Rerouting
wuerg, 27.06.2026 17:06
Inzwischen nimmt ja die Zahl derer zu, die wissen, was ein Hub ist. Und das nicht nur, weil sie einen auf dem Schreitisch haben, um die zahlreichen Geräte bis hin zum Tassenwärmer zu steuern. Heutzutage sind es sogar Switche. Und viele haben auch ein Router genanntes Gerät im Flur stehen, das Gott sei Dank im Gegensatz zu großen Netzwerken nur wenige Routen bewältigen muß. Fällt dieser Router aus, nimmt ihm keiner die Arbeit ab.
Das ist in großen Netzwerken natürlich anders. Und dank unserer Bahn und ihres Totalausfalles wissen wir nun, wie wichtig ein funktionierendes Rerouting ist, vor allem dann, wenn eine Komponente ausfällt oder gar abgebaut wird, was auch bei schlichtem Stromausfall ein funktionierendes Netzwerk nur kurz zucken lassen sollte. Dieses Rerouting findet dauernd statt, nicht nur, um fahrende Züge zu verfolgen, auch um Langsamkeiten und Überlastung auszugleichen oder einfach nur Geld zu sparen. Und mich wundert nicht, daß gerade deshalb bei der Bahn der Tausch nur eines Routers in einer Katastrophe endete.
Ich nehme einmal an, daß die Abschaltung eines Routers allein dank eines funktionierenden Reroutings keine Probleme bereitete, sollte das doch jedes Jahr einmal gestestet werden, indem man ihn einfach ohne Vorwarnung ausschaltet. Vielmehr wird der neue Router dank einer Super-Duper-Software oder mangelnder Konfiguration einfach Chaos im Gesamtsystem angerichtet haben. Die Fehlerbehebung ist also ganz einfach: Neuen Router ausschalten, evtl. alten wieder in Betrieb nehmen.
Aber wie kommt man auf auf solche Fehlerursachen? Sehr, sehr oft durch die ehrliche Beantwortung der Frage: Was wurde in letzter Zeit oder gar soeben geändert? So diese Frage überhaupt gestellt wird, halten sich alle bedeckt und das Maul. Also beschäftigt man teuere Spezialisten und Fremdfirmen, um die Ursache zu finden, die sich fast immer als völlig banal, oftmals bekannt herausstellt. Ähnlich den polizeibekannten Tätern, die sich hinter dem unsichtbaren Elefanten verstecken.
Warum schreibe ich das? Weil es mir ähnlich widerfahren ist. Plötzlich wurden unsere sechs Datex‑P-Router teilweise sehr lahmarschig. Teure Spezialisten suchten nach dem Fehler, ich schrieb Software, um die Netzauslastung zu überwachen. Und was war nach vielen, vielen Tagen das Ergebnis? Alle Router wurden mit eine Super-Duper-Software ausgestattet, um sie gleichmäßig auszulasten. Die hatte völlig versagt. Ständig schob der eine die Arbeit auf einen anderen ab.
Und was mußte ich mir nicht sagen lassen, aber selbst vorwerfen? Nicht dafür Sorge getragen zu haben, daß ich über alle Arbeiten informiert werde, auch wenn sie von Schreibtischtätern über mir in die Wege geleitet wurden. Ich vertraute darauf, daß sündhaft teure Mitarbeiter von Fremdfirmen wissen, was sie tun, und ihre Fehler nicht tagelang von denen einer anderen Firma suchen lassen. Das ist nicht die versehentliche Abschaltung mehrerer redundanter Verbindungen gleichzeitig oder unbeabsichtigtes Herunterfahren eines Rechners, der in zehn Minuten wieder läuft, sondern großräumig angelegte Unfähigkeit.
Das ist in großen Netzwerken natürlich anders. Und dank unserer Bahn und ihres Totalausfalles wissen wir nun, wie wichtig ein funktionierendes Rerouting ist, vor allem dann, wenn eine Komponente ausfällt oder gar abgebaut wird, was auch bei schlichtem Stromausfall ein funktionierendes Netzwerk nur kurz zucken lassen sollte. Dieses Rerouting findet dauernd statt, nicht nur, um fahrende Züge zu verfolgen, auch um Langsamkeiten und Überlastung auszugleichen oder einfach nur Geld zu sparen. Und mich wundert nicht, daß gerade deshalb bei der Bahn der Tausch nur eines Routers in einer Katastrophe endete.
