{ungeskriptet} by Ben
Schon öfter mußte ich in den alter­nati­ven Medien Aus­schnitte einer unange­neh­men Veran­stal­tung zur Kennt­nis nehmen, da drei gegen drei argu­men­tieren und bestenfalls in echten Schritten aufein­ander zugehen sollen. Unter den Teil­neh­mern fiel mir vor kurzen ein gewis­ser Ben erst­mals auf. Es war Ben­jamin Berndt, der den You­tube-​Kanal @ben_ungeskriptet mit dem affigen Titel meiner Über­schrift betreibt. Und nun ist er dank eines fünft­halb Stunden wäh­ren­den Gesprä­ches mit Björn Höcke und bald mehr Auf­rufen als die Tages­schau Zuschauer hat all­gemein im Gespräch.

Seine Art ist es, den Podcast-​Partner in Yellow-​Press-​Manier zu Wort kommen zu lassen, vor allem abwei­chende eigene Ansich­ten nur ver­halten anzu­deuten. Das ist nicht gerade das, was mich in dieser Breite sonder­lich inter­es­siert, aber ich habe mir die volle Länge angetan. Und nach Stunden kam es dann auch zur Politik.

Erwartungsgemäß gab es heftige Kritik derer, die ohne Kontakt­schuld sind. Nicht nur wegen fehlen­den Wider­spru­ches, aus­blei­ben­der Ein­ord­nung und keinen aggres­siven Rück­fragen, sondern vor allem wegen der Drei­stig­keit, einem Aus­sätzi­gen wie Björn Höcke über­haupt eine solche Bühne zu bieten. Sofort kamen die Kriti­ker aus ihren Löchern. Neben unseren Staats­komi­kern auch Sakia Esken, die sich am Wort Faschist berauschte. Was ein Glück, daß ich schon mit Andrea Nahles ausge­treten bin.

Ein bißchen kann ich verstehen, daß einem die frei darge­brach­ten Ansich­ten eines Inter­view-​Part­ners auf den Senkel gehen können, wenn man sie so ganz und gar nicht zu teilen vermag, ja ihre Ver­brei­tung für gefähr­lich hält. Das wurde mir schon nach wenigen Minuten des aktu­ellen Gespräches von Ben mit Helmut Sterz klar, der die uralten Corona-​Kamel­len seines Buches dar­stel­len darf. Doch dazu später mehr, gleich­wohl ich die Brat­wurst­zeit ver­gessen wollte. Ganz geht es nicht, solange sie immer wieder als Beispiel übler Unter­drückung hervor­geholt wird.

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Einordnung
Gestern war in den alternativen Medien ein Auzug aus einem Morgen­magazin zu sehen, in dem ein naiver Mode­rator von Tino Chru­palla einge­seift wurde. [1] Er begann mit der auf der Hand lie­gen­den Mög­lich­keit, Öl und Gas aus Ruß­land zu bezie­hen. Das gefiel dem Mode­rator nicht, weil Ruß­land doch einen völ­ker­rechts­widri­gen Angriffs­krieg führe, worauf­hin er zu hören bekam, daß die USA den doch ebenfalls führten und konse­quent mora­lische Handels­beschrän­kungen uns bald im Dunkeln stehen ließen. „Das kann ja kein Argu­ment sein“ war darauf­hin hilf­los vom Mode­rator zu hören, der sprach­los in einem wohl groß heraus­kopier­ten Bild gezeigt wurde, was aber nicht so dreist ist wie „Moderator kontert sofort“ sogar in der Über­schrift eines schrift­lichen Berich­tes. [2] Wo ist der Konter, wo die Nach­frage? Noch nicht einmal eine der berühm­ten Ein­ord­nun­gen, einfach nur eine selbst­gefäl­lige apo­dikti­sche Behaup­tung.

Weder das eine, noch das andere hätte mich zu diesen Äuße­rungen hinge­rissen, wäre mir an diesem Bei­spiel nicht ins Auge gesprun­gen, wie sehr ein und die­selbe Sache durch ver­schie­dene Brillen völlig ent­gegen­gesetzt beur­teilt und ‚eingeordnet‘werden kann. Und ich hoffe nicht zu sehr meinen eige­nen Vorur­teilen erlegen zu sein, wenn ich frage: Wie kann man als Mode­rator so unfä­hig sein, daß einem auf eine miß­lie­bige Antwort nichts als eine Beleh­rung einfällt und man sich erst erholen muß, bevor man zur vor­berei­teten Folge­frage kommt. Aber offen­sicht­lich gibt es in allen großen Medien die Gewiß­heit, daß der geneigte Zuschauer und Leser solche argu­menta­tions­leeren Ein­ord­nungen wert­schätzt.

[1] Tino Chrupalla zerlegt ZDF mit eigenem Argument! Russisches Gas für unsere Wirtschaft ist notwendig! @PolitikmitKopf, Youtube, 14.04.2026.

