Pizzazahlen
Ein normaler Pizza­bäcker teilt seine Pizza mit vier Schnit­ten in 8 Teile. Trifft er die Mitte nicht genau, so entstehen im Mitten­matsch bis zu drei weitere Stücke. Die Frage lautet nun: Wie­viele Stücke sind mit 4 gera­den Schnit­ten mög­lich? Es sind diese D₄+1=11, die vierte Dreiecks­zahl plus 1. Ganz allge­mein sind es für n Schnit­te Dₙ+1 Stücke. [1,2,3]

Der erste Schnitt teilt die Pizza in zwei Teile, der zweite erhöht auf vier, wenn er den ersten Schnitt kreuzt. Der dritte Schnitt kann beide voran­gehen­den kreuzen und somit drei Stücke durch­schneiden, mehr aber auch nicht. Der vierte Schnitt kreuzt maxi­mal die drei voran­gehen­den. Sie teilen den neuen Schnitt in bis zu vier Strecken, die höch­stens vier Stücke durch­schneiden. So geht es weiter bis zum n‑ten Schnitt, der höch­stens n neue Stücke erzeu­gen kann. Deshalb sind mit n ge­ra­den Schnit­ten nicht mehr als

1 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + ... + n = 1+Dₙ

Stücke möglich. Erreicht man die aber diese Zahl? Ist es möglich, mit jedem neuen Schnitt alle bereits vorhan­denen zu kreuzen? Es geht, wenn die Stücke auch recht unter­schied­lich ausfallen. In der Ebene, also der rand­losen unend­lichen Pizza, ist das einfach. Man vermeidet paral­lele Schnitte und mehr als zwei durch einen Punkt, so kreuzt jeder jeden genau einmal in insgesamt Dₙ Punkten und es ent­stehen Dₙ+1 Teile. Findet dieses Muster nicht im Inneren der Pizza Platz, kann es einfach verkleinert werden. Damit sind auch auf ihr Dₙ+1 Teile möglich. [3]

Natürlich kann man auch gleich die Schnitte syste­matisch anlegen. Schön finde ich, für ungerades n einfach einen n‑zackigen maximal spitzen Stern in die Mitte zu zeichnen und dessen Linien zum Rand der Pizza hin als Schnitte zu ver­längern. Für gerades n wählt man einen (n+1) zacki­gen Stern und läßt einen Schnitt weg. Im Falle n=8 sieht das wie folgt aus:



Teilung einer Pizza mit 8 Schnitten in 37 Stücke (png) [4]

Wem das zu kompliziert ist, der verfolge einfach die Methode der Pizza­bäcker und teile eine Runde Pizza mit n geraden Schnitten jeweils unter einem um 180°/n wach­senden Winkel in einem kleinen Abstand d von der Mitte durch. Wählt man d>0 klein genug, so schneiden sich alle Geraden­paare inner­halb der Pizza, und durch keinen Punkt gehen mehr als zwei Geraden. Es müssen also Dₙ+1 Stücke ent­standen sein, so klein und unför­mig sie im Mitten­matsch auch sein mögen.

[1] Wolfram Mathworld. Circle Division by Lines.

[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. A000124.

[3] Stillschweigend ist voraus­gesetzt, daß jeder gerade Schnitt den Rand nur an zwei Stellen durchtrennt, wie es bei einer runden oder recht­eckigen, zumindest konvexen Pizza der Fall ist. Eine Pizza in Form eines Ele­fanten­arsches mit Loch in der Mitte gestat­tet bereits mit zwei Schnit­ten fünf Stücke, eine E-förmige sogar vier mit einen Schnitt. Von Pizza­tas aus meh­reren Stücken ganz zu schwei­gen.

[4] Ich konnte mich nicht aufraffen, für ein ordent­liches Bild Mathe­matica zu reani­mieren oder mich mit irgend­einem anderen Geome­trie-​Programm anzu­freun­den. Deshalb bleibe ich bei einer halb­wegs ordent­lichen Zeich­nung, wie ich auch vorzugs­weise mit Bargeld zahle.

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