schon schwer genug ist. Noch ist das Bar­geld aber nicht abge­schafft, und man­chmal ist es recht nützlich. So konnte ich zehn Euro für eine Parkuhr wech­seln, auch mit Münzen für eine knau­serige Rech­nungs­beglei­chung dienen. Am lieb­sten aber erin­nere ich mich an den flächen­decken­den Ausfall der Karten­leser. Da lachte das Bar­geld, denn keiner wollte auf Rech­nung ver­kaufen.

Wenn es eine App-​Ermäßi­gung gibt, dann kaufe ich nicht. Mit den techni­schen Fines­sen einer Aufrun­dung oder gar eines krummen Trink­gel­des will ich mich nicht beschäf­tigen. Auch ist es mir lieber, wenn es in die Tasche der Bedie­nung fließt und evtl. nicht mit den übrigen Mitar­bei­tern geteilt wird, als durch die elek­troni­sche Erfas­sung, die Buch­hal­tung, an das Finanz­amt und dank irgend­welcher Schlüs­sel verteilt evtl. an alle Arbeit­nehmer. Ein Blick des Chefs auf diese Beträge, und schon hat er ein gutes Argument gegen eine Gehalts­erhö­hung.

Arme Menschen sammeln nicht nur Flaschen, sondern sprechen zumindest mich auch gelegent­lich an, weil ich im Gegen­satz zu hekti­schen Handy-​Zah­lern zu langsam gehe und nach Bar­geld aussehe. Dann greife ich in die Klein­geld­tasche und die Rechte weiß nicht, was die Linke gibt. Soll ich es dann etwa mit Paypal pro­bieren? Und was hätte ich früher meinen Kindern gegeben, um es einem Stra­ßen­musi­ker in den Hut zu werfen?

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Heute habe ich mit den­selbigen­gleichen Auf­klebern nochmals 10 bzw. 15 Pro­zent Rabatt bekommen, leider aber die 15% auf das billi­gere Produkt geklebt und so 13 oder gar 14 Cent ver­schenkt, dafür aber diesmal meine 7 Pay­back-​Punkte nicht ver­gessen.

Treueherzen: „In meiner Kind­heit gab es einfach 3 Pro­zent. Ein Rabatt­marken­buch zu 50 DM erbrachte eins-​fuffzig. Heutzu­tage geht es nicht mehr ohne Verwir­rung“

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