[2] Afd-Chef Chrupalla will „günstiges Gas aus Russland“ – ZDF-Moderator kontert sofort. Merkur, 14.04.2026.

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Carfrei-Tag
Da sitze ich vor meinem alten Notebook ohne die seit vor­gestern vorge­schrie­bene USB‑C-​Lade­möglich­keit, sehe mir die täglich um 12 Uhr stei­genden sog. Sprit­preise an und frage mich, warum unsere so ambi­tio­nierte Mini­sterin Reiche sich nicht für ein Fahr­verbot am Kar­freitag stark gemacht hat. Das wäre doch die Gele­genheit gewesen, den wilden und damit nur schwer unter­sagba­ren Zusam­menrot­tungen am Car­freitag zu begeg­nen, da wert­volles oder gar noch ver­bleites Benzin sinnlos verpul­vert wird.

Karfreitag | Triduum Sacrum

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Endian
Am heutigen Pi-Tag behauptet Mike Merrifield [1], daß der 22. Juli der eigent­liche sei, denn 22/7 nähere π besser als 3,14. Außerdem sei 3/14/1592 eine dämliche Middle-​Endian-​Schreib­weise der Ameri­kaner, die zu Ver­wech­selun­gen wie 9/11 mit dem 9. No­vem­ber führe. Ver­nünf­tig seien little-​endian 14.3.2026 und big-​endian 2026‑03‑14.

Aber warum steht bei big-​endian die große Jahres­zahl vorne und nicht am Ende? Eine leichter zu beant­wor­tende Frage als den ewigen Streit um die korrekte Reihen­folge zu schlichten. Die salomo­nische Antwort: Sie ist egal, doch eine Einigung von Vorteil, jeden­falls für Menschen. Daß sich vor allem im Computer­bereich zahl­reiche Rich­tungen auch gemischt geschach­telt tummeln, muß ihn nicht stören.

Ich bevorzuge die Ausdrucks­weise „vom Speziellen zum Allgemeinen“ (little-​endian, 14.03.2026, zahlwort.blogger.de) und „vom Allge­meinen zum Spezi­ellen“ (big-​endian, 2026‑03‑14, /stories/2906358). Und schon haben wir den Rich­tungs­salat (zahlwort.blogger.de/stories/2906358), der aber gar nicht so blöd ist, wie auch die ameri­kani­sche Datums­schreib­weise (03/14/2026) für eine Geburts­tags­liste von Vorteil sein kann.

Welche Fragen bleiben? Was war zuerst, Henne oder Ei? Legen Hühner ihre Eier mit dem dicken Ende? Ein Wombat mit der Ecke, der Fläche oder gar einer Kante? Sollte man Eier mit der Spitze nach unten aufbe­wahren? Sind sie an der Spitze oder am dicken Ende aufzu­schlagen? Haben Lilli­putaner, Eng­länder, Prote­stanten und Schiiten die Weisheit gepachtet? Befinden sich Blefus­cuaner, Fran­zosen, Katho­liken und Sun­niten als auf dem Holzweg?

[1] Feeling Grumpy about Pi Day - Number­phile. Number­phile, Youtube, 14.03.2026.

Geburtstag | 314 | Tau-Tag | links-rechts | Henne-Ei | Wombat

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Freie Fahrt für freie Meinung
Ich glaube, es war eine unserer besten Minister­innen aller Zeiten, wo im Ein­klang mit vielen anderen verant­wortungs­bewuß­ten Poli­tikern meinte, radi­kale Äuße­rungen müßten zensiert werden, um Meinugs­freiheit zu garan­tieren. Ver­gleich­bar mit der freien Fahrt für freie Bürger, die ohne Ver­kehrs­regeln unmög­lich wäre. Wie sollte man schnell und sicher fahren, wenn dauernd einer von links käme oder quer stünde? Offen­sicht­lich hat Badesalz schon vor vielen Jahren einge­sehen, daß dumme Äuße­rungen die Meinungs­frei­heit gefähr­den. [1]

[1] Badesalz: Badesalz – AsoTV – Meinungs­frei­heit. AsoTV, Youtube, 2017.

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CO2
Als ich letztes Jahr meinen Rechner auf­räumte, fand ich eine 5 Jahre alte Berech­nung, was denn 10 Euro pro Tonne ausge­stoße­nem Kohlen­dioxyd einen Auto­fahrer kosten:

Ein Liter Benzin wiegt etwa 750 Gramm. Davon sind 645 Gramm Kohlenstoff, durch dessen hoffent­lich rußarme Ver­bren­nung 2,36 Kilo­gramm Kohlen­dioxyd ausge­pufft werden. Hinzu kommen etwa 500 Gramm zur Her­stel­lung des Benzins. Bei einer Abgabe von 10 Euro pro Tonne entstehen gute 2,8 Cent pro Liter, etwa 20 Cent auf 100 Kilo­meter, wenn ich stolze 7 Liter auf 100 km ansetze. [1]

