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95 ¢
wuerg, 09.07.2026 16:51
Ich habe mich nur ungern und selten durch Portale gewühlt, wo die Arbeit auf mich verlagern. Auch bei Amazon und Konsorten habe ich dieses Jahr noch nichts bestellt. Da viele auch keine elektronische Anschrift nennen, schrieb ich gelegentlich an das Impressum. Doch vor zwei Wochen habe ich wieder 95 Cent investiert, um mich schriftlich zu beklagen, denn ein Brief muß abgelegt, andernfalls zumindest gescant werden, ist also schlecht zu ignorieren.
Ab heute Nachmitag werde ich davon regelmäßig Gebrauch machen, auch wenn die soeben beschlossene Chat-Kontrolle mehr auf das zielt, was man auf dem Mobiltelefon verschiedenen Kommunikationsdiensten anvertraut, denn was ich hier schreibe, kann so und so jedermann lesen, sollte es sogar, macht es aber immer weniger. Sollte ein selbsternannter Tugendwächter wie auf Twitter geschehen, etwas beanstanden, kann er zumindest einigermaßen im Recht ohne weiteres meine Identität ermitteln lassen. Es würde sich nicht lohnen, denn ich bin so alt, daß jede Drohung verpufft.
1948 überschätzte George Orwell die Möglichkeiten des Jahres 1984 mit der Vorstellung, man könne dann Menschen flächendeckend elektronisch überwachen. Aber numehr ist die Zeit gekommen, da man über die Kapazitäten verfügt, jedes Wort auf ewig zu speichern. Zudem kann man diesen Zetabyte-Wust in kurzer Zeit ordnen, vollständig neu durchforsten und Mißliebigkeiten sofort aussondern. Und was 1984 noch geheim geschah, greift nun schamlos vor aller Augen um sich: Offensichtliche Verfahrenstricks wie mehrfache Abstimmung bis zum Wunschergebnis, Eilverfahren, Sommerpause und negative Mehrheit nebst Druck auf Abweichler, wenn nicht gar Bestechung. Die Guten sind so gut, sie müssen sich nicht rechtfertigen, an Sitte, Anstand, gar Recht halten.
Ab heute Nachmitag werde ich davon regelmäßig Gebrauch machen, auch wenn die soeben beschlossene Chat-Kontrolle mehr auf das zielt, was man auf dem Mobiltelefon verschiedenen Kommunikationsdiensten anvertraut, denn was ich hier schreibe, kann so und so jedermann lesen, sollte es sogar, macht es aber immer weniger. Sollte ein selbsternannter Tugendwächter wie auf Twitter geschehen, etwas beanstanden, kann er zumindest einigermaßen im Recht ohne weiteres meine Identität ermitteln lassen. Es würde sich nicht lohnen, denn ich bin so alt, daß jede Drohung verpufft.
1948 überschätzte George Orwell die Möglichkeiten des Jahres 1984 mit der Vorstellung, man könne dann Menschen flächendeckend elektronisch überwachen. Aber numehr ist die Zeit gekommen, da man über die Kapazitäten verfügt, jedes Wort auf ewig zu speichern. Zudem kann man diesen Zetabyte-Wust in kurzer Zeit ordnen, vollständig neu durchforsten und Mißliebigkeiten sofort aussondern. Und was 1984 noch geheim geschah, greift nun schamlos vor aller Augen um sich: Offensichtliche Verfahrenstricks wie mehrfache Abstimmung bis zum Wunschergebnis, Eilverfahren, Sommerpause und negative Mehrheit nebst Druck auf Abweichler, wenn nicht gar Bestechung. Die Guten sind so gut, sie müssen sich nicht rechtfertigen, an Sitte, Anstand, gar Recht halten.
