Zahlreform
Reformbestrebungen im deutschen Sprachraum zielen weniger auf die Groß­gliede­rung (Tausend, Million, Milli­arden) der Zahlen in Dreier­blöcken (Groß­ziffern), sondern auf deren Benennung mittels drei normalen Dezimal­ziffern. Auch hier wird man nicht einfach fünf-​null-​sechs für 506 sagen können, sondern an der mensch­lichen Posi­tions­bezeich­nung fest­halten, also in der Form 5‑h-​0‑z-​6‑e sprechen, wobei es wieder der jeweiligen Sprache überlassen bleibt, wie die Ziffern 0 bis 9 und die Posi­tionen h, z und e benannt werden. Dank der Über­ein­stim­mung mit der engli­schen Sprache wird eine deutsche Zahl­sprech­reform weiterhin h mit Hundert bezeichnen und e völlig ent­fallen lassen. Für z aber scheidet „zehn“ wegen Kolli­sionen mit der herge­brachten Sprech­weise aus. Sonst wäre 30 als drei­zehn zu spre­chen. Das z durch die Silbe „zig“ zu ersetzen ist formal gut, doch wirkt es ein biß­chen albern.

In beiden Gliederungs­schritten (Dreier­blöcke und Einzel­ziffern) soll natür­lich vom Vorteil der Posi­tions­bezeich­nung Gebrauch gemacht werden, Nullen und Einsen weit­gehend zu unter­drücken, Zif­fern 0 und Groß­zif­fern 000 ent­fallen beim Sprechen oder Aus­schrei­ben samt der nach­folgen­den Posi­tions­angabe. Zif­fern 1 und Groß­zif­fern 001 können eben­falls wegge­lassen werden. So leitet sich aus der Zahl 10023000507001890, die über​sicht​licher als 10.023.​000.​507.​001.890 geschrie​ben wird, zunächst die Sprech​weise 10‑t5-​023‑t4-​000‑t3-​507‑t2-​001‑t1-​890‑t0 ab. Es entfallen t0, 000‑t3 und 001, wodurch 10‑t5-​023‑t4-​507‑t2‑t1‑890 entsteht. Die Glie­derung der Groß­ziffern führt auf 1z0e‑t5-​0h2z3e‑t4-​5h0z7e‑t2-​t1‑8h9z0e und die Weglassung von 0e, 0z, 0h, e und 1 auf z‑t5-​2z3‑t4-​5h7‑t2-​t1‑8h9z. Gespro­chen und geschrie­ben zum Beispiel als zig Bil­liar­den zweizig­drei Billi­onen fünf­hundert­sieb Milli­onen tausend acht­hundert­neunzig.

Zwanzigeins | Zahlsprech | Großziffern | Billion

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Großziffern
Stellt man eine Zahl nicht zur Basis 10, sondern 1000 dar, so benötigt man nicht nur zehn Ziffern, sondern tausend sog. Groß­ziffern. Rechen­künstler verbinden mit jeder dieser Groß­ziffern eine anschau­liche Vorstel­lung und kennen im Ideal­fall das zuge­hörige (kleine) Einmal­eins aus tausend mal tausend Produk­ten aus­wendig. Sieht man die Groß­ziffern aber als drei normale Ziffern, so unter­scheidet die Darstel­lung in Großziffern sich nicht von der normalen Dezimal­schreib­weise, wenn man bei der führenden Groß­ziffer auf die führenden Nullen verzich­tet. So würde die Zahl 10203040506070809 in Großziffern 010.203.​040.506.​070.809 lauten. An den Menschen angepaßt auch 10.203.​040.506.​070.809, wodurch der Eindruck einer geglie­derte Dezimal­zahl entsteht. Wer sich an die Unart von IP‑Adressen gewöhnt hat, mag auch 10.203.​40.506.​70.809 schreiben.

Auf diesen Großziffern oder der Gliederung in Dreier­blöcken baut unsere Zahl­benen­nung auf. Jede Zahl­wort­reform wird darauf Rück­sicht nehmen müssen. Da die Menschen der ganzen Welt auch nicht von der Bennen­nung der Ziffern­posi­tionen abweichen werden, ist die obige Zahl 10203040506070809 also in der Form 10‑t5-203-​t4-040-‑t3-506-​t2-070-​t1-809‑t0 auszusprechen, wobei es der jeweiligen Sprache über­lassen bleibt, wie die Dreier­blöcke und die Positions­angaben t0, t1, t2, … auszu­sprechen sind. Dank der Über­einstim­mung mit den engli­schen Zahl­wörtern wird eine deutsche Zahl­wort­reform weiterhin t2 mit Mil­lion und t1 mit Tausend bezeich­nen und auf t0 völlig verzichten. Ab t3 aber entsteht ein gewisses Problem.

