30
Anders als bei der Zahl 40 meint man sich zur Zahl 30 nicht fragen zu müssen, warum sie gerne in der Bibel vorkommt, denn ein Monat hat für schlichte Gemüter bis in die heutige Zeit 30 Tage. Für einen Mond­monat ist es ein halber Tag zuviel, für ein Zwölftel des Jahres ein halber zuwenig. Daß in der Bibel ein Monat mit 30 Tagen gerechnet wird, macht die Sintflut­geschichte deutlich. Neben 40 Tagen ist auch mehrfach von 150 Tagen die Rede: „Und das Gewässer stand auf Erden hundert­und­fünfzig Tage“, nämlich vom 17. Tage des zweiten bis zum 17. Tage des siebten Monats. Die Jahres­zahl ist nicht erwähnt.

Explizit kommen 30 Tage in der Bibel kaum vor. Um Aron und Moses wurde 30 Tage geweint. Das ist schon die Hälfte aller Stellen. Dagegen sind 30 Jahre viel häu­figer. Jesus begann sein öffent­liches Wirken mit 30 Jahren. Das kann eine Anleh­nung an David sein, der mit 30 Jahren König wurde. Weniger an Joseph, der mit 30 Jahren seine Reise durch Ägypten begann. Immer wieder aber ist in der Bibel zu lesen, daß ein taug­licher Jude im Alter von 30 bis 50 Jahren seinen Dienst abzu­reißen hatte: „von dreißig Jahren an bis ins fünf­zigste Jahr, alle, die zum Dienst taugen, daß sie tun die Werke in der Hütte des Stifts.„

Da im Alten Testament jede Kleinigkeit irgend­welche erwähnens­werten Maße hat, kommen natürlich auch 30 Ellen gerne vor. Besonders an meinen Lieblings­stellen 1. Kö­nige 7,23 und 2. Chro­nik 4,2: „Und er machte das Meer, gegossen, von einem Rand zum andern zehn Ellen breit, ganz rund, fünf Ellen hoch, und eine Schnur von dreißig Ellen konnte es umspannen.“ Wäre da nicht von „ganz rund“ die Rede, könnte es sechseckig gewesen sein. So aber haben wir hier den Schriftbeweis für π=3.

Natürlich nicht vergessen darf man die Silber­linge, für die Jesus von Judas verraten wurde. Warum es gerade 30 waren, weiß wohl keiner so genau. Es hilft auch nicht weiter, sich die Stellen im Alten Testa­ment anzu­sehen, in denen 30 Lot Silber vor­kommen. Auf jeden Fall steht die Zahl 30 für das Blut Christi, zumin­dest bei den buch­staben- und ziffern­getreuen Inter­preten.

Man kann auch ein paar mathema­tische Kleinig­keiten zur Zahl 30 finden. Sie ist das Produkt der ersten drei Primzahlen, und das Produkt der ersten sechs Prim­zahlen ist dreißig­tausend und dreißig, was aber wegen 7·11·13=1001 nicht vom Sockel haut. Natürlich ist 30 auch ein Teiler­protz, weil die Summe 1+2+3+5+6+10+15+30=72 der acht Teiler mehr als doppelt so groß ist wie 30 selbst. Das ist aber nur das 2,4‑fache, während es 24 bereits auf den Fak­tor 2,5 bringt. Zudem hat 24 eben­falls acht Teiler, womit 30 auch in dieser Diszi­plin zweit­rangig bleibt. Aber 30 ist die größte Zahl n, daß alle zu n teiler­fremden Zahlen unter­halb von n Prim­zahlen sind. Und sowohl der Ikosa­eder als auch der Dode­kaeder haben 30 Kanten.

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