Logarithmentafel
Wer sich für Rechenschieber interes­siert, kennt gewiß auch noch Loga­rithmen­tafeln, die immer dann erforder­lich wurden, wenn mit höherer Genauig­keit zu rechnen war und die vier Grund­rechen­arten der elektro­mechani­schen Tisch­rechner nicht aus­reichten. Mit ihnen konnte man zwar schön Wurzel­ziehen und abartige Potenzen wie π hoch π genauer aus­rechnen, doch waren für kompli­ziertere Rech­nungen weitere Funktions­tafeln erforder­lich. Vor allem solche für die trigo­nometri­schen Funk­tionen.

Moderne Tafeln sind vom Computer erstellt, also errechnet und gesetzt. Das war früher nicht so. Ab 1960 aber wurden sie auch nicht mehr durch Rechen­künstler kalku­liert, sondern von ausge­druckten Tabellen abge­schrieben. Und so besitze ich noch eine ordent­lich gesetzte Tafel aus dem Jahre 1963 von F. G. Gauß, nicht C. F. Gauß. Im Vergleich zu anderen Büchern dieser Zeit ist es mit 5 Euro nur wenig wert. Ich erlaube mir ein paar kleine Auszüge aus diesem Werk, jedoch zur Schonung meiner Start­seite in den Kommen­taren.

Rechenschieber

... link (6 Kommentare)   ... comment



Rechenschieber
Es ist an der Zeit, angeregt durch Frau Blütenstaub [1] die 24 Skalen meines Rechenschiebers der Nachwelt zu überliefern:
Vorderseite

   oberer Körper
      L     Mantissenskala 
      T1    1. Tangensskala
      T2    2. Tangensskala
      A     Quadratskala

   Zunge
      B     Quadratskala
      BI    reziproke Quadratskala
      CI    reziproke Grundskala
      C     Grundskala

   unterer Körper
      D     Grundskala
      ST    Bogenmaßskala
      S     Sinus-Skala
      P     Pythagoreische Skala

Rückseite

   oberer Körper
      LL03  3. negative Exponentialskala
      LL02  2. negative Exponentialskala
      LL01  1. negative Exponentialskala
      K     Kubenskala

   Zunge
      K'    Kubenskala
      C     Grundskala
      CI    reziproke Grundskala
      CF    pi-versetzte Grundskala

   unterer Körper
      DF    pi-versetzte Grundskala
      LL1   1. positive Exponentialskala
      LL2   2. positive Exponentialskala
      LL3   3. positive Exponentialskala
[1] Bluetenstaubzimmer gibt es wohl nicht mehr.

Logarithmentafel

... link (22 Kommentare)   ... comment



Guildo Horn
Antje Hildebrandt befragt Guildo Horn in der FR vom heutigen Tage zu seiner Behin­derten-​Talk­show, die im deut­schen Fern­sehen wirklich noch gefehlt hatte:

AH: War es schwer einen Sender zu finden?
GH: Keine Ahnung. Frank Elstner hat das Projekt angeschoben, die Show wird von seinem Sohn produziert. …

Muß es statt an- nicht zugeschoben heißen?

... link (3 Kommentare)   ... comment



Schluß mit lustig
Die Spitze gegen die B-Blogger, die A-Blogger nicht verstehen, weil sie etwas gegen kommer­zielle haben, hätte ich mir wahr­schein­lich verkniffen, wenn mir der andere in der Sommer­hitze eröffnete Blogger-​Kampf­platz zum Nahen Osten recht­zeitig aufge­fallen wäre:

Schon lange haben auch Linke die Nase voll, sich reflex­artig auf die Seite von Minder­heiten und Befrei­ungsbe­wegungen zu schlagen. Che Guevara ist fast vierzig Jahre tot, und um die gleiche Zeit kamen zumin­dest mir mit Biafra die ersten Zweifel an den ehren­werten Motiven macher Separa­tisten und Frei­heits­kämpfer. Nun scheint der Kredit­rahmen überzogen. Immer weniger haben Lust, sich von jammern­den Kleinst­gruppen ans Bein pinkeln zu lassen und trauen sich auch zu sagen, was sie schon Jahre denken: Israel erledigt nun die Arbeit, für die wir uns zu schade waren.