Zahlsprech | Zahlreform

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Zahlsprech
Solange Zahlen in der uns bekannten Weise geschrieben werden, halte ich zwei Posi­tionen für deren Aus­sprache und ihre Schrei­bung als Zahl­wörter für ver­nünftig. Die eine besteht einfach darin, es der Sprach­evolu­tion zu über­lassen, an der sich Reformer und Kritiker durchaus offensiv bis aggressiv betei­ligen können. So machen es ja auch die Jugendlichen (Alder), die Aktien­gläu­bigen (aufstellen), die Christen (Zeit­ansage), die Infor­matiker (matchen), die Berater (handeln), die Inter­net­spinner (dotcom) und auch das gemeine Volk (Navi). Meinet­wegen können alle Sprach­verbes­serer gerne auch dreizig­eins statt einund­dreißig sprechen und schreiben, bis sich ihre Ausdrucks­weise durch­gesetzt hat und die heutige als veraltet gilt. Über die Jahr­hun­derte gesehen wäre das keine sehr gravie­rende Ände­rung.

Die andere (zweite!) Position ist eine in allen Aspekten syste­matische Benen­nung der Zahlen, deren Verwen­dung zumindest dann ange­bracht ist, wenn Verwech­selungen ausge­schlossen werden sollen. So war es auf Schecks üblich, den Betrag nochmals zweifels­frei auszu­schreiben (eins-zwei-drei-vier bei 1234 DM). Auch sind wir daran gewöhnt, Nach­komma­stellen einfach aufzu­listen und nur ausnahms­weise die Posi­tionen (er lief in 9 Sekun­den und 95 Hun­dert­stel) zu benennen. Trotzdem werden wir nicht eine reine Aufzäh­lung (eins-zwei-drei-vier) oder gar eine wissen­schaft­liche Notation (1.234e+3 oder eins-​Komma-​zwei-​drei-​vier-​Tausend) sprechen wollen. An der Benen­nung der Ziffern­position (Hundert, Tausend, Million) wird also festzu­halten sein, wodurch der weitge­hende Wegfall der Null und der Eins in der Zahlaus­sprache weiter­hin möglich bliebe. Auch auf die Glie­derung in Dreier­gruppen (Groß­ziffern) wird ein neues System Rück­sicht zu nehmen haben.

Zwanzigeins | Großziffern | Zahlreform

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zwanzigeins
Heute meldet mir der Google-Mathematik-Alert statt interessanter Forschungsergebnisse wieder einmal einen Zwanzigeins-Vorstoß. Es mag von Vorteil sein, wenn auch wir Deutschen unsere Zahlen gemäß der Ziffern-Reihenfolge benennen, doch die Pisa-Ergebnisse werden sich dadurch nur wenig bessern. Verordnen werden kann ein neues Zahlsprech so und so nicht. Allenfalls wird sich eine neue Bennenung nach einer langen Zeit der Koexistenz mit der alten durchsetzen. Nicht anders ergeht es der Rechtschreibreform. Eine Anpassung an die Angelsachsen wird so und so nicht ausbleiben, gleichwohl sie in keiner Weise Vorbild sind, solange Pfunde, Linksverkehr, Zoll, Gallonen und deren Billionen nicht abgeschafft sind. Die Schweden haben auf Rechtsverkehr umgestellt, die Norweger alternative Zahlbezeichnungen. Zusammen mit den Pisa-Finnen sollten sie eher Vorbild sein.

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14
Die Bedeutung der 14 besteht vor allem darin, das Dop­pelte der 7 zu sein, fällt jedoch hinter ande­ren Viel­fa­chen zurück: 4·7=28 ist voll­kommen, 6·7=42 erklärt die ganze Welt und 70 mal 7 mal soll man ver­geben. Zwar umfas­sen zwei Wochen 14 Tage, ein hal­ber Monat ist aber gut 15 Tage lang, und zur glei­chen Zeit Hoch­was­ser gibt es eben­falls fast alle 15 Tage. Im Gegen­satz zu Ostern wird Pas­sah immer ab dem 14. Nisan gefei­ert, was aber nur ein Vorteil ist, wenn alle nach dem jüdi­schen Kalen­der leben. Moder­nen Nazis steht die 14 für die schwach­sinni­gen 14 Wörter eines Spru­ches von David Eden Lane.

