Fahrradcontent
Ich habe zwar keine Katze, aber ein Fahrrad. Nachdem nun zwei Sommer vorüber sind, bin ich heute mit dem Hinterrad zum Fahrrad­händler, um vier geris­sene Speichen ersetzen zu lassen. Er hat sofort die Arbeit aufge­nommen. Nach einer Stunde des An- und Entspan­nens war er fertig. Seine Frau berech­nete zwölf Euro, er hielt acht für ausrei­chend. Wir unter­hielten uns über alte Zeiten und wurden nur durch einen einzigen Kunden unter­brochen, der für 90 Cent ein Ventil erstand.

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Ich hätte besser das ganze Fahrrad im Bus zum Fahrrad­händler trans­portieren sollen. Aber nein, ich nahm nur die Felge ohne die äußeren Teile meiner Sieben­gang­naben­schaltung für alte Opas mit. So mußte ich alles wieder dran­fummeln. Gummischlauch und Mantel waren mir noch aus der Kind­heit geläufig. Doch auf einem anderen Schlauch stand ich bei der Gang­schaltung, so simpel sie auch ist. Schließ­lich bemerkte ich, daß nicht nur auf den beweg­lichen Teilen, sondern auch auf der Achse zwei gelbe Dreiecke sind. Analog brachte ich auch die gelben Punkte zur Deckung, doch irgendwie nahm ich die Aufschrift <-LOCK nicht ernst. Schließ­lich klappte es aber doch. Im vierten Gang waren sogar die roten Markie­rungen direkt neben­einander.

Da fühlt sich der Fahrer eines Rennrades mit Ketten­schaltung überlegen. Auch ich hatte einmal eines von Peugeot mit Zahnkranz­heber und sechs Gängen. Oder waren es schon zehn? Zu justieren gab es nichts, denn man bewegte die beiden Hebel für den vorderen und den hinteren Zahnrad­wechsel mit Gefühl in die richtige Position. Heut­zutage erwartet jeder klick-klick und eine Ziffern­anzeige. Beinahe hätte ich digital geschrieben, doch an einem normalen Fahrrad ist allen­falls das Zubehör digital. Die Grund­funktion ist auch nicht analog, sondern mecha­nisch, ob in diskreten Schritten oder mit kontinu­ierlichem Fein­gefühl.

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Ah, der Kommentar nimmt meine Frage vorweg. Ich hatte vermutet, Sie hätten das Rad als Ganzes in der Werkstatt abgegeben und sich das Gefummel mit den Details der Nabenschaltung erspart. Für mich, der ich allenfalls alle Schaltjahre (haha) mit dieser Technik zu tun habe, ist das schon auch eine schweißtreibende Operation.

Kettenschaltung einstellen ist im Zeitalter der gerasterten Bremsschalthebel nicht viel komplizierter geworden. Mit Ausnahme der 3x9-Schaltung von meinem Koga, dessen Umwerfer mehr Feingefühl erfordert als ich mitbringe. Aber dafür habe ich inzwischen gelernt, Speichen selber auszutauschen und eine Felge einigermaßen zentrieren zu können (allerdings nicht nach Gehör, wie so mancher Velo-Virtuose).

. DraichAber der Umwerfer von meinem Koga rbren

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Nachdem ich nun einmal alles wieder zusammen­gesetzt habe, kann ich es näch­stesmal auch ohne Probleme in wenigen Minuten. Ich hatte nur den Ehrgeiz, ein trotz seiner Einfach­heit nicht selbst­erklä­rendes System ohne Vorkennt­nisse und Internet­anleitung zusammen­zubauen.

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