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Für den sog. Powi-Unterricht sollte ich meiner Tochter sagen, was die DDR hätte machen können, statt eine Mauer zu errichten. Mir fiel nichts ein, auch wenn ich als Mensch und nicht als Staatsrats­vorsitzender gesagt hätte: Dann geht doch rüber! Wer die hilflose DDR immer wieder nur als ein System sieht, das seine Mitbürger unter­drücken wollte, findet nicht gerade meinen Beifall. Ob Joachim Gauck zu ihnen gehört, weiß ich nicht. Aber ich verstehe die darin begrün­deten Vorbe­halte der Linken. Doch die haben nun bei mir wegen ihres Abstimmungs­verhaltens zur Wahl des Bundes­präsi­denten verschissen. Ab heute glaube auch ich, daß zusammen mit den Linken nicht regiert werden kann. Vielleicht in zehn Jahren, wenn sie nicht mehr die belei­digte Leber­wurst machen.

Letztlich spielten die Stimmen der Linken keine Rolle, weil Christian Wulff mit absoluter Mehrheit gewählt wurde. Die Abtrün­nigen der Koalition wollten lediglich einen Denk­zettel erteilen. Dies hätten sie auch im dritten Wahlgang wiederholt, wären sie sich der Enthal­tung der Linken sicher gewesen. Die Über­legung von Sigmar Gabriel, Joachim Gauck hätte mit den Stimmen der Linken im ersten Wahlgang gesiegt, ist falsch. In diesem Falle hätte es nicht soviele Abweichler gegeben. Vielmehr sollte er dankbar sein, daß letztlich nicht die zwei Stimmen der beiden weder erschie­nenen noch vertre­tenen SPD-​Frauen den Ausschlag gaben.

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