46
wuerg, 04.08.2026 21:30
Falls die AfD in Sachsen-Anhalt auf stolze 46 Prozent kommt, ist es günstig, die hier noch klaffende Lücke zwischen 45 und 47 geschlossen zu haben. Das hatte ich bereits im Jahre 2021 getan, aber es hochzuladen vergessen:
Mit der 46 wird es nicht interessanter als mit den Vorgängern 43 bis 45. Das gilt für die Zahlen und voraussichtlich auch für die amerikanischen Präsidenten. Biden ist der 46. nach Trump, Obama und Bush. Sollte Trump 2025 erneut gewählt werden, wird er dann zugleich der 47. Präsident? Im Sinne der amerikanischen Zählung schon: Zwei Amtszeiten hintereinander zählen nur einmal, unterbrochen aber doppelt, denn Groover Cleveland gilt sowohl als 22. als auch 24. Präsident. Das finde ich in Zeiten der Sprachgängelung interessant, denn wenn eine Person A mehrfach B ist oder war, dann meint A ist/war B natürlich nicht eine (teil- oder zeitweise) Gleichheit, sondern beschreibt eine Eigenschaft: A nimmt die Funktion eines B wahr oder ist den Bs zugeordnet. Es ist auch nicht erforderlich, daß B mit A im Geschlecht übereinstimmt. Das mag dem Leser trivial vorkommen, ist es auch. Man denke nur an Wendungen wie „sie ist Wassermann, er Jungfrau“. Wenn es aber um wokes Schubladendenken geht, dann reicht es uns Deutschen nicht zu sagen, Frau Merkel sei Kanzler. Wir haben uns den fatalen Luxus erlaubt, Menschengruppen B je nach der betrachteten Person A verschieden zu benennen, leider vorwiegend mit doof oder abwertend klingenden weiblichen Ableitungen.
Grundsätzlich haben Amerikaner ebenfalls dieses Problem, nur tritt es dank ihrer farblosen Artikel selten in Erscheinung. Wir hätten es ebenfalls nur selten, würden nicht nur schöngeistige Eigenschaften und Zahlen weiblich sein. [1] Dann würden wir Männer mit den weiblichen Bezeichnungen bis ans Ende unserer Tage zufrieden leben, ohne komische Endungen und üble Partizipien, die uns einbeziehen, mitmeinen. [2] So habe ich keine Probleme, wegen meines Vornamens gelegentlich als Frau angeschrieben oder von meinem türkischen Gemüsehändler alter Mann genannt zu werden. Oder geht es in Wahrheit nicht um das weibliche Geschlecht, die weibliche Deklination, sondern um das verhaßte R am Ende, gar um die Gängelung selbst?
Zurück zu die Zahl 46 und den Dativ. [3] Unter den normalen figurierten Zahlen ist sie vierte Enneagonalzahl, Arbeiter würden auch Neuneckzahl sagen. Als zentrierte Polygonalzahl müßte 46−1 Vielfaches einer Dreieckszahl sein. Und tatsächlich läßt sich 45 sowohl durch 3 als auch 15 teilen. Damit ist 46 dritte zentrierte Fünfzehneckzahl und sechste zentrierte Dreieckszahl. Nur letzteres scheint interessant, doch kenne ich dazu nur gedrängt wirkende bildliche Darstellungen:
Bleibt für 46 nur etwas wie die McNugget-Zahl 43. Dort ging es um die Darstellbarkeit von Anzahlen mit Packungen aus 3, 6 und 20 Hähnchenstücken. An ihre Stelle treten nun die Teilerprotze. Das sind Zahlen, deren echte Teilersumme die Zahl selbst übersteigt. [4] Sie sind recht häufig:
Bis 30 sind nur die Teilerprotze 12, 18, 20, 24 und 30 selbst als Summe darstellbar. Danach geht es wie folgt weiter:
Da 48–58 alle Summe von Teilerprotzen sind, so auch 60–70, 72–82 usw. Damit ist 46 die größte gerade Zahl, wo nicht Summe von Teilerprotzen ist. [5] Daran ändert sich auch nichts, wenn man nur (genau) zwei (verschiedene) Summanden zuläßt.
Und ja, der Mensch besitzt 46 Chromosomen, das Alte Testament umfaßt nach katholischer Auffassung 46 Bücher, und Adam addiert sich auf 1+4+1+40=46. „Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst
ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.“ [6]
[1] Zwar weiß ich bereits aus Vorgender-Zeiten, daß Zahlen grammatikalisch weiblich sind, weshalb es „die Quadratzahl“ und „die um eins größere Zahl“ heißt. Dennoch wird selten „die Nachfolgerin“ oder gar „die größere Partnerin des Primzahlzwillings“ geschrieben. Darüber habe ich bis vor kurzem mikrofrauenfeindlich gar nicht nachgedacht, weil es mir gar nicht auffiel. Ich bleibe dabei: Die(♀) 46 ist der(♂) Nachfolger der(♀) 45.
