Hengameh Yaghoobifarah
Alpha-Blogger und ihre Kommen­tatoren verstehe ich zumeist nicht. Auch nicht die "Fettkar­toffel Hengameh", zumal Don Alphonso doch selbst eine Weste gut ausfüllt. [1] Diesmal informiere ich mich und finde einen wahr­scheinlich ernst gemeinten völlig wirren Beitrag von Hengameh Yaghoo­bifarah gegen deutsche Kartoffeln. [2] Nach meinen jüngsten Erfah­rungen mit ähnlicher Humor-, Sinn- und Denk­befreiung, hat mich das inter­essiert. Ich stieß auf ein Video über ihre Körper­fülle und dicke Menschen allgemein, wozu ich mich selbst nicht nur zählen darf, sondern muß. So habe ich weiter "gesurft" und gesehen, daß Hengameh Yaghoo­bifarah keine Probleme haben muß: Sie ist weiß, weiblich, nicht richtig dick und von Natur aus sicher­lich recht lustig. Sie könnte mit ihrem Namen und ihrer Herkunft koket­tieren und ohne Nasenring und sichtbare Täto­wierungen auch in der feinen Gesell­schaft ihren Platz finden.

Doch scheint sie durch­fressen vom Haß gegen alles und jeden und hat insbe­sondere ihr Über­gewicht ausgemacht, an dem andere sich nicht zu stören haben. Schon das Wort Über­gewicht hält sie für Diskri­minierung. Besser sei es, sie fett zu nennen, damit die Fat-Shaming-Keule geschwungen werden kann. Doch dabei bleibt es nicht. Keiner ist links und autonom genug, alle sind Rassisten, Deutsche sind Kartoffeln mit Rallye-Streifen in der Hose, die den Moslems weder Klo noch Feiertag gönnen. Und ich bin so ein schwacher Deutscher, der das auch noch lustig findet.

Warum reißt mich das zu einem Beitrag hin? Weil nicht nur ich beobachte, wie die gesamte Mensch­heit von der staat­lichen Ebene bis hinunter in die Familie Kleinst­gruppen aussondert, die sich unter­einander nicht grün gegen die Mehrheit profi­lieren. Damit dieser Prozeß zurück ins Mittel­alter nicht erlahmt, werden immer wieder neue Begriffe, Symbole, Gemein­samkeiten, Verhaltens­weisen und Perver­sionen gesucht und erfunden, die eine neuer­liche Abgren­zung erlauben. Die fort­währende Spaltung der K-Gruppen im Kampf um die korrekte Linie war nichts dagegen.

[1] Don Alphonso: Loden in cold climate. Rebellen ohne Markt, 10.11.2017.
[2] Hengameh Yaghoobifarah: Deutsche, schafft Euch ab! Taz, 22.10.2017.

Es reicht | Mimosen

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Nach dem überwiegend unbegeisterten Leserecho auf diesen Kartoffel-Beitrag verlautete aus der "taz", es habe ich da um eine Satire gehandelt, die von den wenigsten Lesern als solche erkannt worden sei.

(Und so würde ich ein paar meiner Kommentare bei einer Alternativgläubigen hier in der Blognachbarschaft auch einordnen. Man könnte auch sagen, bisschen getrollt im Geiste des Zitterwolfs, der bekanntlich am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich.)

Was nun diese Hengameh Yaghoobifarah angeht, habe ich mir das Gedankenpiel nicht ganz verkneifen können, was wohl los wäre, wenn sie in Teheran so machen würde mit ihrer Abneigung gegen die heimische Kultur und mit ihrem non-binären Gendergedöns. Mit etwas Pech würde sie dafür in einem großen Stadion an einem Baukran baumeln und nach Luft schnappen. Von daher schlucke ich den Spruch "dann geh doch rüber", den die älteren von uns noch sehr gut kennen, lieber ungesagt runter.

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Der gutmeinende Mensch hält natürlich bis zur letzten Zeile eine Satire für möglich, hofft es zumindest. Doch dagegen spricht vieles: Die Autorin, die Wortwahl, die Pointenarmut, die Anhäufung von Fürzen. Einzig akzeptieren würde ich, die Kennzeichnung als Satire vergessen zu haben. Alles andere wäre doch eine Überforderung der Leserschaft.

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Hengameh hat uns wieder kulturell berei­chert. [1] Man darf sexuelle Über­griffe unter den Tisch kehren, wenn sie people of color in Gefahr brächten. Vielleicht dürfen Frauen sich auch einbilden, mit Männern immer gut klarge­kommen zu sein, nur sagen sollte man es nicht. Das gilt auch für die drei Catherine, die es angeblich geil finden, angegeiert zu werden, sofern es keine Juden, Moslems, Flüchtige oder Schwarze sind. [2]

Garniert ist das Machwerk mit einem Bild "Zwei Schweine ficken". Ein rotblondes Schweden­schwein hockt einer siebe­nachtel schwarzen Sau auf. Er belästigt sexuell, und Sie kann nicht twittern. Auf den zweiten Blick aber scheint die Realität durch: Das Schwein ist mit seinem kurzen Schwanz noch weit von ihrem langen entfernt. Ein Schritt nach vorne, und er fällt ab. Die schwei­nischen Männer müssen sich wie die männ­lichen Schweine bemühen. Ob es was wird, entscheidet die Frau wie die Sau.

[1] Hengameh Yaghoobiffarah: So haram wie ein Schwein. Taz, 12.01.2018.
[2] Martina Meister: "Wir fordern die Freiheit, aufdringlich werden zu dürfen" Welt N24, 09.01.2018. Catherine Deneuve, Catherine Millet, Catherine Robbe-Grillet.

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