3.011.513
Heute nennt das Robert-Koch-Institut 3.011.513 positiv auf Corana gete­stete Deut­sche oder Men­schen auf deut­schem Boden oder „Per­sonen mit Wohn­sitz oder gewöhn­lichem Auf­ent­halt“ in Deutsch­land. Die letzten vier Stellen mögen nicht der Rea­lität entsprechen. Worin diese besteht, kann man auch nicht sagen. Selbst eine theo­retisch rich­tige Zahl gibt es nicht. Wer meint, es seien deut­lich mehr, spricht von anderen Größen, etwa den unbe­kannten wirk­lich Infi­zier­ten, die selbst­ver­ständ­lich nicht alle regi­striert wurden. Nachdem ich noch vor drei Tagen über den Feynman-​Punkt schrieb, der 762. Nach­komma­stelle von pi, ab der sechs Neunen hinter­ein­ander auf­treten, wären gestern 2.999.999 schön gewesen. Für heute waren sie nicht mehr denkbar. Damit hat pi im Ziffern­lotto sechs Rich­tige, Corona nur zwei. Doch auch unge­fähre drei Milli­onen minus eins will ich nicht wortlos vorüber­ziehen lassen.

Der Vergleich von Corona mit Lotto ist gar nicht schlecht. Wer jede Woche eine Reihe tippt, kann im Laufe eines Jahres mit fol­genden Gewin­nen rechnen: Gewinn­klasse 1 (sechs Rich­tige mit Super­zahl), nach wochen­langem Siechtum am Geburts­tag zu sterben. Gewinn­klasse 2 (sechs Rich­tige), das gleiche am Monats­letzten, einen Tag vor Renten­fällig­keit. Für Gewinn­klasse 3 (fünf Rich­tige mit Super­zahl) ist kein beson­derer Tag erfor­der­lich. Gewinn­klasse 4 (fünf Rich­tige) ent­spricht der Wahr­schein­lich­keit, über­haupt an, mit oder dank Corona dahin­zuschei­den. Gewinn­klasse 5 (vier Rich­tige mit Super­zahl) erfor­dert mehrere Erkrankte in einem Haus­halt. Gewinn­klasse 6 (vier Rich­tige) erreicht man alle 23 Jahre. Solange wäre auf eine eigene Ansteckung zu warten, ginge alles wie bisher weiter. Gewinn­klasse 7 (drei Rich­tige mit Super­zahl) ent­spricht der Quaran­täne wegen eines ernst­haften Ver­dach­tes. Mit Gewinn­klasse 9 (zwei Rich­tige mit Super­zahl) darf man fast jedes Jahr rechnen, wenn für den Sommer­laub ein teurer Test zu blechen ist. Bleibt Gewinn­klasse 8 (drei Rich­tige). Das ist der zweite Test für den Winter­urlaub.

Der vernünftige Mensch spielt weder Lotto, noch hat er Angst vor Corona, weil er weder mit einem Gewinn, noch einer Erkran­kung rechnet. Es gibt aber Viel­spieler, die das Glück heraus­fordern, die dem Reiz der hohen Gewinne erlegen sind. Ohne die würde kaum einer Lotto spielen. Dann wäre es attrak­tiver, mit den Sauf­kumpa­nen um die näch­ste Runde zu wür­feln. So ist es auch mit den Viel- und System­spie­lern in der Corona-​Lot­terie. Sie fordern ihr Glück heraus, gewin­nen aber leider zu selten etwas von Bedeu­tung. Und im Gegen­satz zu wirk­lichen Glücks­spie­lern teilen sie ihren Gewinn auch noch groß­zügig mit anderen. Die wollen aber gar nicht mit dem Teufel im Bunde stehen, benö­tigen die Silber­linge nicht. Auch keine Annahme­stellen, die rund um die Uhr geöff­net haben, weil sie von 20 bis 6 Uhr so und so zuhause bleiben.

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