Ich nehme einmal an, daß die Abschaltung eines Routers allein dank eines funktionierenden Reroutings keine Probleme bereitete, sollte das doch jedes Jahr einmal gestestet werden, indem man ihn einfach ohne Vorwarnung ausschaltet. Vielmehr wird der neue Router dank einer Super-Duper-Software oder mangelnder Konfiguration einfach Chaos im Gesamtsystem angerichtet haben. Die Fehlerbehebung ist also ganz einfach: Neuen Router ausschalten, evtl. alten wieder in Betrieb nehmen.
Aber wie kommt man auf auf solche Fehlerursachen? Sehr, sehr oft durch die ehrliche Beantwortung der Frage: Was wurde in letzter Zeit oder gar soeben geändert? So diese Frage überhaupt gestellt wird, halten sich alle bedeckt und das Maul. Also beschäftigt man teuere Spezialisten und Fremdfirmen, um die Ursache zu finden, die sich fast immer als völlig banal, oftmals bekannt herausstellt. Ähnlich den polizeibekannten Tätern, die sich hinter dem unsichtbaren Elefanten verstecken.
Warum schreibe ich das? Weil es mir ähnlich widerfahren ist. Plötzlich wurden unsere sechs Datex‑P-Router teilweise sehr lahmarschig. Teure Spezialisten suchten nach dem Fehler, ich schrieb Software, um die Netzauslastung zu überwachen. Und was war nach vielen, vielen Tagen das Ergebnis? Alle Router wurden mit eine Super-Duper-Software ausgestattet, um sie gleichmäßig auszulasten. Die hatte völlig versagt. Ständig schob der eine die Arbeit auf einen anderen ab.
Und was mußte ich mir nicht sagen lassen, aber selbst vorwerfen? Nicht dafür Sorge getragen zu haben, daß ich über alle Arbeiten informiert werde, auch wenn sie von Schreibtischtätern über mir in die Wege geleitet wurden. Ich vertraute darauf, daß sündhaft teure Mitarbeiter von Fremdfirmen wissen, was sie tun, und ihre Fehler nicht tagelang von denen einer anderen Firma suchen lassen. Das ist nicht die versehentliche Abschaltung mehrerer redundanter Verbindungen gleichzeitig oder unbeabsichtigtes Herunterfahren eines Rechners, der in zehn Minuten wieder läuft, sondern großräumig angelegte Unfähigkeit.
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Erdbeben
wuerg, 25.06.2026 10:32
Heute Nacht vier Erdbeben, zwei davon mit katastrophalen Folgen in Venezuela. Friedrich Merz wurde sofort geweckt, hat THW und Bundeswehr alarmiert, zehn Flugzeuge mit Suchhunden, Trinkwasser und Zelten sind unterwegs. Das war ein Spaß, nichts ist passiert, wir haben mit dem Russen ja erst in sechs Jahren gerechnet. Sind uns die Bilder aus Venezuela Ansporn und Vorbild nun für Deutschland, das leichter wieder aufzubauen denn zu reformieren ist?
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47
wuerg, 16.06.2026 23:19
Im März 2021 rang ich mich endlich zu der berühmten 42 durch, wollte zuvor aber 43 ff nicht vernachlässigen. Bis 47 hatte ich etwas geschrieben, doch nur bis 45 hochgeladen. Nun sind über fünf Jahre vergangen, und es geht nicht zufällig heute mit der 47 weiter. Doch zunächst die alten Einlassungen:
Mit der Zahl 47 erreicht die Durststrecke ab 43 ihren Höhepunkt. Ihre Bedeutung geht kaum über die Kalaschnikow AK‑47, die nach der Jahreszahl benannten Gruppe 47 und dem Vorkommen in Filmen wie Star Trek hinaus. In die geriet die 47, nachdem sie von Donald Bentley willkürlich oder wegen ihrer Unscheinbarkeit gewählt wurde, um sodann „ex falso quodlibet“ zu beweisen, daß alle Zahlen gleich 47 sind. Eine echte multiethnische Alternative zur Mathematik des weißen Mannes. Glücklicherweise ist 47 wenigstens eine Primzahl und damit Opfer einer Internetseite, die alles Mögliche zu Primzahlen sammelt. [1] Es ist erstaunlich, was sich manche Leute alles zur 47 ausgedacht haben.