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Gegendemonstranten
wuerg, 06.07.2026 22:34
Ohne Gespür und Wissen ist es mitunter nicht leicht, einem zusammengesetzten Wort zu entnehmen, in welcher Beziehung dessen Teile stehen. So versammelten sich bisher Gegendemonstranten, um sich am Rande einer Demonstration gegen diese zu wenden. In den letzten Tagen aber gefiel man sich darin, bereits ein Gegendemonstrant zu sein, wenn man nur gegen etwas ist und das auch demonstriert. Mit dem AfD-Parteitag am vergangenen Wochenende scheint dieser Wechsel vollzogen, jedenfalls in den Hirnen Geisteskranker.
Und so ist es wunderbar zu sehen, wie eine jetzt allseits bekannte Frau, die besser bei ihren Aktien geblieben wäre, mit ihrer Anbiederung an die von den Staatsmedien bevorzugte Lesart voll auf die Schnauze fiel. Offensichtlich hatte sie nur eine Überschrift der Bildzeitung zu Übergriffen von Gegendemonstranten auf Journalisten gelesen. Und welcher Couleur müssen die gewesen sein, wenn die Demonstranten doch Antifaschisten waren? Prompt verurteilte sie die Übergriffe auf Schärfste und vermißte eine Distanzierung der AfD, obwohl Alice Weidel sich dazu schon am Vortage deutlich geäußert hatte.
Über diese Peinlichkeit könnte ich wie ihre Mitdiskutanten im Bayrischen Rundfunk hinwegsehen. Es ist aber ein wunderbar ausgearbeitetes Beispiel für die sonst nur hypothetisch in den Raum gestellte Umkehrung: Was würde in den Medien losbrechen, wieviele Brennpunkte gäbe es, wenn die AfD mit derart schäbigen Methoden vorginge, wie sie unter unseren Demokraten sozial anerkannt sind?
Und so ist es wunderbar zu sehen, wie eine jetzt allseits bekannte Frau, die besser bei ihren Aktien geblieben wäre, mit ihrer Anbiederung an die von den Staatsmedien bevorzugte Lesart voll auf die Schnauze fiel. Offensichtlich hatte sie nur eine Überschrift der Bildzeitung zu Übergriffen von Gegendemonstranten auf Journalisten gelesen. Und welcher Couleur müssen die gewesen sein, wenn die Demonstranten doch Antifaschisten waren? Prompt verurteilte sie die Übergriffe auf Schärfste und vermißte eine Distanzierung der AfD, obwohl Alice Weidel sich dazu schon am Vortage deutlich geäußert hatte.
Über diese Peinlichkeit könnte ich wie ihre Mitdiskutanten im Bayrischen Rundfunk hinwegsehen. Es ist aber ein wunderbar ausgearbeitetes Beispiel für die sonst nur hypothetisch in den Raum gestellte Umkehrung: Was würde in den Medien losbrechen, wieviele Brennpunkte gäbe es, wenn die AfD mit derart schäbigen Methoden vorginge, wie sie unter unseren Demokraten sozial anerkannt sind?
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Ackergaul – Turnierpferd
wuerg, 04.07.2026 16:30
Heute Neuwahlen der AfD. Draußen laufen ein paar Gewalttäter herum, unterstützt durch Teilnehner einer kostenfreien Kaffeefahrt. Drinnen Ruhe, aber auch Kontroverse, nicht gewalttätig, sondern demokratisch: Gegen den alten Schatzmeister Carsten Hütter, der einen langweiligen Kassenbericht vortrug und sich selbst als Ackergaul sieht, tritt der von ihm Turnierpferd genannte Hannes Gnauk an. Wahl und Stichwahl erfolglos, beide knapp unter 50%. Im neu aufgesetzten Wahlverfahren keine Rückzieher, keine weiteren Bewerber, und das Turnierpferd siegt.
