Kartoffeln
Manche Sprachen kennen kein Geschlecht. Wo sie gesprochen werden, herrscht Gleich­berech­tigung. [1] In Deutsch­land aber werden Frauen diskri­miniert. Die hier im Dreck aufge­wachsenen Kartof­feln [2] tragen vorwie­gend weib­liche Namen, jedenvfalls die gemeinen Sorten. Unter den Jahres­kartof­feln ist die Rate der männ­lichen oder gar säch­lichen deutlich höher.

Wahrschein­lich liegt es daran, daß die Kar­toffel als solche weib­lich ist. Doch warum heißt der Deutsche nicht der Kar­toffel? Das haben neue inter­reli­giöse For­schungen geklärt: Kartof­feln sind weib­lich, weil sie in Säcke kommen, damit sie vor Licht geschützt sind, aber dennoch atmen können.

[1] Friedrich, Silke: Hengameh Yaghoo­bifarah - Feminist_in, Aktivist_in, Gender-​Outlaw. Vogue, 02.07.2017. „In der persischen Sprache gibt es ein Pronomen für alle, es wird nicht zwischen er, sie oder es unter­schieden.“

[2] Hengameh Yaghoobifarah: Deutsche, schafft Euch ab! Taz, 22.10.2017. „Kartof­feln würden lieber auf einen freien Tag verzichten, als Muslim­_innen einmal was zu gönnen. Warum machen sie so?“ Ich so: Ist so der Artikel des fluiden Geschlechtes?

Es reicht

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