[2] Allerletzt las ich einen Artikel, in dem binnen zweier kurzer Absätze mindestens sechsmal von Forschenden die Rede war. Diese Unfähigkeit, sich variabel auszudrücken, wäre mir beim Wort Forscher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Was sollte ich machen? Übelkeit unterdrücken oder kotzen?
[3] In der norddeutschen Arbeiterklasse ohne Dativ und Genitiv aufgewachsen, werde ich kein Jota von der alten Rechtschreibung und einer ungegenderten Denk- und Schreibweise abweichen. Über einen Wandel entscheidet die Mehrheit der deutschen Sprecher, die sich leider auch etwas aufdrücken läßt.
[4] Die kleinste ungerade Teilerprotze ist 945. Hat man sie, ist es nur noch eine Fleißaufgabe, die größte Zahl 991=945+46 zu finden, die man nicht als Summe von Teilerprotzen darstellen kann. Deutlich schwerer ist es, die größte nicht darstellbare Zahl 20161 zu finden, wenn nur zwei Summanden erlaubt sind.
[5] Relativsätze mit wo sind ein Baustein zu einer geschlechts- oder gar genderneutralen Sprache, zumal wo der, die, das, selbiger usw. vermeidet.
[6] Gerhard Zint: Bedeutung der Zahlen.
45 | 47 | Geschlecht
Mit der 46 wird es nicht interessanter als mit den Vorgängern 43 bis 45. Das gilt für die Zahlen und voraussichtlich auch für die amerikanischen Präsidenten. Biden ist der 46. nach Trump, Obama und Bush. Sollte Trump 2025 erneut gewählt werden, wird er dann zugleich der 47. Präsident? Im Sinne der amerikanischen Zählung schon: Zwei Amtszeiten hintereinander zählen nur einmal, unterbrochen aber doppelt, denn Groover Cleveland gilt sowohl als 22. als auch 24. Präsident. Das finde ich in Zeiten der Sprachgängelung interessant, denn wenn eine Person A mehrfach B ist oder war, dann meint A ist/war B natürlich nicht eine (teil- oder zeitweise) Gleichheit, sondern beschreibt eine Eigenschaft: A nimmt die Funktion eines B wahr oder ist den Bs zugeordnet. Es ist auch nicht erforderlich, daß B mit A im Geschlecht übereinstimmt. Das mag dem Leser trivial vorkommen, ist es auch. Man denke nur an Wendungen wie „sie ist Wassermann, er Jungfrau“. Wenn es aber um wokes Schubladendenken geht, dann reicht es uns Deutschen nicht zu sagen, Frau Merkel sei Kanzler. Wir haben uns den fatalen Luxus erlaubt, Menschengruppen B je nach der betrachteten Person A verschieden zu benennen, leider vorwiegend mit doof oder abwertend klingenden weiblichen Ableitungen.
Grundsätzlich haben Amerikaner ebenfalls dieses Problem, nur tritt es dank ihrer farblosen Artikel selten in Erscheinung. Wir hätten es ebenfalls nur selten, würden nicht nur schöngeistige Eigenschaften und Zahlen weiblich sein. [1] Dann würden wir Männer mit den weiblichen Bezeichnungen bis ans Ende unserer Tage zufrieden leben, ohne komische Endungen und üble Partizipien, die uns einbeziehen, mitmeinen. [2] So habe ich keine Probleme, wegen meines Vornamens gelegentlich als Frau angeschrieben oder von meinem türkischen Gemüsehändler alter Mann genannt zu werden. Oder geht es in Wahrheit nicht um das weibliche Geschlecht, die weibliche Deklination, sondern um das verhaßte R am Ende, gar um die Gängelung selbst?