Zwar kennt die AfD, daß man als Erstplazierter die Stichwahl verlieren kann, doch fehlten dem Ackergaul nur wenige Promille aus Enthaltungen und Gegenstimmen. Die entschieden sich kaum für das Turnierpferd. Vielmehr sprangen im zweiten Wahlgang wohl einige, im dritten weitere vom Ackergaul. Ich kann es nachvollziehen: Nach der frechen Rede des Turnierpferdes hätte ich das Ackergaul gewählt, als solches aber spätestens nach der knapp verlorenen Stichwahl zurückgezogen, auch wenn der Gegner gleichfalls die 50% verfehlte. [1]
So sah ich seine Zeit gekommen. Und es kam, wie es kommen mußte: Auch dieses Ackergaul war nicht mit dem Gnadenbrot zufrieden, sondern hielt sich für derart unentbehrlich, daß es sogar zum Stellvertreter des Turnierpferdes kandidierte und deutlich durchfiel. Scheitern statt eines glorreichen Abganges. So hart, wenn auch frei von körperlicher Gewalt ist das Parteileben in polizeigeschützen Versammlungen.
[1] Aber nein, Carsten Hütter setzte seinen Niedergang fort:
Zwar kennt die AfD, daß man als Erstplazierter die Stichwahl verlieren kann, doch fehlten dem Ackergaul nur wenige Promille aus Enthaltungen und Gegenstimmen. Die entschieden sich kaum für das Turnierpferd. Vielmehr sprangen im zweiten Wahlgang wohl einige, im dritten weitere vom Ackergaul. Ich kann es nachvollziehen: Nach der frechen Rede des Turnierpferdes hätte ich das Ackergaul gewählt, als solches aber spätestens nach der knapp verlorenen Stichwahl zurückgezogen, auch wenn der Gegner gleichfalls die 50% verfehlte. [1]
So sah ich seine Zeit gekommen. Und es kam, wie es kommen mußte: Auch dieses Ackergaul war nicht mit dem Gnadenbrot zufrieden, sondern hielt sich für derart unentbehrlich, daß es sogar zum Stellvertreter des Turnierpferdes kandidierte und deutlich durchfiel. Scheitern statt eines glorreichen Abganges. So hart, wenn auch frei von körperlicher Gewalt ist das Parteileben in polizeigeschützen Versammlungen.
[1] Aber nein, Carsten Hütter setzte seinen Niedergang fort:
Hannes Carsten Alexander
Gnauk Hütter Jungbluth Nein Enth.
1. Wahlgang 46,03% 49,04% 4,33% 0,54%
Stichwahl 48,38% 48,20% 3,42% 0,54%
2. Wahlgang 50,95% 44,90% 4,23% 0,18%
Stellvertreter 32,95% 65,90% 1,16% 0,57%
Im Gegensatz zur AfD hätte ich es bei einer Nachkommastelle bewenden lassen, da jeder Delegierte mit knapp 2‰ zu Buche schlägt.... link (0 Kommentare) ... comment
Rerouting
wuerg, 27.06.2026 17:06
Inzwischen nimmt ja die Zahl derer zu, die wissen, was ein Hub ist. Und das nicht nur, weil sie einen auf dem Schreitisch haben, um die zahlreichen Geräte bis hin zum Tassenwärmer zu steuern. Heutzutage sind es sogar Switche. Und viele haben auch ein Router genanntes Gerät im Flur stehen, das Gott sei Dank im Gegensatz zu großen Netzwerken nur wenige Routen bewältigen muß. Fällt dieser Router aus, nimmt ihm keiner die Arbeit ab.
Das ist in großen Netzwerken natürlich anders. Und dank unserer Bahn und ihres Totalausfalles wissen wir nun, wie wichtig ein funktionierendes Rerouting ist, vor allem dann, wenn eine Komponente ausfällt oder gar abgebaut wird, was auch bei schlichtem Stromausfall ein funktionierendes Netzwerk nur kurz zucken lassen sollte. Dieses Rerouting findet dauernd statt, nicht nur, um fahrende Züge zu verfolgen, auch um Langsamkeiten und Überlastung auszugleichen oder einfach nur Geld zu sparen. Und mich wundert nicht, daß gerade deshalb bei der Bahn der Tausch nur eines Routers in einer Katastrophe endete.