Die 47 ist vierte Keith-Zahl. [2] Um zu prüfen, ob eine k‑stellige Zahl n eine Keith-Zahl ist, beginnt man eine Zahlenfolge mit den k Ziffern von n und addiert fortwährend die letzten k Folgeglieder. Taucht n in der Folge auf, heißt sie Keith-Zahl. Die trivialen einstelligen bleiben außen vor:
So wie diese Keith-Zahlen (repfigits) „fibonacci like“ gebildet werden, kann man auch die echte Bildungsvorschrift für Fibonacci-Zahlen (stets vorangehende zwei addieren) auf andere Startzahlen als 1 und 1 anwenden. Von zahlentheoretischer Bedeutung sind die mit 2 und 1 beginnenden Lucas-Zahlen, deren neunte die 47 ist. Sowohl die 47. Fibonacci-Zahl als auch die 47. Lucas-Zahl ist prim.
Was sonst noch? Die 47 ist in allen Basen von 2 bis 45 kein Palindrom, insbesondere keine Schnapszahl. Die 47. Potenz von 666 hat die Quersumme 666. [3]
Warum grabe ich das gerade heute aus? Weil unser aller Kanzler heute dem amerikanischen Präsidenten ein 08/15-Trikot [4] der deutschen Mannschaft mit der Nummer 47 schenkte. Obwohl es schon mehrfach zu lesen war, fiel es mir nicht sofort ein: Donald Trump ist der 47. Präsident der USA, wenn man die mit zwei getrennten Amtszeiten doppelt zählt. Als ich dies hier vor fünf Jahren zu schreiben begann, war er nur Nummer 45.
[1] Honaker, Caldwell: Prime Curios! Zahl 47.
[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Keith-Zahlen A007629: 14, 19, 28, 47, 61, 75, 197, 742, 1104, 1537,…
[3] Mike Keith: 666, The Number of the Beast. Punkt [14].
[4] Warum 08/15? Weil es kein offizielles Trikot sein soll, das selbst im Internet nicht zu finden ist, wohl schnell bei einem Straßenhändler in Neukölln erstanden wurde und mich an 08/15 erinnerte, nachdem ich auf 8647 (weg mit 47) stieß.
ex falso quodlibet | Merz | Trump
Mit der Zahl 47 erreicht die Durststrecke ab 43 ihren Höhepunkt. Ihre Bedeutung geht kaum über die Kalaschnikow AK‑47, die nach der Jahreszahl benannten Gruppe 47 und dem Vorkommen in Filmen wie Star Trek hinaus. In die geriet die 47, nachdem sie von Donald Bentley willkürlich oder wegen ihrer Unscheinbarkeit gewählt wurde, um sodann „ex falso quodlibet“ zu beweisen, daß alle Zahlen gleich 47 sind. Eine echte multiethnische Alternative zur Mathematik des weißen Mannes. Glücklicherweise ist 47 wenigstens eine Primzahl und damit Opfer einer Internetseite, die alles Mögliche zu Primzahlen sammelt. [1] Es ist erstaunlich, was sich manche Leute alles zur 47 ausgedacht haben.
Die 47 ist vierte Keith-Zahl. [2] Um zu prüfen, ob eine k‑stellige Zahl n eine Keith-Zahl ist, beginnt man eine Zahlenfolge mit den k Ziffern von n und addiert fortwährend die letzten k Folgeglieder. Taucht n in der Folge auf, heißt sie Keith-Zahl. Die trivialen einstelligen bleiben außen vor:
1 4 5 9 14 4 7 11 18 29 47 1 9 7 17 33 57 107 197 1 9 10 19 6 1 7 8 15 23 38 61 7 4 2 13 19 34 66 119 219 404 742 2 8 10 18 28 7 5 12 17 29 46 75 1 1 0 4 6 11 21 42 80 154 297 573 1104Sie sind gar nicht so zahlreich, wie man zunächst meinen könnte, wahrscheinlich knapp drei pro Dekade. Zehnstellige gibt es nicht. Es ist unbewiesen, ob es unendlich viele gibt.
