Ackergaul – Turnierpferd
Heute Neuwahlen der AfD. Draußen laufen ein paar Gewalt­täter herum, unter­stützt durch Teil­nehner einer kosten­freien Kaffee­fahrt. Drinnen Ruhe, aber auch Kontro­verse, nicht gewalt­tätig, sondern demo­kra­tisch: Gegen den alten Schatz­meister Carsten Hütter, der einen lang­wei­ligen Kassen­bericht vortrug und sich selbst als Acker­gaul sieht, tritt der von ihm Turnier­pferd genannte Hannes Gnauk an. Wahl und Stich­wahl erfolg­los, beide knapp unter 50%. Im neu aufge­setzten Wahl­ver­fahren keine Rück­zieher, keine weite­ren Bewer­ber, und das Tur­nier­pferd siegt.

Zwar kennt die AfD, daß man als Erst­pla­zierter die Stich­wahl ver­lieren kann, doch fehl­ten dem Acker­gaul nur wenige Pro­mille aus Enthal­tungen und Gegen­stimmen. Die ent­schie­den sich kaum für das Tur­nier­pferd. Viel­mehr spran­gen im zweiten Wahlgang wohl einige, im drit­ten weitere vom Acker­gaul. Ich kann es nach­voll­ziehen: Nach der frechen Rede des Turnier­pferdes hätte ich das Acker­gaul gewählt, als solches aber späte­stens nach der knapp verlo­renen Stich­wahl zurück­gezogen, auch wenn der Gegner gleichfalls die 50% verfehlte. [1]

So sah ich seine Zeit gekommen. Und es kam, wie es kommen mußte: Auch dieses Acker­gaul war nicht mit dem Gnaden­brot zufrie­den, sondern hielt sich für derart unent­behr­lich, daß es sogar zum Stell­ver­treter des Turnier­pferdes kandi­dierte und deut­lich durch­fiel. Schei­tern statt eines glor­reichen Abgan­ges. So hart, wenn auch frei von körper­licher Gewalt ist das Partei­leben in poli­zeige­schützen Ver­samm­lungen.

[1] Aber nein, Carsten Hütter setzte seinen Niedergang fort:
               Hannes   Carsten  Alexander
               Gnauk    Hütter   Jungbluth Nein    Enth.
1. Wahlgang    46,03%   49,04%             4,33%   0,54%
   Stichwahl   48,38%   48,20%             3,42%   0,54%
2. Wahlgang    50,95%   44,90%             4,23%   0,18%
Stellvertreter          32,95%   65,90%    1,16%   0,57%
Im Gegensatz zur AfD hätte ich es bei einer Nach­komma­stelle bewen­den lassen, da jeder Dele­gierte mit knapp 2‰ zu Buche schlägt.

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