So bleibt im wesent­lichen die aus Daleth+Waw+​Daleth=​4+6+4=14 abge­lei­tete Davids­zahl. Sie findet sich in den 14 Ge­schlech­tern von Abra­ham bis David und den gemau­schel­ten zwei­mal 14 bis Jesus. Die glei­che Denk­weise gilt für Johann Seba­stian Bach, in dessen Musik B+A+C+H=2+1+3+8=14 nicht zufäl­lig vor­kommt.

Mathe­matisch gibt die 14 eben­falls wenig her. Sie ist aber dritte quadra­tische Pyra­miden­zahl, also 1·1+2·2+3·3=14. Fest­körper­physi­ker werden wissen, daß es 14 Bravais-​Gitter gibt. Würfel und Okta­eder haben jeweils 12 Kan­ten und somit 12+2=14 Ecken und Flä­chen. Durch Absägen der Ecken eines Würfels bzw. Okta­eders ent­stehen 8 Drei­ecke und 6 Qua­drate. Der entstande Kub­okta­eder hat also 14 Flä­chen.

Und noch eine kleine Spie­lerei: Eine k‑stel­lige Zahl n heißt Keith-​Zahl, wenn man ihre Zif­fern als die ersten k Glieder einer Folge nimmt, in Fibo­nacci-​Manier immer k Folge­glieder addiert und n in dieser Folge vor­kommt. [1] Unter den nicht tri­via­len mehr­stel­ligen Keith-​Zahlen ist 14 die kleinste.
1,4,5,9,14      (1+4=5, 4+5=9, 5+9=14)
1,9,10,19            (1+9=10, 9+10=19)
2,8,10,18,28
4,7,11,18,29,47
6,1,7,8,15,23,38,61
7,5,12,17,29,46,75
1,9,7,17,33,57,107,197 (1+9+7=17, ...)

[1] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Keith-​Zahlen A130010.

13 | 15 | 7 | 28 | 42

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13
Die 13 gilt ge­mein­hin als Unglücks­zahl, von vielen wird sie gemie­den, in ameri­kani­schen Hoch­häu­sern fehlt oft­mals das 13. Stock­werk, Freitag der 13. gilt als beson­derer Unglücks­tag. Bis zwölf haben wir eigen­stän­dige Zahl­wörter, die ausgeschrieben werden sollten, ab 13 werden sie zusammen­gesetzt. Offen­sicht­lich ist 13 einer zuviel. Dabei könnte 13 auch als Erhö­hung der Zahl 12 gesehen werden, etwa Jesus und seine 12 Jünger. Welche posi­tive Bedeu­tung die Frei­maurer der 13 zumes­sen, möchte ich gar nicht wissen. [1] Das Bäcke­rdut­zend umfaßt 13 Bröt­chen, um nicht Gefahr zu laufen, aus Ver­sehen nur 11 einzu­packen. Gott soll 13 Eigen­schaf­ten haben, Paulus hat sich selbst zum 13. Apo­stel ernannt. Für die 13. Fee reichte das Geld nicht. Hinter jeder 12 kann eine geheime, mög­licher­weise gefähr­liche 13 ver­mu­tet werden. Das unter­stri­chene M von McDonald's ergibt um 90 Grad gedreht eine 13 und weist auf deren Schlech­tig­keit hin.