Ich nehme einmal an, daß die Abschaltung eines Routers allein dank eines funktionierenden Reroutings keine Probleme bereitete, sollte das doch jedes Jahr einmal gestestet werden, indem man ihn einfach ohne Vorwarnung ausschaltet. Vielmehr wird der neue Router dank einer Super-Duper-Software oder mangelnder Konfiguration einfach Chaos im Gesamtsystem angerichtet haben. Die Fehlerbehebung ist also ganz einfach: Neuen Router ausschalten, evtl. alten wieder in Betrieb nehmen.
Aber wie kommt man auf auf solche Fehlerursachen? Sehr, sehr oft durch die ehrliche Beantwortung der Frage: Was wurde in letzter Zeit oder gar soeben geändert? So diese Frage überhaupt gestellt wird, halten sich alle bedeckt und das Maul. Also beschäftigt man teuere Spezialisten und Fremdfirmen, um die Ursache zu finden, die sich fast immer als völlig banal, oftmals bekannt herausstellt. Ähnlich den polizeibekannten Tätern, die sich hinter dem unsichtbaren Elefanten verstecken.
Warum schreibe ich das? Weil es mir ähnlich widerfahren ist. Plötzlich wurden unsere sechs Datex‑P-Router teilweise sehr lahmarschig. Teure Spezialisten suchten nach dem Fehler, ich schrieb Software, um die Netzauslastung zu überwachen. Und was war nach vielen, vielen Tagen das Ergebnis? Alle Router wurden mit eine Super-Duper-Software ausgestattet, um sie gleichmäßig auszulasten. Die hatte völlig versagt. Ständig schob der eine die Arbeit auf einen anderen ab.
Und was mußte ich mir nicht sagen lassen, aber selbst vorwerfen? Nicht dafür Sorge getragen zu haben, daß ich über alle Arbeiten informiert werde, auch wenn sie von Schreibtischtätern über mir in die Wege geleitet wurden. Ich vertraute darauf, daß sündhaft teure Mitarbeiter von Fremdfirmen wissen, was sie tun, und ihre Fehler nicht tagelang von denen einer anderen Firma suchen lassen. Das ist nicht die versehentliche Abschaltung mehrerer redundanter Verbindungen gleichzeitig oder unbeabsichtigtes Herunterfahren eines Rechners, der in zehn Minuten wieder läuft, sondern großräumig angelegte Unfähigkeit.
Das ist in großen Netzwerken natürlich anders. Und dank unserer Bahn und ihres Totalausfalles wissen wir nun, wie wichtig ein funktionierendes Rerouting ist, vor allem dann, wenn eine Komponente ausfällt oder gar abgebaut wird, was auch bei schlichtem Stromausfall ein funktionierendes Netzwerk nur kurz zucken lassen sollte. Dieses Rerouting findet dauernd statt, nicht nur, um fahrende Züge zu verfolgen, auch um Langsamkeiten und Überlastung auszugleichen oder einfach nur Geld zu sparen. Und mich wundert nicht, daß gerade deshalb bei der Bahn der Tausch nur eines Routers in einer Katastrophe endete.
Ich nehme einmal an, daß die Abschaltung eines Routers allein dank eines funktionierenden Reroutings keine Probleme bereitete, sollte das doch jedes Jahr einmal gestestet werden, indem man ihn einfach ohne Vorwarnung ausschaltet. Vielmehr wird der neue Router dank einer Super-Duper-Software oder mangelnder Konfiguration einfach Chaos im Gesamtsystem angerichtet haben. Die Fehlerbehebung ist also ganz einfach: Neuen Router ausschalten, evtl. alten wieder in Betrieb nehmen.
Aber wie kommt man auf auf solche Fehlerursachen? Sehr, sehr oft durch die ehrliche Beantwortung der Frage: Was wurde in letzter Zeit oder gar soeben geändert? So diese Frage überhaupt gestellt wird, halten sich alle bedeckt und das Maul. Also beschäftigt man teuere Spezialisten und Fremdfirmen, um die Ursache zu finden, die sich fast immer als völlig banal, oftmals bekannt herausstellt. Ähnlich den polizeibekannten Tätern, die sich hinter dem unsichtbaren Elefanten verstecken.