Es begann harmlos mit 25 Euro pro Tonne, zum Jahres­wechsel waren es 55, im laufen­den Jahr können es bis zu 65 Euro werden, also weiter­hin jähr­lich knapp 3 Cent mehr pro Liter. Die addieren sich mittler­weile auf 16 Cent neben der Mine­ralöl- und Mehr­wert­steuer. Eine mode­rate Erhö­hung, wenn ich (born 311) als Bus­fahrer die Fahr­preis­entwick­lung betrachte. Deshalb kommen mir keine Tränen. Soll das Kohlen­dioxyd im Auspuff doch einfach zu Trocken­eis gekühlt werden. Das kann bis zu 2000 Euro pro Tonne verkauft werden.

Die Erdatmosphäre enthält etwa 400 Ton­nen CO₂ pro Mensch, wofür sein Auto etwa 2 Mil­lio­nen Kilo­meter fahren muß. Das ist in einer Lebens­spanne zu schaf­fen, doch hat glück­licher­weise kaum einer ein Kraft­fahr­zeug. Auch ver­schwin­det CO₂ im Meer und im Boden. Zudem ver­nich­tet ein Baum Jahr um Jahr etwa 16 Ki­lo­gramm. Für jeden kann man zwar nur 80 Ki­lo­meter jähr­lich fahren, doch gibt es etwa 400 Bäume pro Kopf, was jedem über 30.000 Ki­lo­meter pro Jahr gestat­tete, den Deut­schen mit stolzen 1000 Bäumen sogar 80.000 km.

Doch leider geht nur etwa 1/6 der jähr­lichen welt­weiten 40 Giga­tonnen auf das Konto von Klein­wagen. Diese Gesamt­menge wegzu­putzen sind glück­licher­weise nur 300 der 400 Bäume pro Kopf erforderlich. Der unbe­strit­tene Anstieg der CO₂-Kon­zentra­tion der Luft (derzeit 0,0425 Volumen­prozent) ist also mehr darauf zurück­zuführen, daß unser erhöh­ter Ausstoß zu einem stei­genden Gleich­gewicht zwischen Erzeu­gung und Entzug, somit nicht in 100 Jah­ren zu einer Ver­doppe­lung führt.

Wenn es den CO₂-basier­ten Klima­wandel aufzu­halten gilt, dann mögen sich die Fach­kräfte des globalen Südens auf den Hosen­boden setzen und der Welt Formen der klima­scho­nenden Energie­gewin­nung bescheren, denn dem Norden, insbe­sondere dem ameri­kani­schen Grön­land und der russi­schen Tundra wird etwas Erwär­mung nicht schaden. Sinn­voll wären Kern­spaltung und -fusion, um den Kohlen­stoff im Boden lassen zu können sowie Wind, Mond und Erde nicht zu bremsen.

Dann könnten Autos weiter­hin mit Benzin fahren, denn anders als vor 60 Jahren gedacht, als ein Kollege sich in die Bat­terie­ent­wick­lung zu Varta begab, lautet das Moore­sche Gesetz dort nicht Ver­doppe­lung in zwei, sondern viel­leicht in 20 Jah­ren. Es reicht, jeder­zeit genügend preis­werten Strom dort zu haben, wo er ohne Zwischen­speiche­rung ver­braucht wird. Mit Kern­kraft müssen wir uns über die Klima­erwär­mung wegen Energie­erzeu­gung über Jahr­hun­derte keine Sorgen mehr machen, denn bis zu dem Punkt, da die Abwärme selbst die Tempe­ratur der Atmo­sphäre nennes­wert erhöht, ist es noch ein weiter Weg.

[1] Neu zugelassene deutsche Privat­wagen sollen mit 107 Gramm CO₂ pro Kilo­meter nur knapp über der EU‑Norm liegen. Doch diese utopi­schen 4,5 Liter auf 100 Ki­lo­meter werden nur im Test­labor erreicht. Für die alten Autos der realen Welt gehe ich von 7 Litern aus. Wäre in den genann­ten 107 Gramm das CO₂ der Benzin­herstel­lung inbe­griffen, dürften es nur 3,7 Liter sein.

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Division
Liebe nieder­säch­sische Kinder, das Jahr 2025 geht mit 365 Tagen in 12 Mona­ten seinem Ende ent­gegen. Wie­viele Tage hat ein Monat im Durch­schnitt? Eure Väter hatten es nicht leicht und mußten rechnen:
365 : 12 = 30,4
36
 05
  0
  50
  48
   2
Manche waren gut, ließen den nichts­nutzen roten Bereich weg oder konnten es gar im Kopf. Ihr dürft einen Taschen­rechner nutzen. Er liefert Euch 30,41666667. Die Nach­komma­stellen könnt Ihr weg­lassen, also 30. Auch die 7 am Ende geht Euch nichts an.

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