Gegendemonstranten
Ohne Gespür und Wissen ist es mitunter nicht leicht, einem zusam­men­gesetz­ten Wort zu ent­nehmen, in welcher Bezie­hung dessen Teile stehen. So ver­sammel­ten sich bisher Gegen­demon­stran­ten, um sich am Rande einer Demon­stra­tion gegen diese zu wenden. In den letzten Tagen aber gefiel man sich darin, bereits ein Gegen­demon­strant zu sein, wenn man nur gegen etwas ist und das auch demon­striert. Mit dem AfD-​Partei­tag am vergan­genen Wochen­ende scheint dieser Wech­sel voll­zogen, jeden­falls in den Hirnen Geistes­kranker.

Und so ist es wunderbar zu sehen, wie eine jetzt allseits bekannte Frau, die besser bei ihren Aktien geblie­ben wäre, mit ihrer Anbie­derung an die von den Staats­medien bevor­zugte Lesart voll auf die Schnauze fiel. Offen­sicht­lich hatte sie nur eine Über­schrift der Bild­zeitung zu Über­griffen von Gegen­demon­stran­ten auf Jour­nali­sten gelesen. Und welcher Couleur müssen die gewesen sein, wenn die Demon­stran­ten doch Anti­faschi­sten waren? Prompt verur­teilte sie die Über­griffe auf Schärf­ste und vermißte eine Distan­zie­rung der AfD, obwohl Alice Weidel sich dazu schon am Vortage deut­lich geäu­ßert hatte.

Über diese Peinlich­keit könnte ich wie ihre Mit­disku­tanten im Bayri­schen Rund­funk hinweg­sehen. Es ist aber ein wunder­bar aus­gear­beite­tes Bei­spiel für die sonst nur hypo­the­tisch in den Raum gestellte Umkeh­rung: Was würde in den Medien losbre­chen, wie­viele Brenn­punkte gäbe es, wenn die AfD mit derart schä­bigen Metho­den vorginge, wie sie unter unseren Demo­kraten sozial aner­kannt sind?

... link (0 Kommentare)   ... comment