Zurück zu die Zahl 46 und den Dativ. [3] Unter den normalen figurierten Zahlen ist sie vierte Enneagonalzahl, Arbeiter würden auch Neuneckzahl sagen. Als zentrierte Polygonalzahl müßte 46−1 Vielfaches einer Dreieckszahl sein. Und tatsächlich läßt sich 45 sowohl durch 3 als auch 15 teilen. Damit ist 46 dritte zentrierte Fünfzehneckzahl und sechste zentrierte Dreieckszahl. Nur letzteres scheint interessant, doch kenne ich dazu nur gedrängt wirkende bildliche Darstellungen:
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n=6, dn=1+3+6+9+12+15=46=1+3Dn−1=(n−1)2+Dn=n2+Dn−2Bleibt für 46 nur etwas wie die McNugget-Zahl 43. Dort ging es um die Darstellbarkeit von Anzahlen mit Packungen aus 3, 6 und 20 Hähnchenstücken. An ihre Stelle treten nun die Teilerprotze. Das sind Zahlen, deren echte Teilersumme die Zahl selbst übersteigt. [4] Sie sind recht häufig:
12: 1+2+3+4+6=16 24: 1+2+3+4+6+8+12=36 40: 1+2+4+5+8+10+20=50 18: 1+2+3+6+9=21 30: 1+2+3+5+6+10+15=42 42: 1+2+3+6+7+14+21=54 20: 1+2+4+5+10=22 36: 1+2+3+4+6+9+12+18=55 48: 1+2+3+4+6+8+12+16+24=76Welche Zahlen sind nun keine Summe von Teilerprotzen? Vor allem: Welche unter ihnen ist die größte? Man sieht leicht, daß die kleinen ungeraden Zahlen alle ausscheiden. [4] Deshalb die abgewandelte Frage: Welche gerade Zahl ist die größte, die nicht Summe von Teilerprotzen ist?
Bis 30 sind nur die Teilerprotze 12, 18, 20, 24 und 30 selbst als Summe darstellbar. Danach geht es wie folgt weiter:
32 = 20 + 12 40 = 20 + 20 48 = 36 + 12 56 = 36 + 20 64 = 40 + 24 34 geht nicht 42 = 30 + 12 50 = 30 + 20 58 = 40 + 18 66 = 54 + 12 36 = 18 + 18 44 = 24 + 20 52 = 40 + 12 60 = 48 + 12 68 = 56 + 12 38 = 20 + 18 46 geht nicht 54 = 42 + 12 62 = 42 + 20 70 = 40 + 30Die fetten sind Teilerprotze und bedürfen nur eines Summanden, nämlich sich selbst.
Da 48–58 alle Summe von Teilerprotzen sind, so auch 60–70, 72–82 usw. Damit ist 46 die größte gerade Zahl, wo nicht Summe von Teilerprotzen ist. [5] Daran ändert sich auch nichts, wenn man nur (genau) zwei (verschiedene) Summanden zuläßt.
Und ja, der Mensch besitzt 46 Chromosomen, das Alte Testament umfaßt nach katholischer Auffassung 46 Bücher, und Adam addiert sich auf 1+4+1+40=46. „Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst
ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.“ [6]
[1] Zwar weiß ich bereits aus Vorgender-Zeiten, daß Zahlen grammatikalisch weiblich sind, weshalb es „die Quadratzahl“ und „die um eins größere Zahl“ heißt. Dennoch wird selten „die Nachfolgerin“ oder gar „die größere Partnerin des Primzahlzwillings“ geschrieben. Darüber habe ich bis vor kurzem mikrofrauenfeindlich gar nicht nachgedacht, weil es mir gar nicht auffiel. Ich bleibe dabei: Die(♀) 46 ist der(♂) Nachfolger der(♀) 45.
[2] Allerletzt las ich einen Artikel, in dem binnen zweier kurzer Absätze mindestens sechsmal von Forschenden die Rede war. Diese Unfähigkeit, sich variabel auszudrücken, wäre mir beim Wort Forscher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Was sollte ich machen? Übelkeit unterdrücken oder kotzen?
[3] In der norddeutschen Arbeiterklasse ohne Dativ und Genitiv aufgewachsen, werde ich kein Jota von der alten Rechtschreibung und einer ungegenderten Denk- und Schreibweise abweichen. Über einen Wandel entscheidet die Mehrheit der deutschen Sprecher, die sich leider auch etwas aufdrücken läßt.
[4] Die kleinste ungerade Teilerprotze ist 945. Hat man sie, ist es nur noch eine Fleißaufgabe, die größte Zahl 991=945+46 zu finden, die man nicht als Summe von Teilerprotzen darstellen kann. Deutlich schwerer ist es, die größte nicht darstellbare Zahl 20161 zu finden, wenn nur zwei Summanden erlaubt sind.
[5] Relativsätze mit wo sind ein Baustein zu einer geschlechts- oder gar genderneutralen Sprache, zumal wo der, die, das, selbiger usw. vermeidet.
[6] Gerhard Zint: Bedeutung der Zahlen.
45 | 47 | Geschlecht
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