Der Kalender der Mayas kennt einen Zyklus von 13 Jahren. Im Luni­solar­kalender muß ab und zu ein 13. Monat einge­schoben werden. Und weil ein Monat etwas mehr als vier Wochen umfaßt, fällt in jedem Quar­tal eine 13. Woche an, weshalb Fernseh­serien oftmals 13 Folgen haben. Die zweite zen­trierte Zwölf­eck­zahl ist trivialer­weise 13=1+12 und wird hier nur erwähnt, weil sie des­halb zugleich zweite sechs­eckige Stern­zahl ist, auch wenn die Zacken wie auf dem ameri­kani­schen Dollar­schein nur aus einem Punkt beste­hen. Mirp-​Zahlen sind Prim­zah­len, die zif­fern­ver­tauscht eine andere Primzahl ergeben. [2] Damit schei­den 2, 3, 5, 7 und 11 aus und die 13 mit ihrer Umkeh­rung 31 ist die klein­ste Mirp-​Zahl. [3] Die beiden Zif­fern sind wie bei 12 und 21 so klein, daß 13·13=169 und 31·31=961 eben­falls zif­fern­ver­tauscht sind. Die 13. Mer­senne-​Zahl 2¹³−1=8191 ist prim, die 13 ist Teil des pytha­gorei­schen Tripels 12²+5²=13² und kommt in der Folge der Fibo­nacci­zahlen 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, … an siebter Stelle vor. Und was die Teil­barkeit durch 13 betrifft, so gilt wegen 1001=7·11·13 die gleiche Regel wie für die 7: Eine Zahl ist durch 13 teilbar, wenn man die alter­nie­rende Quer­summe von Dreier­blöcken durch 13 teilen kann.

   ●        3. Generation:            0 +           1   2=1+1
● ● ● ●     4. Generation:       0    1 +           0   3=2+1
 ● ● ●      5. Generation:    0  1    0 +      0    1   5=3+2
● ● ● ●     6. Generation:  0 1  0  0 1 +   0  1    0   8=5+3
   ●        7. Generation: 01 0 01 01 0 + 0 1  0  0 1  13=8+5  
Sternzahl, Kaninchenvermehrung [4] und Bitketten (png)

Es ist mir keine Anwendung bekannt, in der mit Vorteil zur Basis 13 gerech­net wer­den kann, außer „Per Anhal­ter durch die Gala­xis“ von Douglas Adams, der zwar selbst gesagt hat, er mache keine Scherze zur Basis 13, doch sich gefal­len lassen muß, daß „Six by Nine. Forty two.“ als 6·9=42 zur Basis 13 inter­pre­tiert korrekt ist und mit „4 und 2“ (nicht 42) auch die Zahl 4·13+2=54=6·9 gemeint sein könnte. Ich bin wahr­schein­lich nicht der erste, der diesen Gedan­ken weiter­gespon­nen hat: Sehe ich auch 54 als eine Tre­dezi­mal­zahl, dann steht sie für 5·13+4=69. Und da sind sie wieder, 6 und 9! Deshalb habe ich mir den Spaß erlaubt, dieses Prinzip nach vorne und hinten fort­zuset­zen und kam so auf die Reihe 12, 15, 18, 21, 27, 33, 42, 54, 69, 87, 111, 183, 276, 435, 720, … mit den genann­ten Zahlen 42, 54 und 69, aber auch der belieb­ten 111=3·37 und der 23. Drei­ecks­zahl 276 der Bibel. Schön wäre 666 gewe­sen. Des ungeach­tet meine ich, mit „4 und 2“ sei viel­leicht 24 gemeint, die eher etwas mit dem Uni­versum und allem zu tun haben könnte.

Und wenn ich schon die biblische 276 erwähne: Nach­dem Gerdhard Kringe im Inter­net die Zahl 12 geprie­sen hat, stimmt er nicht ein in eine Verdam­mung der 13 als Unglücks­zahl. [5] Er unter­stützt die andere Sicht von der Erhöhung der 12 um eins. Was jedem sofort ein­fällt, sind Jesus und seine Jünger, die zusammen (die wilde) 13 bilden. Das läßt er aus, schreibt aber: „Die Zahl der heraus­geru­fenen Erst­lings­ge­mein­de ist die "13". Für diese Heraus­geru­fene steht der 13. Apostel, Paulus. In dieser Zahl ver­birgt sich nicht mehr die Zahl des Kos­mos. 13 ist auch die Zahl der Liebe (1.Kor.13).“ Doch Ablei­tun­gen aus Vers­num­mern sind den meisten Men­schen so fremd wie kon­stru­ierte Addi­tio­nen: „13 ist auch 10+3; 10 = die Voll­zahl, die Fülle, die Verant­wor­tung und das Ziel. 3 = die Ganz­heit, die Drei­einig­keit, die Gottes­offen­ba­rung. Ohne diese Zah­len über­strapa­zieren zu wol­len …“ Und das will auch ich nicht.