So wie diese Keith-Zahlen (repfigits) „fibonacci like“ gebildet werden, kann man auch die echte Bildungsvorschrift für Fibonacci-Zahlen (stets vorangehende zwei addieren) auf andere Startzahlen als 1 und 1 anwenden. Von zahlentheoretischer Bedeutung sind die mit 2 und 1 beginnenden Lucas-Zahlen, deren neunte die 47 ist. Sowohl die 47. Fibonacci-Zahl als auch die 47. Lucas-Zahl ist prim.
Was sonst noch? Die 47 ist in allen Basen von 2 bis 45 kein Palindrom, insbesondere keine Schnapszahl. Die 47. Potenz von 666 hat die Quersumme 666. [3]
Warum grabe ich das gerade heute aus? Weil unser aller Kanzler heute dem amerikanischen Präsidenten ein 08/15-Trikot [4] der deutschen Mannschaft mit der Nummer 47 schenkte. Obwohl es schon mehrfach zu lesen war, fiel es mir nicht sofort ein: Donald Trump ist der 47. Präsident der USA, wenn man die mit zwei getrennten Amtszeiten doppelt zählt. Als ich dies hier vor fünf Jahren zu schreiben begann, war er nur Nummer 45.
[1] Honaker, Caldwell: Prime Curios! Zahl 47.
[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Keith-Zahlen A007629: 14, 19, 28, 47, 61, 75, 197, 742, 1104, 1537,…
[3] Mike Keith: 666, The Number of the Beast. Punkt [14].
[4] Warum 08/15? Weil es kein offizielles Trikot sein soll, das selbst im Internet nicht zu finden ist, wohl schnell bei einem Straßenhändler in Neukölln erstanden wurde und mich an 08/15 erinnerte, nachdem ich auf 8647 (weg mit 47) stieß.
ex falso quodlibet | Merz | Trump
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Curacao
wuerg, 10.06.2026 18:25
Heute wurde ich unvermittelt gefragt, wo denn Kurassoh liege, wogegen am Sonntag Deutschland zu spielen habe, was ich lautlich nur mit einem Getränk in Verbindung bringen konnte. Schnell belehrte mich die allwissende Müllhalde über die niederländische Furzkolonie an der Nordspitze Südamerikas, was mich zu der Frage führt, warum denn Arminia Bielefeld nicht wenigstens an der Qualifikation teilnehmen dürfe? – Desungeachtet wäre es mir natürlich ein innerer Reichsparteitag [1], wenn Curacao gegen die Regenbogen-Mannschaft gewönne.
Und sofort kam mir in den Sinn: Warum haben die ‚shitholes‘ dieser Welt in der UN‑Generalversammlung eine Stimme wie alle anderen, teilweise viel größeren und zivilisierten Länder? Warum ‚one state – one vote‘, warum nicht one man oder one billion. Dollar, nicht Leute! Wäre es nach der Klatsche für Wadephul und Baerbock nicht an der Zeit, unseren Beitrag um 90 Prozent zu kürzen und für jede Verurteilung Israels durch den … dieser Welt einen weiteren ‚Punkt‘ abzuziehen? – Desungeachtet war es mir ebenfalls ein innerer Volkskongreß, als Baerbock das Ergebnis verkünden mußte.
[1] Darf man das noch sagen? Gemäß der allwissenden Müllhalde schon, wenn es zur WM 2010 im ZDF auch nicht gut ankam. Ich schließe mich der Interpretation an, daß es sich um übertriebene Freude gleich der auf einem Reichsparteitag handele, also auch einen „ Nazi-kritischen Ton“ beinhalte.
