CO2
Als ich letztes Jahr meinen Rechner auf­räumte, fand ich eine 5 Jahre alte Berech­nung, was denn 10 Euro pro Tonne ausge­stoße­nem Kohlen­dioxyd einen Auto­fahrer kostet:

Ein Liter Benzin wiegt etwa 750 Gramm. Davon sind 645 Gramm Kohlenstoff, durch dessen Ver­bren­nung 2,36 Kilo­gramm Kohlen­dioxyd ausge­pufft werden. Hinzu kommen etwa 500 Gramm zur Her­stel­lung des Benzins. Bei einer Abgabe von 10 Euro pro Tonne entstehen gute 2,8 Cent pro Liter, etwa 20 Cent auf 100 Kilo­meter, wenn ich stolze 7 Liter auf 100 km ansetze. [1]

Es begann harmlos mit 25 Euro pro Tonne, zum Jahres­wechsel waren es 55, im laufen­den Jahr können es bis zu 65 Euro werden, also weiter­hin jähr­lich knapp 3 Cent mehr pro Liter. Die addieren sich mittler­weile auf 16 Cent neben der Mine­ralöl- und Mehr­wert­steuer. Eine mode­rate Erhö­hung, wenn ich (born 311) als Bus­fahrer die Fahr­preis­entwick­lung betrachte. Deshalb kommen mir keine Tränen. Soll das Kohlen­dioxyd im Auspuff doch einfach zu Trocken­eis gekühlt werden. Das kann bis zu 2000 Euro pro Tonne verkauft werden.

Die Erdatmosphäre enthält etwa 400 Ton­nen CO₂ pro Mensch, wofür sein Auto etwa 2 Mil­lio­nen Kilo­meter fahren muß. Das ist in einer Lebens­spanne zu schaf­fen, doch hat glück­licher­weise kaum einer ein Kraft­fahr­zeug. Auch ver­schwin­det CO₂ im Meer und im Boden. Zudem ver­nich­tet ein Baum Jahr um Jahr etwa 16 Ki­lo­gramm. Dafür kann man zwar nur 80 Ki­lo­meter fahren, doch gibt es etwa 400 Bäume pro Kopf, was jedem über 30.000 Ki­lo­meter pro Jahr gestat­tete, den Deut­schen mit stolzen 1000 Bäumen sogar 80.000 km.

Doch leider geht nur etwa 1/6 der jähr­lichen welt­weiten 40 Giga­tonnen auf das Konto von Klein­wagen. Diese Gesamt­menge wegzu­putzen sind glück­licher­weise nur 300 der 400 Bäume pro Kopf erforderlich. Der unbe­strit­tene Anstieg der CO₂-Kon­zentra­tion der Luft (derzeit 0,0425 Volumen­prozent) ist also mehr darauf zurück­zuführen, daß unser erhöh­ter Ausstoß zu einem stei­genden Gleich­gewicht zwischen Erzeu­gung und Ver­nich­tung führt, also nicht in 100 Jah­ren mit einer Ver­doppe­lung zu rechnen ist.

Wenn es den CO₂-basier­ten Klima­wandel aufzu­halten gilt, dann mögen sich die Fach­kräfte des globalen Südens auf den Hosen­boden setzen und der Welt Formen der klima­scho­nenden Energie­gewin­nung bescheren, denn dem Norden, insbe­sondere dem ameri­kani­schen Grön­land und der russi­schen Tundra wird etwas Erwär­mung nicht schaden. Sinn­voll wären Kern­spaltung und -fusion, um den Kohlen­stoff in der Erde zu lassen sowie Wind, Mond und Erde nicht zu bremsen.

Dann könnten Autos weiter­hin mit Benzin fahren, denn anders als vor 60 Jahren gedacht, als ein Kollege sich in die Bat­terie­ent­wick­lung zu Varta begab, lautet das Moore­sche Gesetz dort nicht Ver­doppe­lung in zwei, sondern viel­leicht in 20 Jah­ren. Es reicht, jeder­zeit genügend preis­werten Strom dort zu haben, wo er ohne Zwischen­speiche­rung ver­braucht wird. Mit Kern­kraft müssen wir uns über die Klima­erwär­mung wegen Energie­erzeu­gung über Jahr­hun­derte keine Sorgen mehr machen, denn bis zu dem Punkt, da die Abwärme selbst die Tempe­ratur der Atmo­sphäre nennes­wert erhöht, ist es noch ein weiter Weg.

[1] Neu zugelassene deutsche Privat­wagen sollen mit 106,8 Gramm CO₂ pro Kilo­meter nur knapp über der EU‑Norm liegen. Doch diese utopi­schen 4,5 Liter auf 100 Ki­lo­meter werden nur im Test­labor erreicht. Für die alten Autos der realen Welt gehe ich von 7 Litern aus.

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