[1] Manche sehen nicht nur auf dem Dollar­schein eine Unter­wande­rung der USA durch die Frei­maurer. Da passen die 13 Grün­dungs­staa­ten gut ins Bild.

[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Mirp-​Zah­len (emirps) A006567.

[3] Diese Bezeichnung erinnert an die Spaß­frage: Was macht eine Biene im Rück­wärts­gang? Mus, mus!

[4] Eine junge Zibbe (0) gebiert eine wei­tere (0) und wird alt (1). Eine alte Zibbe (1) gebiert eine weitere Nach­kom­min (0) und stirbt. Die Über­gangs­regeln zur nächsten Genera­tion lauten also 0→01 und 1→0. Man beginnt in der ersten Generation mit einer einzigen alten Zibbe 1, die in 0 übergeht, die wiederum in 01, gefolgt von 010 und so weiter. Die n‑te Ge­ne­ra­tion besteht aus F(n) Zibben, davon F(n−1) jung und F(n−2) alt.

[5] Gerhard Kringe: Die Zahl 12 und 13. Gedanken zur Heilsgeschichte Gottes.

12 | 14 | 31 | 42 | Fr, 13. | Fibonacci-Zahlen | Teilbarkeitsregeln

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Terz
So wie die Oktave (2:1) aus sieben, die Quinte (3:2) aus vier und die Quarte (4:3) aus drei Schritten einer Ton­leiter oder im Noten­linien­system besteht, so sind es bei der Terz zwei. Während erstere nur selten von 12, 7 bzw. 5 Halb­tönen abwei­chen, tritt die Terz regelmäßig in zwei Ausprä­gungen auf, was die Unvor­teil­haftig­keit der herkömm­lichen Inter­vall-​Bezeich­nungen deut­lich macht. Und leider liegt die natürliche große Terz (5:4) mit 386 Cent deutlich unterhalb von 4 chromatischen Halbtönen und die kleine natürliche Terz (6:5) mit 316 deitlich über 3 derselben.

Auf die Frage, wie man die Oktave gleich­mäßig teilt und dabei die großen Terzen gut trifft, gibt der Ketten­bruch ld(5/4)=[0,2,3,9,2,2,…] die Antwort. Es ist günstig in 3,28,59,146,… Inter­valle zu teilen, wovon 1,9,19,47,… eine große Terz nähern. Die 9 im Ketten­bruch besagt, daß 1/3=[0,2,3], also ein drittel der Oktave die große Terz einiger­maßen trifft. Die gleiche Über­legung für die kleine Terz führt auf ld(6/5)=[0,3,1,4,22,…], was 4,19,422,… Intervalle mit 1,5,111,… für die kleine Terz bedeutet. Die 4 im Ketten­bruch besagt, daß 1/4=[0,3,1], also ein viertel der Oktave die kleine Terz einiger­maßen gut trifft. Fast vollkommen ist 5/19=[0,3,1,4] wegen der 22 im Ketten­bruch.

Welche Teilungen sind also geeignet, um die Quinten, Quarten und Terzen gut zu nähern? Zunächst natür­lich die Teilung in 12 Inter­valle mit 7, 5, 4 und 3 für Quinte, Quarte, große und kleine Terz. Will man die Quinte gegen­über der Zwölf­ton­leiter nicht ver­schlech­tern, so kommt die 53‑Ton­leiter mit Intervall-​Längen 31, 22, 17 und 14 in Betracht. Quinte und Quarte stimmen natür­lich sehr genau. Und glück­licher­weise sind 17 und 14 Inter­valle für die Terzen nur um weniger als 2 Cent zu klein bzw. zu groß.

Die gleichstufige 12-Tonleiter hat nur mäßige Terzen und die 53‑Ton­leiter zu viele Töne. Das sind gute Gründe, die Terzen auf Kosten der Quinten zu verbes­sern. Wegen der guten 5/19 für kleine Terzen, liegt eine 19‑Tonleiter nahe. Durch 11, 8, 6 und 5 Inter­valle werden Quinte, Quarte, große und kleine Terz darge­stellt. Die kleine Terz stimmt natür­lich sehr genau, die Quinte und die große Terz sind aber um 7 Cent zu klein. Das ist der Preis für einen Kompro­miß, der auch nur eine musi­kali­sche Nische aus­füllt.

Quinte | Oktave

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