Und sofort kam mir in den Sinn: Warum haben die ‚shitholes‘ dieser Welt in der UN‑Generalversammlung eine Stimme wie alle anderen, teilweise viel größeren und zivilisierten Länder? Warum ‚one state – one vote‘, warum nicht one man oder one billion. Dollar, nicht Leute! Wäre es nach der Klatsche für Wadephul und Baerbock nicht an der Zeit, unseren Beitrag um 90 Prozent zu kürzen und für jede Verurteilung Israels durch den … dieser Welt einen weiteren ‚Punkt‘ abzuziehen? – Desungeachtet war es mir ebenfalls ein innerer Volkskongreß, als Baerbock das Ergebnis verkünden mußte.
[1] Darf man das noch sagen? Gemäß der allwissenden Müllhalde schon, wenn es zur WM 2010 im ZDF auch nicht gut ankam. Ich schließe mich der Interpretation an, daß es sich um übertriebene Freude gleich der auf einem Reichsparteitag handele, also auch einen „ Nazi-kritischen Ton“ beinhalte.
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Pizzazahlen
wuerg, 07.06.2026 18:31
Ein normaler Pizzabäcker teilt seine Pizza mit vier Schnitten in 8 Teile. Trifft er die Mitte nicht genau, so entstehen im Mittenmatsch bis zu drei weitere Stücke. Die Frage lautet nun: Wieviele Stücke sind mit 4 geraden Schnitten möglich? Es sind diese D₄+1=11, die vierte Dreieckszahl plus 1. Ganz allgemein sind es für n Schnitte Dₙ+1 Stücke. [1,2,3]
Der erste Schnitt teilt die Pizza in zwei Teile, der zweite erhöht auf vier, wenn er den ersten Schnitt kreuzt. Der dritte Schnitt kann beide vorangehenden kreuzen und somit drei Stücke durchschneiden, mehr aber auch nicht. Der vierte Schnitt kreuzt maximal die drei vorangehenden. Sie teilen den neuen Schnitt in bis zu vier Strecken, die höchstens vier Stücke durchschneiden. So geht es weiter bis zum n‑ten Schnitt, der höchstens n neue Stücke erzeugen kann. Deshalb sind mit n geraden Schnitten nicht mehr als
1 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + ... + n = 1+Dₙ
Stücke möglich. Erreicht man die aber diese Zahl? Ist es möglich, mit jedem neuen Schnitt alle bereits vorhandenen zu kreuzen? Es geht, wenn die Stücke auch recht unterschiedlich ausfallen. In der Ebene, also der randlosen unendlichen Pizza, ist das einfach. Man vermeidet parallele Schnitte und mehr als zwei durch einen Punkt, so kreuzt jeder jeden genau einmal in insgesamt Dₙ Punkten und es entstehen Dₙ+1 Teile. Findet dieses Muster nicht im Inneren der Pizza Platz, kann es einfach verkleinert werden. Damit sind auch auf ihr Dₙ+1 Teile möglich. [3]
Natürlich kann man auch gleich die Schnitte systematisch anlegen. Schön finde ich, für ungerades n einfach einen n‑zackigen maximal spitzen Stern in die Mitte zu zeichnen und dessen Linien zum Rand der Pizza hin als Schnitte zu verlängern. Für gerades n wählt man einen (n+1) zackigen Stern und läßt einen Schnitt weg. Im Falle n=8 sieht das wie folgt aus:

Teilung einer Pizza mit 8 Schnitten in 37 Stücke (png) [4]
Wem das zu kompliziert ist, der verfolge einfach die Methode der Pizzabäcker und teile eine Runde Pizza mit n geraden Schnitten jeweils unter einem um 180°/n wachsenden Winkel in einem kleinen Abstand d von der Mitte durch. Wählt man d>0 klein genug, so schneiden sich alle Geradenpaare innerhalb der Pizza, und durch keinen Punkt gehen mehr als zwei Geraden. Es müssen also Dₙ+1 Stücke entstanden sein, so klein und unförmig sie im Mittenmatsch auch sein mögen.
[1] Wolfram Mathworld. Circle Division by Lines.
[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. A000124.
[3] Stillschweigend ist vorausgesetzt, daß jeder gerade Schnitt den Rand nur an zwei Stellen durchtrennt, wie es bei einer runden oder rechteckigen, zumindest konvexen Pizza der Fall ist. Eine Pizza in Form eines Elefantenarsches mit Loch in der Mitte gestattet bereits mit zwei Schnitten fünf Stücke, eine E-förmige sogar vier mit einen Schnitt. Von Pizzatas aus mehreren Stücken ganz zu schweigen.