... link (6 Kommentare)   ... comment



A, B, C, ..., Z
Die Zeiten sind vorbei, da Kritik an einem Blogger der Klasse A (Alpha) sofort von seinen Fans nieder­gemacht wurde oder man sich dies als Waden­beißer zumin­dest er­hoffte. Denn ganz offen werden nun die noch im unkom­mer­ziellen Bereich ver­blie­benen Alpha-​Blogger als Neider und Streit­hähne diffa­miert. Und zwar von denen der Klasse B (Balz), die eigent­lich Meister des Kurz­lobes sind. Aber sozial verein­barte Kritik­kritik ist ja erlaubt. Und die anderen müssen es ja nicht lesen. Das ist selbst­gefäl­lig und richtig zugleich. Auch ich erhielt schon den Rat, gar nicht auf die Liste der letzten Aktua­lisie­rungen zu achten, die derzeit von Balz-​Blog­gern pene­triert wird. Ich bleibe beim Buch­staben Z (Zyni­ker), das gefällt mir.

A | B | C | Z

... link (45 Kommentare)   ... comment



1024
Den 1000. Lebenstag meines Blogs habe ich leider verschlafen. Aber heute ist er 1024 Tage alt geworden, ein Kibitag also. Diese 2,4 Pro­zent mehr als ein Kilotag hat ein Infor­matiker einem normalen Menschen voraus. Nur Kauf­leute sind noch schlauer. Die vertreiben Fest­platten mit 36 Giga­byte, die es brutto knapp auf 36.000.000.000 Byte bringen. Und man kann sich nicht beschweren, denn Raider heißt jetzt Twix und 36 mal 2 hoch 30 Byte sind inzwi­schen 36 Gibi­byte, nicht Giga­byte. Damit haben die Kauf­leute Erfah­rung: Der Liter Normal­benzin kostet gerade 1,399 statt 1,40 Euro, was nur eine Täuschung um 0,6 Prozent ist. Nichts gegen eine Guinee mit 5 Prozent über dem Pfund oder gar den bald erhält­lichen Terabyte-​Platten mit satten 10 Pro­zent unter­halb des Tebi­bytes.

Daß 1024, die zehnte Potenz von zwei so knapp über 1000 liegt, ist nicht nur Grund­lage des mythi­schen Compu­ters MIX 1009 von Donald E. Knuth. Das Verhältnis 1024 zu 1000, was gekürzt 128/125 entspricht, trägt als musika­lisches Intervall den Namen kleine Diesis. Das ist die Verstim­mung von drei großen Ter­zen (5:4) gegen eine Ok­ta­ve (2:1). Ob man diesen Fünftel­ton von 41 Cent besser hört als 2,4 Prozent Rabatt in der Geld­börse spürt, hängt von der Übung ab.

... link (1 Kommentar)   ... comment



Herbert Wehner
Im Blog Religionsfreiheit [1] schlug mir ein allgegen­wärtiges modernes Übel entgegen, nämlich die Welt als eine Ansamm­lung von Einzel­heiten zu sehen, von denen einige auch noch Rück­sicht­nahme und beson­dere Würdi­gung verlangen. Dazu gehören viel­fältige Klein­gruppen der Gesell­schaft, Lobby­isten aller Art. Manche leiden am Rest der Welt, einige verachten ihn und halten sich für über­legen, wieder andere wollen ihn bestrafen oder zumin­dest belehren. Dazu verbiegen sie gerne die Sprache samt Inhalt und defi­nieren Norma­lität vom Rand her. Leider finden daran viele Gefallen und mißachten die fakti­schen Verhält­nisse.

In diesem Zusammenhang fiel mir Herbert Wehner ein, der auf meiner Strauß-​Wehner-​Schall­platte den Abgeord­neten der CDU erklärt: „Es gibt eine norma­tive Kraft des Fakti­schen, das haben wir alle in diesem Hause erlebt. Es gibt jedoch keine Fakten erset­zende Kraft des Phraseo­logischen.“ Und heute lese ich zu meiner Über­raschung einen Aufsatz von Wilhelm von Stern­burg in der Frank­furter Rund­schau zum 100. Ge­burts­tag Herbert Wehners. Nichts darin von der sonst so üblichen Lobhu­delei oder Verbeu­gung vor der Größe. Kaum auch Ver­ständnis, das man doch so gerne selbst Gewalt­tätern entgegen­bringt.

[1] Meine Erwähnung von Herbert Wehner im Zuge einer Gender-​Diskussion im Blog Religionsfreiheit.

... link (2 Kommentare)   ... comment