Warum schreibe ich das? Weil es mir ähnlich widerfahren ist. Plötzlich wurden unsere sechs Datex‑P-Router teilweise sehr lahmarschig. Teure Spezialisten suchten nach dem Fehler, ich schrieb Software, um die Netzauslastung zu überwachen. Und was war nach vielen, vielen Tagen das Ergebnis? Alle Router wurden mit eine Super-Duper-Software ausgestattet, um sie gleichmäßig auszulasten. Die hatte völlig versagt. Ständig schob der eine die Arbeit auf einen anderen ab.
Und was mußte ich mir nicht sagen lassen, aber selbst vorwerfen? Nicht dafür Sorge getragen zu haben, daß ich über alle Arbeiten informiert werde, auch wenn sie von Schreibtischtätern über mir in die Wege geleitet wurden. Ich vertraute darauf, daß sündhaft teure Mitarbeiter von Fremdfirmen wissen, was sie tun, und ihre Fehler nicht tagelang von denen einer anderen Firma suchen lassen. Das ist nicht die versehentliche Abschaltung mehrerer redundanter Verbindungen gleichzeitig oder unbeabsichtigtes Herunterfahren eines Rechners, der in zehn Minuten wieder läuft, sondern großräumig angelegte Unfähigkeit.
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Erdbeben
wuerg, 25.06.2026 10:32
Heute Nacht vier Erdbeben, zwei davon mit katastrophalen Folgen in Venezuela. Friedrich Merz wurde sofort geweckt, hat THW und Bundeswehr alarmiert, zehn Flugzeuge mit Suchhunden, Trinkwasser und Zelten sind unterwegs. Das war ein Spaß, nichts ist passiert, wir haben mit dem Russen ja erst in sechs Jahren gerechnet. Sind uns die Bilder aus Venezuela Ansporn und Vorbild nun für Deutschland, das leichter wieder aufzubauen denn zu reformieren ist?
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47
wuerg, 16.06.2026 23:19
Im März 2021 rang ich mich endlich zu der berühmten 42 durch, wollte zuvor aber 43 ff nicht vernachlässigen. Bis 47 hatte ich etwas geschrieben, doch nur bis 45 hochgeladen. Nun sind über fünf Jahre vergangen, und es geht nicht zufällig heute mit der 47 weiter. Doch zunächst die alten Einlassungen:
Mit der Zahl 47 erreicht die Durststrecke ab 43 ihren Höhepunkt. Ihre Bedeutung geht kaum über die Kalaschnikow AK‑47, die nach der Jahreszahl benannten Gruppe 47 und dem Vorkommen in Filmen wie Star Trek hinaus. In die geriet die 47, nachdem sie von Donald Bentley willkürlich oder wegen ihrer Unscheinbarkeit gewählt wurde, um sodann „ex falso quodlibet“ zu beweisen, daß alle Zahlen gleich 47 sind. Eine echte multiethnische Alternative zur Mathematik des weißen Mannes. Glücklicherweise ist 47 wenigstens eine Primzahl und damit Opfer einer Internetseite, die alles Mögliche zu Primzahlen sammelt. [1] Es ist erstaunlich, was sich manche Leute alles zur 47 ausgedacht haben.
Die 47 ist vierte Keith-Zahl. [2] Um zu prüfen, ob eine k‑stellige Zahl n eine Keith-Zahl ist, beginnt man eine Zahlenfolge mit den k Ziffern von n und addiert fortwährend die letzten k Folgeglieder. Taucht n in der Folge auf, heißt sie Keith-Zahl. Die trivialen einstelligen bleiben außen vor:
So wie diese Keith-Zahlen (repfigits) „fibonacci like“ gebildet werden, kann man auch die echte Bildungsvorschrift für Fibonacci-Zahlen (stets vorangehende zwei addieren) auf andere Startzahlen als 1 und 1 anwenden. Von zahlentheoretischer Bedeutung sind die mit 2 und 1 beginnenden Lucas-Zahlen, deren neunte die 47 ist. Sowohl die 47. Fibonacci-Zahl als auch die 47. Lucas-Zahl ist prim.
