Adolf Merckle
Als vor Jahren die sich mit den letzten Millionen abset­zenden Unter­nehmer Mode­thema waren, sagte mir ein vorwie­gend mit Firmen­pleiten beschäf­tigter Kollege sinn­gemäß: Auf jeden Unter­nehmer, der es sich nach der Pleite seiner Firma im Ausland mit dem zur Seite geschaff­ten Geld die Sonne auf den Bauch scheinen läßt, kommen neun, die bis zuletzt an den Fort­bestand ihrer Firma glaubten, mit ihrem Privat­vermögen haften mußten und letzt­lich mit nichts außer Schulden dastehen. Mir fehlt zwar das Mitleid mit beiden Arten von Bank­rotteu­ren, doch an dieser Einsicht muß etwas sein, sonst hätte ich sie mir nicht gemerkt.

Gestern hat sich der bis vor kurzem auch mir völlig unbekante Adolf Merckle vor den Zug gestellt, obwohl er seine Milli­onen­verluste aus dem Mil­liarden­besitz hätte finan­zieren können. Mög­licher­weise konnte er nicht verwinden, sein Leben lang eine letztlich falsche Idee verfolgt zu haben, nämlich zum eigenen Ruhme ein ständig wachsendes Familen­imperium aufzu­bauen und auf die Umsicht der Erben zu hoffen, die daraus ein Tra­ditions­unter­nehmen machen würden. Damit ist er wohl in mehr­facher Hinsicht geschei­tert.

Ist daraus über die Binsen­weisheit hinaus, daß Geld allein nicht glück­lich mache, etwas zu lernen? Für mich schon: Verer­bung sollte rigoros besteuvert, wenn nicht abge­schafft werden! Wer dann immer noch scheffelt und sich abrackert, kann dies in dem guten Gefühl tun, mit dem Tode der Allge­meinheit nicht wie derzeit üblich nur Lasten, sondern auch Vermögen zu hinter­lassen. Er muß nicht auf die Sipp­schaft setzen, die alles besser weiß und anders machen will oder im schlimmvsten Falle binnen weniger Jahre auf den Kopf haut. Und wer sich verspevkuliert, hat nur sein eigenes Geld verzockt, nicht das Erbe.

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Hier habe ich den gleichen Text vorge­funden wie meine Antwort auf den nach­ste­henden Kommen­tar von Mark793. Wahr­schein­lich stand hier etwas anderes, und ich hatte es dummer­weise über­schrieben.

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Ich weiß nicht,
ob das Wegfallen eines einzigen potenziellen Streitanlasses die Familiensituation so auf breiter Front entspannen würde.

Wegen mir müssten Erbschaften nicht komplett abgeschafft werden, ich würde allenfalls für eine sehr progressive Besteuerung plädieren.

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Irgendwie geht mit blogger.de zunehmend auf die Nerven. Erst werden auch harmlose HTML-Tags kassiert, und eben konnte schon wieder eine Seite nicht angezeigt werden, womit alles aus dem Eingabekasten weg war. Ich ärgere mich aber auch über mich selbst, weil ich eigentlich ordentlich arbeiten und nur vorgeschriebene Texte einkopieren sollte und wollte. Nun aber zum Thema:

Ich habe an anderer Stelle bereits dargelegt, wie eine stark progressive Vermögenssteuer die Ansammlung von vielen Millionen verhindert. Dann könnte Besitz sich nicht mehr von selbst oder allein durch die Arbeit anderer übermäßig vermehren. Noch ungerechter als die ungehemmte Akkumulation ist ein Startkapital ohne Eigenleistung, sei es durch eine Erbschaft, Diebstahl, Glückspiel oder die Dummheit vieler.

Ich weiß, das kommt auch bei den Besitzlosen nicht an. Sie lieben die Ungleichheit, ohne die sie nicht von der eigenen Erhöhung träumen können, auch wenn ihre einzige Chance in einem Lottogewinn besteht und sie eigentlich wissen, daß sie bis an ihr Lebensende arm bleiben werden.

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