[4] Ich konnte mich nicht aufraffen, für ein ordentliches Bild Mathematica zu reanimieren oder mich mit irgendeinem anderen Geometrie-Programm anzufreunden. Deshalb bleibe ich bei einer halbwegs ordentlichen Zeichnung, wie ich auch vorzugsweise mit Bargeld zahle.
Der erste Schnitt teilt die Pizza in zwei Teile, der zweite erhöht auf vier, wenn er den ersten Schnitt kreuzt. Der dritte Schnitt kann beide vorangehenden kreuzen und somit drei Stücke durchschneiden, mehr aber auch nicht. Der vierte Schnitt kreuzt maximal die drei vorangehenden. Sie teilen den neuen Schnitt in bis zu vier Strecken, die höchstens vier Stücke durchschneiden. So geht es weiter bis zum n‑ten Schnitt, der höchstens n neue Stücke erzeugen kann. Deshalb sind mit n geraden Schnitten nicht mehr als
1 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + ... + n = 1+Dₙ
Stücke möglich. Erreicht man die aber diese Zahl? Ist es möglich, mit jedem neuen Schnitt alle bereits vorhandenen zu kreuzen? Es geht, wenn die Stücke auch recht unterschiedlich ausfallen. In der Ebene, also der randlosen unendlichen Pizza, ist das einfach. Man vermeidet parallele Schnitte und mehr als zwei durch einen Punkt, so kreuzt jeder jeden genau einmal in insgesamt Dₙ Punkten und es entstehen Dₙ+1 Teile. Findet dieses Muster nicht im Inneren der Pizza Platz, kann es einfach verkleinert werden. Damit sind auch auf ihr Dₙ+1 Teile möglich. [3]
Natürlich kann man auch gleich die Schnitte systematisch anlegen. Schön finde ich, für ungerades n einfach einen n‑zackigen maximal spitzen Stern in die Mitte zu zeichnen und dessen Linien zum Rand der Pizza hin als Schnitte zu verlängern. Für gerades n wählt man einen (n+1) zackigen Stern und läßt einen Schnitt weg. Im Falle n=8 sieht das wie folgt aus:

Teilung einer Pizza mit 8 Schnitten in 37 Stücke (png) [4]
Wem das zu kompliziert ist, der verfolge einfach die Methode der Pizzabäcker und teile eine Runde Pizza mit n geraden Schnitten jeweils unter einem um 180°/n wachsenden Winkel in einem kleinen Abstand d von der Mitte durch. Wählt man d>0 klein genug, so schneiden sich alle Geradenpaare innerhalb der Pizza, und durch keinen Punkt gehen mehr als zwei Geraden. Es müssen also Dₙ+1 Stücke entstanden sein, so klein und unförmig sie im Mittenmatsch auch sein mögen.
[1] Wolfram Mathworld. Circle Division by Lines.
[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. A000124.
[3] Stillschweigend ist vorausgesetzt, daß jeder gerade Schnitt den Rand nur an zwei Stellen durchtrennt, wie es bei einer runden oder rechteckigen, zumindest konvexen Pizza der Fall ist. Eine Pizza in Form eines Elefantenarsches mit Loch in der Mitte gestattet bereits mit zwei Schnitten fünf Stücke, eine E-förmige sogar vier mit einen Schnitt. Von Pizzatas aus mehreren Stücken ganz zu schweigen.
[4] Ich konnte mich nicht aufraffen, für ein ordentliches Bild Mathematica zu reanimieren oder mich mit irgendeinem anderen Geometrie-Programm anzufreunden. Deshalb bleibe ich bei einer halbwegs ordentlichen Zeichnung, wie ich auch vorzugsweise mit Bargeld zahle.
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Klara Klartext
wuerg, 03.06.2026 16:31
Eben wollte ich Klara Klartext, die Chat-Botin der Omas gegen Rechts fragen, wohin ich mich orientieren soll, nachdem ich aus der SPD ausgetreten bin. Doch statt einer Antwort wurde verlangt, mich unter Angabe eine Postadresse anzumelden. Also habe ich verzichtet, denn ich erhalte schon genug Vorschläge für 50+, Treppenlifte und Hörgeräte. Und bei einer ungenehmen Einlassung, wird mir morgen vielleicht GMX gesperrt.