Was sonst noch? Die 47 ist in allen Basen von 2 bis 45 kein Palindrom, insbesondere keine Schnapszahl. Die 47. Potenz von 666 hat die Quersumme 666. [3]
Warum grabe ich das gerade heute aus? Weil unser aller Kanzler heute dem amerikanischen Präsidenten ein 08/15-Trikot [4] der deutschen Mannschaft mit der Nummer 47 schenkte. Obwohl es schon mehrfach zu lesen war, fiel es mir nicht sofort ein: Donald Trump ist der 47. Präsident der USA, wenn man die mit zwei getrennten Amtszeiten doppelt zählt. Als ich dies hier vor fünf Jahren zu schreiben begann, war er nur Nummer 45.
[1] Honaker, Caldwell: Prime Curios! Zahl 47.
[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Keith-Zahlen A007629: 14, 19, 28, 47, 61, 75, 197, 742, 1104, 1537,…
[3] Mike Keith: 666, The Number of the Beast. Punkt [14].
[4] Warum 08/15? Weil es kein offizielles Trikot sein soll, das selbst im Internet nicht zu finden ist, wohl schnell bei einem Straßenhändler in Neukölln erstanden wurde und mich an 08/15 erinnerte, nachdem ich auf 8647 (weg mit 47) stieß.
ex falso quodlibet | Merz | Trump
Mit der Zahl 47 erreicht die Durststrecke ab 43 ihren Höhepunkt. Ihre Bedeutung geht kaum über die Kalaschnikow AK‑47, die nach der Jahreszahl benannten Gruppe 47 und dem Vorkommen in Filmen wie Star Trek hinaus. In die geriet die 47, nachdem sie von Donald Bentley willkürlich oder wegen ihrer Unscheinbarkeit gewählt wurde, um sodann „ex falso quodlibet“ zu beweisen, daß alle Zahlen gleich 47 sind. Eine echte multiethnische Alternative zur Mathematik des weißen Mannes. Glücklicherweise ist 47 wenigstens eine Primzahl und damit Opfer einer Internetseite, die alles Mögliche zu Primzahlen sammelt. [1] Es ist erstaunlich, was sich manche Leute alles zur 47 ausgedacht haben.
Die 47 ist vierte Keith-Zahl. [2] Um zu prüfen, ob eine k‑stellige Zahl n eine Keith-Zahl ist, beginnt man eine Zahlenfolge mit den k Ziffern von n und addiert fortwährend die letzten k Folgeglieder. Taucht n in der Folge auf, heißt sie Keith-Zahl. Die trivialen einstelligen bleiben außen vor:
1 4 5 9 14 4 7 11 18 29 47 1 9 7 17 33 57 107 197 1 9 10 19 6 1 7 8 15 23 38 61 7 4 2 13 19 34 66 119 219 404 742 2 8 10 18 28 7 5 12 17 29 46 75 1 1 0 4 6 11 21 42 80 154 297 573 1104Sie sind gar nicht so zahlreich, wie man zunächst meinen könnte, wahrscheinlich knapp drei pro Dekade. Zehnstellige gibt es nicht. Es ist unbewiesen, ob es unendlich viele gibt.
So wie diese Keith-Zahlen (repfigits) „fibonacci like“ gebildet werden, kann man auch die echte Bildungsvorschrift für Fibonacci-Zahlen (stets vorangehende zwei addieren) auf andere Startzahlen als 1 und 1 anwenden. Von zahlentheoretischer Bedeutung sind die mit 2 und 1 beginnenden Lucas-Zahlen, deren neunte die 47 ist. Sowohl die 47. Fibonacci-Zahl als auch die 47. Lucas-Zahl ist prim.
Was sonst noch? Die 47 ist in allen Basen von 2 bis 45 kein Palindrom, insbesondere keine Schnapszahl. Die 47. Potenz von 666 hat die Quersumme 666. [3]
Warum grabe ich das gerade heute aus? Weil unser aller Kanzler heute dem amerikanischen Präsidenten ein 08/15-Trikot [4] der deutschen Mannschaft mit der Nummer 47 schenkte. Obwohl es schon mehrfach zu lesen war, fiel es mir nicht sofort ein: Donald Trump ist der 47. Präsident der USA, wenn man die mit zwei getrennten Amtszeiten doppelt zählt. Als ich dies hier vor fünf Jahren zu schreiben begann, war er nur Nummer 45.
[1] Honaker, Caldwell: Prime Curios! Zahl 47.
[2] The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences. Keith-Zahlen A007629: 14, 19, 28, 47, 61, 75, 197, 742, 1104, 1537,…
[3] Mike Keith: 666, The Number of the Beast. Punkt [14].
[4] Warum 08/15? Weil es kein offizielles Trikot sein soll, das selbst im Internet nicht zu finden ist, wohl schnell bei einem Straßenhändler in Neukölln erstanden wurde und mich an 08/15 erinnerte, nachdem ich auf 8647 (weg mit 47) stieß.
ex falso quodlibet | Merz | Trump
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Curacao
wuerg, 10.06.2026 18:25
Heute wurde ich unvermittelt gefragt, wo denn Kurassoh liege, wogegen am Sonntag Deutschland zu spielen habe, was ich lautlich nur mit einem Getränk in Verbindung bringen konnte. Schnell belehrte mich die allwissende Müllhalde über die niederländische Furzkolonie an der Nordspitze Südamerikas, was mich zu der Frage führt, warum denn Arminia Bielefeld nicht wenigstens an der Qualifikation teilnehmen dürfe? – Desungeachtet wäre es mir natürlich ein innerer Reichsparteitag [1], wenn Curacao gegen die Regenbogen-Mannschaft gewönne.
Und sofort kam mir in den Sinn: Warum haben die ‚shitholes‘ dieser Welt in der UN‑Generalversammlung eine Stimme wie alle anderen, teilweise viel größeren und zivilisierten Länder? Warum ‚one state – one vote‘, warum nicht one man oder one billion. Dollar, nicht Leute! Wäre es nach der Klatsche für Wadephul und Baerbock nicht an der Zeit, unseren Beitrag um 90 Prozent zu kürzen und für jede Verurteilung Israels durch den … dieser Welt einen weiteren ‚Punkt‘ abzuziehen? – Desungeachtet war es mir ebenfalls ein innerer Volkskongreß, als Baerbock das Ergebnis verkünden mußte.
[1] Darf man das noch sagen? Gemäß der allwissenden Müllhalde schon, wenn es zur WM 2010 im ZDF auch nicht gut ankam. Ich schließe mich der Interpretation an, daß es sich um übertriebene Freude gleich der auf einem Reichsparteitag handele, also auch einen „ Nazi-kritischen Ton“ beinhalte.
Und sofort kam mir in den Sinn: Warum haben die ‚shitholes‘ dieser Welt in der UN‑Generalversammlung eine Stimme wie alle anderen, teilweise viel größeren und zivilisierten Länder? Warum ‚one state – one vote‘, warum nicht one man oder one billion. Dollar, nicht Leute! Wäre es nach der Klatsche für Wadephul und Baerbock nicht an der Zeit, unseren Beitrag um 90 Prozent zu kürzen und für jede Verurteilung Israels durch den … dieser Welt einen weiteren ‚Punkt‘ abzuziehen? – Desungeachtet war es mir ebenfalls ein innerer Volkskongreß, als Baerbock das Ergebnis verkünden mußte.
[1] Darf man das noch sagen? Gemäß der allwissenden Müllhalde schon, wenn es zur WM 2010 im ZDF auch nicht gut ankam. Ich schließe mich der Interpretation an, daß es sich um übertriebene Freude gleich der auf einem Reichsparteitag handele, also auch einen „ Nazi-kritischen Ton“ beinhalte.
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