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{ungeskriptet} by Ben
wuerg, 10.05.2026 20:13
Schon öfter mußte ich in den alternativen Medien Ausschnitte einer unangenehmen Veranstaltung zur Kenntnis nehmen, da drei gegen drei argumentieren und bestenfalls in echten Schritten aufeinander zugehen sollen. Unter den Teilnehmern fiel mir vor kurzen ein gewisser Ben erstmals auf. Es war Benjamin Berndt, der den Youtube-Kanal @ben_ungeskriptet mit dem affigen Titel meiner Überschrift betreibt. Und nun ist er dank eines fünfthalb Stunden währenden Gespräches mit Björn Höcke und bald mehr Aufrufen als die Tagesschau Zuschauer hat allgemein im Gespräch.
Seine Art ist es, den Podcast-Partner in Yellow-Press-Manier zu Wort kommen zu lassen, vor allem abweichende eigene Ansichten nur verhalten anzudeuten. Das ist nicht gerade das, was mich in dieser Breite sonderlich interessiert, aber ich habe mir die volle Länge angetan. Und nach Stunden kam es dann auch zur Politik.
Erwartungsgemäß gab es heftige Kritik derer, die ohne Kontaktschuld sind. Nicht nur wegen fehlenden Widerspruches, ausbleibender Einordnung und keinen aggressiven Rückfragen, sondern vor allem wegen der Dreistigkeit, einem Aussätzigen wie Björn Höcke überhaupt eine solche Bühne zu bieten. Sofort kamen die Kritiker aus ihren Löchern. Neben unseren Staatskomikern auch Sakia Esken, die sich am Wort Faschist berauschte. Was ein Glück, daß ich schon mit Andrea Nahles ausgetreten bin.
Ein bißchen kann ich verstehen, daß einem die frei dargebrachten Ansichten eines Interview-Partners auf den Senkel gehen können, wenn man sie so ganz und gar nicht zu teilen vermag, ja ihre Verbreitung für gefährlich hält. Das wurde mir schon nach wenigen Minuten des aktuellen Gespräches von Ben mit Helmut Sterz klar, der die uralten Corona-Kamellen seines Buches darstellen darf. Doch dazu später mehr, gleichwohl ich die Bratwurstzeit vergessen wollte. Ganz geht es nicht, solange sie immer wieder als Beispiel übler Unterdrückung hervorgeholt wird.
Seine Art ist es, den Podcast-Partner in Yellow-Press-Manier zu Wort kommen zu lassen, vor allem abweichende eigene Ansichten nur verhalten anzudeuten. Das ist nicht gerade das, was mich in dieser Breite sonderlich interessiert, aber ich habe mir die volle Länge angetan. Und nach Stunden kam es dann auch zur Politik.
Erwartungsgemäß gab es heftige Kritik derer, die ohne Kontaktschuld sind. Nicht nur wegen fehlenden Widerspruches, ausbleibender Einordnung und keinen aggressiven Rückfragen, sondern vor allem wegen der Dreistigkeit, einem Aussätzigen wie Björn Höcke überhaupt eine solche Bühne zu bieten. Sofort kamen die Kritiker aus ihren Löchern. Neben unseren Staatskomikern auch Sakia Esken, die sich am Wort Faschist berauschte. Was ein Glück, daß ich schon mit Andrea Nahles ausgetreten bin.
Ein bißchen kann ich verstehen, daß einem die frei dargebrachten Ansichten eines Interview-Partners auf den Senkel gehen können, wenn man sie so ganz und gar nicht zu teilen vermag, ja ihre Verbreitung für gefährlich hält. Das wurde mir schon nach wenigen Minuten des aktuellen Gespräches von Ben mit Helmut Sterz klar, der die uralten Corona-Kamellen seines Buches darstellen darf. Doch dazu später mehr, gleichwohl ich die Bratwurstzeit vergessen wollte. Ganz geht es nicht, solange sie immer wieder als Beispiel übler Unterdrückung hervorgeholt wird.
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